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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Das traurige Ende einer Burg
Zwischenüberschrift:
Nur die Kapelle erinnert noch an das ehemaligs stattliche Schloss Eversburg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das traurige Ende einer Burg

Nur die Kapelle erinnert noch an das ehemals stattliche Schloss Eversburg

Eversburg (uls) Wer an sonnigen Frühlingstagen am Stichkanal entlang zur Hollager Schleuse radelt, kommt in Eversburg an einer versteckten Kapelle vorbei. Der Standort überrascht, denn das kleine Gotteshaus liegt Zaun an Zaun neben schmucken Bungalows.

Instand gehalten wird die Burgkapelle von der Liebfrauen-Kirchengemeinde Eversburg. Auf Anfrage kann sie für stilvolle Trauungen und Andachten genutzt werden. " Fünf- bis sechsmal im Jahr wird hier der Bund fürs Leben geschlossen. Man kann sich von unserem Gemeindepfarrer Ulrich Pliesch trauen lassen oder auf Wunsch selbst seinen Pfarrer mitbringen", so Gemeindesekretärin Margret Rosswinkel.

Ein paar hundert Meter gegenüber erblickt man in grüne Wiesen gebettet nahe der Hase das Landgasthaus " Zur Alten Eversburg". Hier kann man sich deftige Gerichte des Osnabrücker Landes schmecken lassen. Wer aber glaubt, in diesem ländlichen Anwesen den Teil einer alten Burg vor sich zu haben, die dem Stadtteil ihren Namen gab, irrt sich.

Zwischen Landgasthof und Kapelle lag tatsächlich in alter Zeit eine stattliche Burg. Diese wurde auf dem Grund eines alten Adelshofes auf dem " Eversfeld" als Wasserburg errichtet und in einer Stadtrechnung von 1383 erstmals als " Eversburg" erwähnt. Die Hofanlage war bereits mit Gräben umgeben, die vom Wasser des heutigen Landwehrbachs gespeist wurden.

Bauherr war das Osnabrücker Domkapitel. Der Grund für die Errichtung einer wehrhaften Burg an dieser Stelle waren wohl ständige Streitereien mit dem Grafen von Tecklenburg. Möglich ist aber auch, dass man für die Dompröpste einen repräsentativen Sommersitz schaffen wollte. Ferdinand von Kerssenbrock, 1747 von Fürstbischof Clemens August als Statthalter des Domstifts eingesetzt, machte die Eversburg zu einer prunkvollen Residenz mit edlen Möbeln und einer Gemäldegalerie - mit 158 Meisterwerken von Rembrandt, Brueghel bis Tizian. Die Burg hatte Kanonen, Weingärten, Fischteiche, große Viehställe und Ländereien. Ein fester Turm diente als Gefängnis.

Übel mitgespielt wurde der Eversburg im 30-jährigen Krieg, als sie 1633 von den Schweden angezündet wurde. Ein trauriges Ende fand sie im 19. Jahrhundert. Die Pfähle, auf denen das Gemäuer im sumpfigen Wasser stand, faulten im Sommer bei Niedrigwasser. So musste die baufällige Burg schließlich 1839 abgerissen werden.

" Die historische Eversburg ist zentrales Thema eines Buches über unseren Stadtteil, das wir in drei Monaten vorstellen wollen", kündigt der örtliche Bürgervereinsvorsitzende Friedhelm Gross an. " Eine gute Idee", meint er zu dem Vorschlag, vor Ort eine Schautafel aufzustellen, die Erklärungen zur verschwundenen Burg enthält.

RUSTIKAL: DasGasthaus " Zur alten Eversburg" gehört nicht zur alten Burg. Fotos: K. Lindemann

BELIEBT BEI HOCHZEITSPAAREN: Die Burgkapelle in Eversburg.
Autor:
uls


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