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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
80 Jahre, vier Generationen und ein Mietvertrag
Zwischenüberschrift:
Wilma Kuphal: Vater rettete das Haus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
80 Jahre, vier Generationen und ein Mietvertrag

Wilma Kuphal: Vater rettete das Haus

Gartlage (dh)

Vor 80 Jahren unterzeichnete Karl Kuphal den Mietvertrag für eine Wohnung an der Klosterstraße 19. Heute wohnt Tochter Wilma Kuphal in dem Altbau in der Gartlage - der Mietvertrag von 1924 ist immer noch gültig.

" Wenn mein Vater damals nicht gewesen wäre, dann würde dieses Haus nicht mehr stehen", erzählt die 74-jährige Wilma Kuphal. Sie kann sich noch genau daran erinnern, wie er sich während eines Bombenangriffs 1944 weigerte, im nahe gelegenen Luftschutzbunker am Gertrudenberg Schutz zu suchen. Er blieb bei der ehemaligen Hauswirtin, die aufgrund einer Behinderung im Haus bleiben musste. Damals schlugen Brandbomben ins Obergeschoss des Gebäudekomplexes ein. Karl Kuphal schmiss drei der schon brennenden Bomben mit bloßen Händen aus dem Fenster. " Er hat sich fürchterliche Verbrennungen zugezogen, hat dafür aber das Haus gerettet", schildert seine Tochter stolz. Sie selbst lebt seit ihrer Geburt in dem denkmalgeschützten Haus. Geheiratet habe sie nie, daher gab es auch keine Veranlassung wegzuziehen, sagt sie. Zeitweise lebte die Familie mit acht Personen in der Wohnung. Bruder und die schwangere Schwägerin mussten kurz nach dem Krieg mit untergebracht werden.

Nach dem Tod der Eltern übernahm Tochter Wilma den Mietvertrag. Bis heute hat die Familie Kuphal so vier Generationen Hauswirte erlebt. " Ich weiß noch, wie wir Nachbarskinder auf der Wittkopswiese spielten", erinnert sich die 74-Jährige. Diese Erinnerungen kann sie mit niemanden teilen, denn von den ehemaligen Nachbarn lebt hier schon lange niemand mehr.

Wilma Kuphal lebte schon immer gern an der Klosterstraße 19. Doch seit in den vergangenen zwei Jahren umfassende Renovierungsarbeiten am Haus durchgeführt wurden, lebe es sich noch viel besser hier. " Und vielleicht", so hofft sie, " erlebe ich ja noch das 100-jährige Jubiläum des Mietvertrags."

AUSBLICK: Wilma Kuphal und ihre damalige Hauswirtin in den 20er Jahren.

WILMA KUPHAL hofft, auch den hundertsten Jahrestag ihres Mitvertrags zu erleben.Foto: Elvira Parton
Autor:
dh


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