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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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In Haste wurden die Letzten ihrer Art gesehen
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Die graubraune Haubenlerche ist seit Jahren ausgestorben
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Originaltext:
In Haste wurden die Letzten ihrer Art gesehen

Die graubraune Haubenlerche ist seit Jahren ausgestorben

Von Gerhard Kooiker

Haste

Die graubraune Haubenlerche gehörte früher in Osnabrück und Umgebung zu den bekannten und häufigen Brutvögeln. Seit nunmehr zehn Jahren ist sie bei uns ausgestorben. Die letzten Vögel brüteten in Haste.

Der ursprüngliche Steppen- und Wüstenbewohner ist ein typischer Ödlandbewohner und meidet den Menschen nicht. Er liebt eine stark lückige Vegetation mit freien Bodenstellen wie Ruderalflächen, Neubaugebieten, Bahnanlagen, Schulhöfen, Sport- und Parkplätzen. Selbst auf großen, kiesbelegten Flachdächern fühlt er sich wohl, tippelt munter umher, hebt sich flatternd mit weichem Flügelschlag in die Luft und lässt seinen melodischen, schwermütigen Gesang ertönen.

Im 19. Jahrhundert brütete die spitzgehäubte Lerche noch in der offenen Feldflur überwiegend an Wegrändern und staubigen Landstraßen sowie in geeigneten Feldern. Nach 1900 besiedelte sie erfolgreich Städte und Dörfer und zog sich seit etwa 1970 fast ausschließlich in die Städte zurück. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Art in Osnabrück noch relativ häufig. Im Anschluss an einen Bestandsaufschwung in der Nachkriegszeit, hervorgerufen durch zahlreiche Brachen, setzte mit der zunehmenden Bebauung der Bestandsrückgang ein. Für die Jahre 1960 bis 1964 gibt der Ornithologe Friedhelm Ringe den städtischen Haubenlerchenbestand noch mit mindestens 17 bis 20 Brutpaaren an. Weitere wichtige Rückgangsursachen waren die Umwandlung von Kopfsteinpflaster in Asphaltstraßen, die durchgehende Begrünung von Freiflächen und zahlreiche Budenfeinde.

Die letzten Osnabtucker Haubenlerchen wurden von Horst Strech in Haste beobachtet: Zwei Paare hielten sich von Ende Oktober bis Ende Dezember 1994 auf einem brachliegenden Gelände an der Ecke Hardinghaus auf.

Einzelne Paare wurden in Haste auch zeitlich davor in den 1980er Jahren festgestellt, so 1987 und 1990 auf einer Baustelle am Ostringer Weg / Nackte Mühle. Ein weiterer Brutstandort mit ein bis zwei Paaren existierte bis 1985 in Lüstringen an der Mindener Straße vor dem ehemaligen Supermarkt Reffel. Die Vögel waren hier wie auch in Haste sehr zutraulich und fanden reichlich Nahrung an den Krümeln, die bei der Anlieferung von Backwaren abfielen. Die von Frank Sudendey am 6.9.1994 in der Nachbargemeinde Hollage beobachtete Haubenlerche war möglicherweise die letzte im Großraum Osnabrück Danach wurden bis heute keine Vögel mehr in Osnabrück nachgewiesen.

IN OSNABRÜCK AUSGESTORBEN: die graubraune Haubenlerche. Foto: Robert Groß
Autor:
Gerhard Kooiker


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