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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Schlange stehen oder hilflos vor dem Automaten?
Zwischenüberschrift:
Bahnkunden verstehen nur Bahnhof
Artikel:
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Originaltext:
Schlange stehen oder hilflos vor dem Automaten?

Bahn-Kunden verstehen nur Bahnhof

Osnabrück (fhv) Vormittags um viertel nach elf im Hauptbahnhof: Ernst-August Finke steht in der Schlange vor Schalter 4 und wartet. Vor ihm sind noch drei Kunden dran, Nach acht Minuten wird der 52-jährige bedient, nach weiteren drei Minuten hat er seine Fahrkarte nach Heide in Holstein in Händen: " Ich will ja erst am Wochenende den Sohn besuchen. Kurz vor Abfahrt des Zuges wäre eine solche Warterei nicht auszuhalten."

Dabei hätte Finke sein Ticket auch am Automaten erstehen können. Die Bahn weist ihre Kunden sogar ausdrücklich auf diese Möglichkeit hin: " Fahrscheine ohne Warteschlange", dieses Schild steht am Eingang zum Reisecentrum im Osnabrücker Hauptbahnhof. Nur: Die Bedienung der bildschirmgesteuerten Automaten ist kompliziert, weil viele Schritte abgefragt werden. Ungeübte und zumal ältere Personen verzweifeln vor der Aufgabe, vom Menü gesteuert verschiedene Optionen abzufragen und dann die eigene Fahrkarte auszudrucken - selbst wenn das Bezahlen mit der Scheckkarte so einfach wie am Geldautomaten in der Bank funktioniert. Viele verstehen in dieser Situation aber nur noch Bahnhof.

Das schürt den Frust. Denn wer weiß schon, dass er die Frage " Wollen Sie unterbrechen?" bei einer Fernreise ignorieren kann, wenn seine Rückfahrkarte zwei Tage gültig ist und zu beliebig vielen Stopps berechtigt?

Auswege aus dem Tarifdschungel der Deutschen Bahn AG erhoffen sich deshalb nach wie vor viele Kunden von der kompetenten Beratung am Schalter. Und stehen derweil Schlange.

Aber die Bahn spart eisern, weil sie ihre Bilanzen sanieren muss, so räumt Bahn-Sprecher Hans-Jürgen Frohns ein. " Auch die Filialen müssen wirtschaftlich arbeiten." Andernorts wie zum Beispiel in Berlin und Brandenburg wird deshalb sogar Personal abgebaut und die Zahl der Reisecentren verkleinert. " Aber in Osnabrück passiert da nichts", beteuert der Pressesprecher in Hannover, " Schlangen vor den Schaltern wären schließlich nicht gut."

Allerdings sind selbst bei 20 DB-Mitarbeitern im Osnabrücker Reisecentrum viele Schalter nicht besetzt. Allein im Osnabrücker Hauptbahnhof stehen derweil mehr als zehn der stummen Verkäufer - selbst wenn nach Erkenntnissen der Bahn-Gewerkschaft Transnet nach wie vor 80 Prozent aller Fernreise-Tickets am Schalter verkauft werden.

KOMPLIZIERT UND VERWIRREND sind die Fahrkartenautomaten der Bahn AG. Viele Kunden scheuen die Maschine.

WARTEZEITEN muss deshalb einkalkulieren, wer noch schnell eine Fahrkarte kaufen will. Fotos: Hermann Pentermann
Autor:
fhv


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