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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Eine "Kostbarkeit" ist im Osten der Stadt zu Hause
Zwischenüberschrift:
Auf überschwemmten Wiesen in Gretesch brütet der Zwergtaucher - Balztriller im April zu hören
Artikel:
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Originaltext:
Eine " Kostbarkeit" ist im Osten der Stadt zu Hause

Auf überschwemmten Wiesen in Gretesch brütet der Zwergtaucher- Balztriller im April zu hören

Von Gerhard Kooiker

Gretesch / Lüstringen Lebensräume mit überschwemmtem Grünland, Schlickflächen und Verlandungszonen sind in Osnabrück ausgesprochen selten geworden. Einer davon liegt in Gretesch zwischen Lüstringer Berg und Belmer Bach.

Auch wenn das Gebiet relativ klein ist, lässt sich seine ökologische Leistungsstärke gut aufzeigen. Zügig siedelten sich hier zahlreiche " Primärproduzenten", also Wirbellose und Amphibien an. Durch sie werden höhere Wirbeltiere, die so genannten " Sekundärkonsumenten", zu denen Pflanzenfresser oder Beutegreifer gehören, angelockt.

Das Gretescher Feuchtgebiet dient vermehrt den Zugvögeln als Trittstein auf dem Herbst- und Frühjahrszug. Hier können sie rasten und Energie für die anstrengende Weiterreise tanken. Viele vom Aussterben bedrohte Vögel wie Wasserralle, Wachtelkönig, Kampfläufer und sogar ein Schwarzstorch wurden hier schon beobachtet. Das Gebiet sollte als Schutzgebiet ausgewiesen werden.

Eine weitere Kostbarkeit ist der Zwergtaucher. Er ist in Osnabrück ein sehr seltener Brutvogel und brütet aktuell nur hier auf den inzwischen mehrjährig überschwemmten Wiesen des Gretescher Feuchtbiotops. Die erste Brut fand 1999 statt. Im Jahre 2002 waren es schon zwei erfolgreiche Brutpaare, und 2003 brütete ein Paar. Der Zwergtaucher liebt kleine und flache Stillgewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs (Schwimmblattgesellschaft, Röhrichtbestände), in dem er sein Nest anlegt und einen Großteil der Nahrung sucht. Fische spielen dabei während der Brutzeit eine geringe Rolle, machen im Winter jedoch einen Großteil der Nahrung aus. Sobald günstige Brutmöglichkeiten entstehen, kann die Art deckungsreiche Kleingewässer rasch besiedeln, wie hier in Gretesch oder bereits 1983 auf den Eversburger Klärteichen. Im Winterhalbjahr kann man die kleinen Taucher bei uns häufig beobachten. Dann überwintern sie auf der Hase und den nicht vereisten Stillgewässern wie Stichkanal, Atter- und Rubbenbruchsee sowie vorzugsweise auf den sehr nährstoffreichen Klärgewässern in Eversburg. Die charakteristischen, im Duett vorgetragenen Balztriller im April sind gute Hinweise auf mögliche Brutpaare.

PARTNER GESUCHT: Im Gretescher Feuchtgebiet brütete im vergangenen Jahr lediglich ein Paar Zwergtaucher. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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