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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Der Bürgermeister muss bald Miete zahlen
Zwischenüberschrift:
Neuer städtischer Eigenbetrieb - Mehr Kostentransparenz zum Beispiel bei der Schulsanierung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bildunterschrift: DIE SCHULE IN DER DODESHEIDE muss dringend saniert werden. Die Kosten werden auf 2, 8 Millionen Euro geschätzt.

Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück

260 Gebäude besitzt die Stadt Osnabrück, dazu 2000 Hektar Land: zusammengenommen ein Sondervermögen von 370 Millionen Euro, die zum kommenden jähr in einen Eigenbetrieb verwandelt werden.

Nach zwei Jahren der Vorbereitung hat der Rat der Stadt in diesem Monat Nägel mit Köpfen gemacht. Aus dem bisherigen Fachbereich Immobilien und Hochbau wird am 1. Januar 2005 ein weiterer städtischer Eigenbetrieb. Das hat nicht nur bilanztechnische Bedeutung, sondern soll auch zu mehr

Kostenbewusstsein führen. " Künftig können wir für jedes Bauwerk aussagen, was es den Bürger jetzt und in Zukunft kostet", erläutert der Noch-Fachbereichsleiter Jochen Götz.

In einem umfangreichen Zahlenwerk wurde dazu jedes städtische Gebäude bewertet - nach Lage, Alter, Bauzustand und Marktwert. So konnten kostenbezogene Mieten errechnet werden. Und: Diese Mieten muss der Nutzer künftig wirklich zahlen - die Geldbeträge werden aus dem städtischen Verwaltungshaushalt auf das Konto des Eigenbetriebs Immobilien überwiesen.

Jochen Götz hat ein Beispiel parat: Das historische Rathaus der Stadt Osnabrück, Baujahr 1500, steht noch mit einem Wert von drei Millionen Euro zu Buche. Und der Oberbürgermeister wird künftig für sein Arbeitszimmer eine Monatsmiete von 16, 95 Euro " warm" pro Quadratmeter zahlen müssen.

Auf diese Art und Weise soll der neue Eigenbetrieb jährlich 45 Millionen Euro einnehmen und ausgeben: für den laufenden Betrieb und die Gebäudeunterhaltung. Für den Schuldendienst bei aktuell 153 Millionen Hypothekendarlehen sowie acht Millionen jährlichem Abschreibungsbedarf. Und für die neuen Bau-Investitionen aus dem Investitionsprogramm des Rates.

Damit werde erstmals Kostentransparenz in die Überlegungen der Politik einziehen, betont Jochen Götz. Ein Gebäude aufwändig zu sanieren oder es stattdessen lieber abzureißen und neu zu bauen, das werde dann auch anhand objektiver Zahlen entschieden.

Aktuell beschäftigt diese Frage den Schulausschuss mit Blick auf die Schule in der Dodesheide. Das 40 Jahre alte Gebäude, so hat der Architekt Edmund Flatau ermittelt, leidet am " Reparaturstau und einer Ansammlung von Baufehlern". Es ist weit aufgefächert, schlecht isoliert und mit maroden Flachdächern gedeckt. Flataus Diagnose: Sanierungsbedarf mindestens 2, 8 Millionen Euro.

Der künftige Eigenbetrieb Immobilien setzt den jetzigen Zeitwert der Schule in der Dodesheide mit 2, 9 Millionen Euro an und wird dem Fachbereich Schule dafür eine Jahresmiete von 390000 Euro berechnen.

Die Preisfrage in diesem Beispiel für künftiges Baumanagement wird nun sein: Was kostet der Abriss und Neubau der Schule? Und wie hoch wären die Mietpreise? Wahlweise für ein zwar rundum saniertes Gebäude mit den bekannten Konstruktionsschwächen. Oder für eine neu gebaute und schon deshalb günstiger zu unterhaltende Schule.
Autor:
Frank Henrichvark


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