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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zum Brüten eine Insel mit dichtem Unterholz
Zwischenüberschrift:
Kanadagans: In Osnabrück gibt es mehrere Brutpaare
Artikel:
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Originaltext:
Zum Brüten eine Insel mit dichtem Unterholz

Kanadagans: In Osnabrück gibt es mehrere Brutpaare

Von Gerhard Kooiker

Sutthausen

Mindestens zweimal am Tage steht Schwester Willehada vom Marienheim in Sutthausen an den angrenzenden Gutsteichen und ruft ihre Gänse. Und schon kommen sie angeschwommen: Vater, Mutter und drei Kinder. Es sind Kanadagänse. Sie sind inzwischen halbzahm geworden und verhalten sich wie Höckerschwäne. Das Brutpaar ist treu und fleißig und brütet bereits im fünften Jahr hier.

Was ist an diesen Gänsen das Besondere? Kanadagänse sind Neusiedler in der Avifauna Deutschlands. Ihre Heimat ist Nordamerika. Kein Geringerer als der bekannte schwedische Schriftsteller Bengt Berg brachte sie 1933 nach Südschweden. Dort vermehrten sie sich rasch und breiteten sich in die umliegenden nordischen Länder aus. Bereits 1974 wurde der Bestand in Skandinavien auf 20 000 Kanadagänse geschätzt. In Niedersachsen wurden sie erstmals 1950, am Dümmer 1956 und in Osnabrück 1985 festgestellt. Wohl die meisten dieser Vögel stammen aus Skandinavien, andere aus verschiedenen Aussetzungsaktionen und Freilandhaltungen.

Auf dem Rubbenbruchsee tauchte der erste Vogel wahrscheinlich erst 1992 auf. Drei Jahre verflossen, dann wurde hier das erste Paar beobachtet. Und dann geschah etwas Ungewöhnliches, was jedoch bei nah verwandten Arten gelegentlich vorkommen kann, wenn ein Partner fehlt. Eine Kanadagans verpaarte sich 1996 erfolgreich mit einer weißen Hausgans und ein Jahr drauf mit einer Graugans. Der Fachmann spricht hier von Hybridisierung. Aus der ersten Mischbrut gingen zwei Junge und aus der zweiten sogar drei hervor.

Erst im Jahr 2000 wurde die erste " echte" Brut mit drei Jungen in Osnabrück nachgewiesen, und zwar auf den Gutsteichen in Sutthausen. Schon ein Jahr später brütete ein zweites Paar auf einer Kuhweide von Landwirt Kolkmeyer in Atter. Beide Brutplätze sind kleine Gewässer mit einer Insel, bestehend aus dichtem Unterholz, wo die Nester sicher vor Bodenfeinden angelegt waren. Die weitere Bestandsentwicklung der Kanadagans ist spannend, insbesondere, ob es bei einer starken Zunahme der Population zu Konkurrenzsituationen mit einheimischen Arten kommt. Momentan ist der Osnabrücker Brutbestand mit vier bis fünf Paaren noch sehr klein.

AUS SCHWEDEN kommt die Kanadagans, die jetzt auch in Osnabrück brütet. Foto: Kooiker
Autor:
Gerhard Kooiker


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