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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Hier schlägt das kulturelle und urbane Herz
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Aus der Nähe betrachtet: Der Stadtteil Innenstadt
 
Der Bereich innerhalb der Stadtmauern ist Anziehungspunkt für Einheimische und Besucher
Artikel:
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Aus der Nähe betrachtet: Der Stadtteil Innenstadt

Hier schlägt das kulturelle und urbane Herz

Der Bereich innerhalb der Stadtmauern ist Anziehungspunkt für Einheimische und Besucher

Von Sven Lampe

Innenstadt

Innerhalb der alten Stadtmauern und umringt von den Wällen schlägt das kulturelle, historische und urbane Herz der Stadt.

Das alte Rathaus mit dem Friedenssaal, indem 1648 das Ende des Dreißigjährigen Krieges verkündet wurde, Dom, Gymnasialkirche, Marienkirche, das Heger Tor und die gemütlichen Altstadtgassen sind Zeugen der Stadtgeschichte und Anziehungspunkte für Einheimische und Besucher.

Anziehungspunkt ist die Innenstadt auch für Kulturinteressierte jeder Art: Neben den Städtischen Bühnen ziehen zahlreiche Ausstellungsräume ihre Besucher an. Außerdem finden sich hier alle Kinosäle der Stadt. Und seit nunmehr 25 Jahren ist die Stadthalle Austragungsort großer und kleiner Veranstaltungen. Die Lagerhalle und das Haus der Jugend runden das Angehot ab.

Neben der höchsten Parkhausdichte, den meisten Kirchen und mit 82, 6 Prozent der höchsten Quote von Einpersonenhaushalten gibt es in diesem Stadtteil auch die meisten Märkte: Dreimal pro Woche erfreut sich das Freiluft-Angebot der Marktbeschicker großer Beliebtheit bei den Kunden.

In dem von der Universität genutzten Schloss und den angrenzenden Gebäuden schlägt so etwas wie das Bildungsherz der Stadt. Nur böse Zungen behaupten, dass sich bei schönem Wetter mehr Studenten im Schlossgarten als in den Seminarräumen tummeln.

Von zentraler Bedeutung als Einkaufszentrum für die Stadt war und ist die Fußgängerzone rund um die Große Straße. Nun aber befürchten Einzelhändler, im Kampf gegen die Konkurrenz auf der " grünen Wiese" ins Hintertreffen zu geraten. Die neue Einkaufspassage am Kamp wird allgemein als attraktivitätsfördernd für die Innenstadt angesehen. Viele alteingesessene Händler fürchten sich aber vor einem möglichen Einkaufszentrum rund um den Neumarkt.

Eben dieser Neumarkt bildet seit je so etwas wie eine schier unüberbrückbare Barriere mitten in der Stadt. Seit vielen Jahren streiten sich die Geister, ob und wie diese Grenze durchlässig gemacht und diesem zentralen Punkt ein neues Gesicht verpasst werden kann.

Trotz des relativ knappen Platzangebotes innerhalb der Wälle haben die Stadtplaner in den vergangenen Jahren auf Wohnen in der Innenstadt gesetzt. So entstanden etwa an der Großen Rosenstraße und am Salzmarkt attraktive Wohngebiete.

Nur einen Steinwurf entfernt davon erstreckt sich so etwas wie das Sorgenkind der Innenstadt. Im südlichen Teil der Johannisstraße herrscht seit Jahren Stillstand. Je weiter man sich vom Neumarkt entfernt, desto stärker prägen leer stehende Läden das Straßenbild. Im Rahmen des Projekts " Soziale Stadt" sollte das Quartier rund um den Rosenplatz aufgewertet und attraktiver gemacht werden. Doch jetzt streicht das Land die Mittel für das Programm.

Eine Aufwertung könnte nach Ansicht vieler Osnabrücker auch das Iduna-Hochhaus vertragen. Nachdem das optisch prägende Gebäude vor einigen Jahren unter anderem wegen Problemen mit der notwendigen Sanierung in den Schlagzeilen war, ist es wieder ruhig um den Wohnturm geworden.

Gleich nebenan fließt die Hase an der Pernickelmühle vorbei durch ihr grün gesäumtes Bett. Etwas weiter südlich haben die Planer den Stadtfluss nach dem Krieg unter Beton und Asphalt versteckt. Erst in den letzten Jahren wurde die Hase an der Georgstraße und am Bahnhof wieder ans Tageslicht geholt. Irgendwann einmal soll es sogar einen durchgehenden Haseuferweg geben.

Stadtteil-lnfo

Der Kleinste

Mit 163 Hektar Fläche ist die Innenstadt der kleinste Stadtteil, dafür aber mit 52, 8 Einwohnern pro Hektar einer der am dichtesten besiedelten (Stand: 12 / 2003). 82, 6 Prozent der 8 771 Einwohner leben in Einpersonenhaushalten. Das ist die mit Abstand höchste Quote aller Stadtteile. Von der Altersstruktur am stärksten vertreten sind die 18- bis 27-jährigen: 26, 5 Prozent sind auch hier städtische Spitze. Zwar bilden Familien mit Kindern mit 6, 4 Prozent die kleinste Gruppe der Einwohner, dafür gibt es innerhalb des Walls mit 36, 4 Prozent die stadtweit höchste Gruppe allein Erziehender. In der Innenstadt gibt es elf Schulen und sieben Kindergärten.

Was ist das Besondere an der Innenstadt?

" Die soziale Nähe ist ungewöhnlich gut"

" Ich freue mich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit über die vielen Blumen entlang der Straßen." Überhaupt verleihe das viele Grün in Kombination mit der städtischen Moderne der Innenstadt viel Flair, meint Gisela Söger: " Man kann das städtische Leben genießen und gleichzeitig an jeder Ecke etwas Schönes oder Geschichtsträchtiges finden." Die Varusschlacht-Pressesprecherin wohnt seit mehr als 20 Jahren in der Innenstadt. In der Zeit hat sich nach Gisela Sögers Beobachtung in der Innenstadt sehr viel verändert: " Es ist hier vielleicht nicht so mondän wie in anderen Städten geworden, aber sehr angenehm zu leben." Besonders angetan haben es ihr die städtischen und kulturellen Angebote mit kurzen Wegen. " Ungewöhnlich gut", so Söger, sei für eine Stadt dieser Größe auch die soziale Nähe innerhalb eines Quartiers.

BLICK ÜBER DIE INNENSTADT vom Turm der Marienkirche: im Vordergrund der Dom. Links davon die Gymnasialkirche. Im Hintergrund links das Iduna-Hochhaus. Hinten rechts das Verlagsgebäude der Neuen OZ und der Berliner Platz. Foto: Jörn Martens

LEBT GERN in der Innenstadt: Gisela Söger.

ES WAR EINMAL am Kamp: Dort, wo heute das neue Einkaufszentrum entsteht, parkten die Autos 1988 noch auf einer unbefestigten Fläche. Foto: Archiv
Autor:
Sven Lampe


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