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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bunker-Geschichten aus Osnabrück: Nervenkitzel am Rattenskelett
Zwischenüberschrift:
Bunker ist für Kinder ein Geheimtreff
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wo Friedrich Pape einst mit seiner Familie Schutz vor den britischen Bombern suchte, spielen heute Kinder verstecken. Der fünfjährige Ruben und sein Bruder Nando (7) wollen ihren ganz privaten Bunker im Garten nicht missen: " Hier finden Immer unsere Geheimtreffen statt!"

" Die Entdeckungsfreude unserer Kinder scheint keine Grenzen zu haben, wenn es um ihren ganz privaten Bunker geht", sagt Pedro Barrios-Schüler. 1995 zog er gemeinsam mit seiner jungen Familie an den Lönsweg. Schon damals hätten seine beiden Töchter Analena und Mayte viel Zeit an der Bunkeranlage verbracht. " Heute haben sie andere Hobbys und räumen das Feld für ihre Brüder und die Nachbarskinder", erklärt der 43-Jährige.

So dient der Betonbau auch mal als Versteck für einen Schatz. " Bei Kindergeburtstagen immer wieder ein Hit", freut sich Pedro Barrios-Schüler. Doch vor mehr als 60 Jahren trieb die Angst vor zentnerschweren Bomben die Bewohner des Hauses in den gerade mal sechs Quadratmeter kleinen Schutzraum.

In drei Meter Tiefe kauerten bis zu sechs Personen, während über ihren Köpfen die Motoren der britischen Flieger dröhnten.

" Mein Vater hat 1942 den Bunker gemeinsam mit dem Inspektor der Frauenklinik gebaut, weil ihnen die öffentlichen Anlagen zu unsicher waren", erzählt der 76-jährige Vermieter Friedrich Pape. Zudem sei der Bunker zu weit vom Wohnhaus entfernt gewesen, so dass die Familien bei einem Alarm ohnehin nicht rechtzeitig vor Ort gewesen wären.

Obwohl der Bau mit Moniereisen und einer 80 Zentimeter dicken Betondecke ausgestattet ist, hätte er einem direkten Bombentreffer wahrscheinlich nicht standgehalten, ist sich der Verfahrensingenieur heute sicher. " Es hat eben unser Gewissen beruhigt", meint Pape, der sich noch genau daran erinnert, wie er als kleiner Junge beim Bau in die Bunkergrube gerutscht ist.

Als 1944 die Angriffe aus der Luft immer heftiger wurden, gab die Familie den Schutzraum auf. " Wir sind dann im Haus geblieben", erinnert sich der Vermieter. Danach habe sich die Familie nicht mehr um die Anlage gekümmert.

Damit die Kinder heute gefahrlos im gut erhaltenen Bunker spielen können, versah Pape die Türen mit neuen Scharnieren und ließ einen der beiden Lüftungsschächte zumauern.

Nur eine Wanderratte verirrte sich einmal in den damals noch offenen Lüftungsschlitz und verendete im Bunker. Ihr Skelett erhöht den Nervenkitzel für die Kinder. " Für sie ist so ein Gerippe natürlich besonders spannend", meint Vater Pedro.

Bildunterschrift:

80 ZENTIMETER BETON sollten damals Schutz bieten: Nando und Rüben steigen Friedrich Pape aufs Dach. Foto: Gert Westdörp
Autor:
dh


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