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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Lenta" ist langsamer als viele ihrer Artgenossen
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker bestimmt neue Wurmart auf dem Westerberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bildunterschrift
AUF DEM WESTERBERG, der Fundstelle von " Fridericia lenta" präsentiert Dr. Rüdiger Schmelz für ein Foto seine wissenschaftliche Veröffentlichung Foto: Elvira Parton

Osnabrück/ Spanien
" Man muss schon genauer hinschauen, um die Arten zu unterscheiden", erklärt Dr. Rüdiger Schmelz. Der Biologe befasst sich seit mehr als zehn Jahren mit Regenwürmern. Auf dem Westerberg konnte er sogar eine neue Art bestimmen.

Und eigentlich seien es ja gar keine Regenwürmer - nur nahe Verwandte. Dem Experten für die so genannten Echnytraeidae (Kleine Ringelwürmer) kann keiner mehr etwas vormachen. " Es gibt weltweit höchstens fünf Menschen, welche die zahlreichen Arten der Echnytraeidae bestimmen können", sagt Schmelz.

Um die genaue Beschaffenheit der höchstens zwei Zentimeter großen Tiere zu erforschen, sammelte der 44-jährige Biologe Exemplare auf der ganzen Welt. Das Wissen, das sich Schmelz In den vergangenen zehn Jahren angeeignet hat, fasste er nun in einem Buch zusammen, das für viele " Wurmforscher" als Grundlage zur Artenbestimmung dient. Während seiner Recherchen entdeckte der gebürtige Osnabrücker - er lebt heute in seiner Wahlheimat Spanien - auch eine neue Art der Kleinstlebewesen auf dem Westerberg.

Er nannte den Bodenbewohner " fridericia lenta". Fridericia ist der Name der Gattung, " lenta" wählte er als Namen, " weil der Wurm sich langsamer schlängelt als Artgenossen." Mit viel Konzentration sind im Schnitt 50 Merkmale zu bestimmen. " Es gibt einen unglaublich großen Artenreichtum im Boden. Mit dem bloßem Auge sind die Lebewesen zum Teil gar nicht zu erkennen, daher arbeite ich viel mit dem Mikroskop", erklärt der Wissenschaftler.

Das sehr spezielle Wissen eignete sich Schmelz aber nicht nur in der Praxis an. Er studierte ungezählte Fachartikel, die teilweise aus dem Chinesischen übersetzt wurden. Der älteste Beitrag stammt aus dem Jahr 1837.

Wieso er diese außergewöhnliche Aufgabe anging, kann der Biologe nicht mehr genau beantworten. In der Kindheit habe er jedenfalls kein besonderes Interesse an Regenwürmern gehabt. Das Thema sei wohl eher aus dem Studium heraus gewachsen. " Ich habe gemerkt, dass mir die taxonomische Arbeit liegt. Die Würmerarten sind zudem wichtige Grundlage zur Bestimmung des Zustandes der Bodenbiologie", erklärt der " Würmermann".

Unter anderem ist Rüdiger Schmelz auch im brasilianischen Regenwald als Experte gefragt. Ein Ende seiner Tätigkeit ist deshalb nicht absehbar. " Dafür sind die Echnytraeidae zu wichtig für unser Ökosystem", ist sich der Osnabrücker sicher.


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