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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Kinder sollten besser zu Fuß zur Schule gehen"
Zwischenüberschrift:
Experten warnen: Wenn Eltern ihre Sprösslinge mit dem Auto zum Unterricht fahren, erhöht sich das Unfallrisiko
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Viele Eltern bringen ihren Nachwuchs mit dem Auto zur Schule. Der Grund dafür ist häufig die Angst vor Unfällen. Um verkehrssicher zu werden, sollten Kinder ihren Schulweg aber möglichst zu Fuß zurücklegen, meinen Ulla Bauer, Verkehrsplanerin bei der Stadt, und Rainer Lessing, Verkehrssicherheitsberater der Polizei.

Morgens, kurz vor acht Uhr, geht es an der Rückertschule und der Elisabethschule hektisch zu: Eltern parken ihre Autos im Halteverbot und lassen ihre Kinder auf der Seite aussteigen, die der Straße zugewandt ist. Andere Eltern parken in der zweiten Reihe. Um das Kind auf den Schulhof zu bringen, überqueren manche Väter und Mütter zusammen mit ihren Kleinen die Straße - allerdings ein paar Meter neben der Ampel.

Verkehrsplanerin Ulla Bauer kennt das. Vor einer anderen Schule wurde sie einmal unfreiwillig Zeugin, wie eine Mutter ihr Auto auf dem Zebrastreifen parkte, um ihr Kind aussteigen zu lassen. Nach ihrer Beobachtung ist das morgendliche Verkehrschaos vor den Schulen in den westlichen Stadtteilen häufiger anzutreffen als in den östlichen. Beim Schülertransport zeige sich also das soziale Gefälle.

" Wir weisen Eltern immer wieder darauf hin, wie gefährdet die Kinder durch dieses Verhalten sind. Aber auf die Dauer nützt das nichts", beschreibt Margret Gierke, die Leiterin der Rückertschule, ihre Erfahrungen. Auch die Anwesenheit der Polizei zu Beginn des Schuljahres fruchte nur kurz: " Während die Polizei da ist, läuft alles glatt, doch danach wird es wieder chaotisch."

Das bestätigt auch Christiane Mohme, die ihr Kind ebenfalls mit dem Auto zur Schule bringt - " aus Sicherheitsgründen", wie sie sagt. Die morgendlichen Zustände an der Schule findet sie " unheimlich". Beatrice Hilmer bringt ihr Kind auf dem Weg zur Arbeit mit dem Auto bei der Schule vorbei. Sie moniert, dass es zu wenig Parkplätze gebe. Doch mehr Parkmöglichkeiten seien nicht umsetzbar, meint Ulla Bauer: " Dann wäre der Schulhof platt!": Sie empfiehlt stattdessen, Kinder zu Fuß zur Schule zu schicken, zumal die Grundschulen nicht weit vom Zuhause der Kinder entfernt lägen. Um das Unfallrisiko zu minimieren, müssten Kinder auf diesen Weg vorbereitet werden. " Die Strecke sollte gründlich eingeübt werden," betont Rainer Lessing. Er regt an, sich dabei in die Lage des Kindes zu versetzen: " Kinder haben nur 30 Prozent des Blickwinkels von Erwachsenen und sind wesentlich kleiner", erläutert der Verkehrssicherheitsberater der Polizei, " dadurch können sie die Straße nicht gut überblicken."

Deshalb sei es sinnvoll, wenn Eltern beim Einüben der Strecke einmal in die Knie gingen, um zu sehen, was ihr Kind wahrnehmen könne, ergänzt Ulla Bauer. " Kinder können erst ab acht Jahren einschätzen, ob ein Auto steht oder fährt. Wie schnell es ist, nehmen sie erst ein paar Jahre später wahr."

Um die Eltern bei der Suche nach dem sichersten Schulweg zu unterstützen, gibt die Polizei für die einzelnen Schulen der Stadt Pläne heraus, auf denen die sichersten Strecken und Gefahrenpunkte verzeichnet sind.

Der Schulweg ohne Auto habe auch noch andere Vorteile: Die Kinder sind wach und aufnahmefähig, wenn sie die Schule erreichen. " Und wenn sie den Weg allein zurücklegen, sind sie stolz darauf", fügt Ulla Bauer hinzu.

Bildunterschrift:
DAS MORGENDLICHE CHAOS: Viele Eltern der Elisabeth- und der Rückertschule bringen ihre Kinder mit dem Auto.

Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
Marie-Luise Braun


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