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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Belasteter Boden zum zweiten Mal abgetragen
Zwischenüberschrift:
Bessemerstraße: Weiter Ermittlungen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Holger Jansing

Osnabrück

Die Bessemerstraße und der verseuchte Boden: Auf Anordnung der Stadt hat die Osnabrücker Firma Dieckmann das mit Krebs erregenden Stoffen belastete Erdreich weitgehend wieder abgetragen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer, ob das Tiefbauunternehmen das umweltgefährdende Material vorsätzlich in das Neubaugebiet im Stadtteil Schinkel geliefert hat.

An Ort und Stelle haben in den vergangenen Wochen Gutachter der Firma " Prüftechnik ZBL" kontrolliert, ob der verseuchte Boden komplett ausgebaggert und zur Entsorgung auf die Piesberg-Deponie abgefahren wird. Inzwischen wurden die Grundstücke mit sauberem Sand größtenteils wieder aufgefüllt. Die Anlieger hoffen, dass der böse Spuk bald ein Ende hat. Sie haben seit Oktober erneut zahlreiche Behinderungen in Kauf nehmen müssen. Das Gelände war manchmal so schlammig, dass sie nicht an ihre Häuser herankommen konnten.

So wurde die bereits fertig gestellte westliche Erschließungsstraße auf dem ehemaligen Klöckner-Gelande wieder aufgerissen, um auch das darunter befindliche Material entsorgen zu können. Das hatte die Stadt verlangt, um bei künftigen Tiefbauarbeiten keine Probleme durch Altlasten zu bekommen. Nächste Woche soll die Straße neu (also ein zweites Mal) asphaltiert werden.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wies gestern auf Nachfrage darauf hin, dass die strafrechtlichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Die Gutachten würden weiter ausgewertet, und die Polizei kläre, woher das belastete Material gekommen ist. Vermutlich stammt es überwiegend von Baustellen an der Autobahn 1. Von dort aus könnte Teersand in den Füllboden gelangt sein, wodurch die Verseuchung mit giftigen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und dem Lösungsmittel Benzol zu erklären wäre.

Vier Baufamilien der Bessemerstraße haben bereits im Sommer einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um auch zivilrechtlich gegen Dieckmann vorzugehen. Sie klagen auf Schadensersatz, denn immerhin ist unter ihren Häusern der belastete Boden liegen gebliegen. Auch einen ein Meter breiten Streifen plus Rampe haben die Bagger stehen gelassen, um die Gründung der Eigenheime nicht zu gefährden.

Bildunterschrift des Fotos von Detlef Heese mit arbeitendem Bagger: Ein Gutachter passt auf, dass das verseuchte Erdreich komplett ausgebaggert wird. Nächste Woche sollen die Tiefbauarbeiten beendet sein. Dann gelangen die Bewohner wieder ohne Probleme an ihre neuen Eigenheime.

Baugebiet Bessemerstraße: Chronologie der Ereignisse

Das ehemalige Klöckner-Gelände an der Bessemerstraße ist seit 1994 für die Wohnbebauung vorgesehen. Ebenso wie das benachbarte Gewer-begebiet Hasepark gehört das Areal der Doblinger Industriebau-AG (DIBAG) in München. Im Herbst 2003 konnte das Unternehmen die Grundstücke verkaufen. Anfang 2004 wurde das mit Altlasten des Stahlwerkes verseuchte Erdreich einen Meter tief abgetragen und ordnungsgemäß entsorgt. Im Juni 2004 ließ die Osnabrücker Erschließungsfirma Dieckmann das Gelände mit neuem Boden wieder auffüllen. Hin Bauherr bemerkte, dass dieses Material stank und mit Asphaltbrocken verschmutzt war. Er schaltete einen Gutachter ein. Betroffen sind sieben Grundstücke und die westliche Erschließungsstraße. Die Untere Abfallbehörde der Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft wurden aktiv. Seit Juli 2004 wird gegen Dieckmann strafrechtlich ermittelt. Seit Oktober 2004 wird der Boden in dem Baugebiet abermals ausgetauscht.
Autor:
Holger Jansing


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