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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zwei Herrenhäuser als Zeugnisse der Vergangenheit
 
Wenig Singles
Zwischenüberschrift:
Aus der Nähe betrachtet: Der Stadtteil Sutthausen
 
1970 trennt sich Sutthausen von Holzhausen und wird Osnabrücker Stadtteil - Einwohner vermissen eigenes Zentrum
 
Das Besondere an Sutthausen?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Aus der Nähe betrachtet: Der Stadtteil Sutthausen

Zwei Herrenhäuser als Zeugnisse der Vergangenheit

1970 trennt sich Sutthausen von Holzhausen und wird Osnabrücker Stadtteil - Einwohner vermissen eigenes Zentrum

Von Arne Köhler

Sutthausen

" Ich begrüße den Ortsteil Sutthausen als Osnabrücker Stadtteil." Mit diesen Worten von Oberbürgermeister Willi Kelch begann im Jahr 1970 eine neue Epoche. Die Gemeinde Holzhausen hatte die Eigenständigkeit aufgegeben: Ihre beiden Ortsteile, Sutthausen und Alt-Holzhausen, wurden an Osnabrück und die neu gegründete Stadt Georgsmarienhutte angegliedert.

Die Eingemeindung erfolgte im Vorgriff auf die Gebietsreform - freiwillig, was Anfang der 1970er Jahre bei weitem keine Selbstverständlichkeit war. Doch durch die Düte getrennt, waren Sutthausen und Holzhausen nie so eng zusammengewachsen, dass die Teilung nun als sonderlich schmerzlich empfunden worden wäre. Die überwiegende Mehrheit der Sutthauser sei damals für die Angliederung an Osnabrück gewesen, berichtet daher auch die Stadtteilchronik.

Die Motive für das vielstimmige Plazet waren allerdings vor allem pragmatischer Natur: Die Zugehörigkeit zur Stadt sollte für Sutthausen eine Verbesserung der Infrastruktur mit sich bringen. Eine Hoffnung, die sich auch erfüllte - zumindest teilweise. " Schon damals war von einer Turnhalle die Rede", stichelt Ortsbürgermeister Wolfgang Klimm rückblickend und benennt damit gleichzeitig die heutige " zentrale politische Forderung" der Sutthauser.

Während die Turnhalle nach über 30 Jahren nun bald gebaut werden soll, wird sich ein anderer Wunsch wohl nicht mehr erfüllen lassen: Sutthausen fehlt es an einem Zentrum. Städtebauliche Überlegungen, den Middenkamp entsprechend auszubauen, sind nie umgesetzt worden. " Eine verpasste Chance,

Turnhalle bleibt der größte Wunsch

die man hätte nutzen sollen", sagt Wolfgang Klimm bedauernd.

Das Fehlen eines Mittelpunkts hat aber in erster Linie historische Gründe. Denn auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils befanden sich Landgüter, die von ihren über die Jahrhunderte wechselnden adligen Herren intensiv landwirtschaftlich genutzt wurden. Noch heute sind die Schlösser Wulften und Sutthausen (das heutige Marienheim) und die Sutthauser Mühle eindrucksvolle Zeugnisse dieser Zeit.

Das beliebte Wohngebiet, das von Wald umgeben im Grünen liegt - dieses Bild erhielt der Stadtteil erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Baugebiete wurden seither erschlossen, zuletzt an der Talstraße. Viele Menschen sind in Sutthausen heimisch geworden. Unter ihnen der Künstler Volker Johannes Trieb, der zuzeit den Haltepunkt des Haller Willem am alten Sutthauser Bahnhof künstlerisch gestaltet. Für ihn ist Sutthausen vor allem eins: " ein Naherholungsbereich- ganz unspektakulär sinnlich wahrnehmbar."

Stadtteil-lnfo

Wenig Singles

Insgesamt 447, 5 Hektar umfasst das Gebiet des Stadtteils, der damit stadtweit im oberen Mittelfeld liegt. Im Bereich der Straße Am Boekenhagen geht es bis auf 110 Meter hinauf, seinen niedrigsten Punkt erreicht Sutthausen mit 69 Metern an der Dütebrücke (Straße Zum Dutekolk). 4 650 Einwohner hatte der Stadtteil im Dezember 2003. Davon haben nur 2, 9 Prozent nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Auch die Zahl der Singles ist gering: Nur 42, 6 Prozent der Sutthauser wohnen in einem Einpersonenhaushalt - der Stadtdurchschnitt liegt bei 59, 7 Prozent.

Das Besondere an Sutthausen?

Wie sind die Sutthauser? Herbert Loheider muss einen Moment lang überlegen. " Sie sind ganz einfach Sutthauser", sagt er dann, " und sie halten zusammen." Ob beim gemeinsamen Sport bei Rot-Weiß oder im Gesangsverein - die meisten seien Sutthauser ausÜberzeugung. Und erst in zweiter Linie Osnabrücker. 68 Jahre alt ist Loheider. Er war schon im Gemeinderat und später auch im Ortsrat. " Wer Herbert Loheider nicht kennt, der kennt Sutthausen nicht", sagt Wolfgang Klimm. Denn auch der Ortsbürgermeister erfährt immer etwas Neues, wenn der Hobbyhistoriker und frühere Stadtführer Loheider seine " Geschichtsdönkes" erzählt. Und am liebsten spricht er mit leuchtenden Augen über Vergangenheit und Gegenwart seiner Heimat Sutthausen.

ENTLANG DER HERMANN-EHLER-STRAßE erstreckt sich der Stadtteil Sutthausen zwischen Wulfter Turm und Düte. Die Verkehrssicherheit entlang der Straße soll nach dem Willen der Sutthauser vor allem im Eingangsbereich verbessert werden. Fotos: Elvira Parton

EIN FESTMAHL versprach der Ausflug zum Geflügelhof Osthoff. Für wenig Geld gab es Huhn und Eier in allen Variationen. Der Zweite Weltkrieg machte dem ein Ende. Repro: Hubert Kasselmann

HOBBYHISTORIKER Herbert Loheider
Autor:
Arne Köhler


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