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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wind aus den Flügeln genommen
Zwischenüberschrift:
Dieses Gebäude gehört zum Wetserberg:
 
Auf dem Westerberg drehen sich zwei Mühlen - Wohnen statt Mahlen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Dieses Gebäude gehört zum Westerberg

Wind aus den Flügeln genommen

Auf dem Westerberg drehten sich zwei Mühlen - Wohnen statt mahlen

Westerberg (kgre) Die Flügel sind schon lange gestutzt. Die beiden Windmühlen an der Bergstraße waren im 19. Jahrhundert nur kurzzeitig in Betrieb. Wo früher der Müller das Mahlwerk bediente, befinden sich heute behagliche Wohnräume.

Die südlichere der beiden Mühlen stellte damals Graupen her. Obwohl sie erst 1814 eine Konzession erhielt, stellte der Betrieb schon Ende des Jahrhunderts die Arbeit wieder ein. Danach diente die Mühle vorübergehend als Aussichtsturm. Später ließ der Eigentümer den Stumpf umbauen und nutzte ihn als Wohnraum. So ist es noch heute.

Ebenso erging es der damaligen Lohmühle. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte sie der Osnabrücker Lohgerberinnung. Die ließ darin die Gerberlohe herstellen, die zur Verarbeitung von Leder nötig war. Zerkleinert wurden in der Mühle vorrangig Pflanzen mit hohem Gehalt an Gerbstoffen, zum Beispiel Rinde von Eichen, Fichten oder Akazien. Mit der Modernisierung der Lederherstellung büßte die Lohmühle ihre Funktion ein. Ein Brand zerstörte schließlich um 1900 die hölzernen Bauteile, und nur die dicken Außenmauern blieben stehen. Zu neuen Ehren kam die Mühle erst wieder nach dem Ersten Weltkrieg, als der Besitzer den Turm zu Wohnzwecken ausbauen ließ.

Die kegelförmigen Gebäude entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der Westerberg noch gänzlich unbebaut war. Ihre spätere Stilllegung fiel zeitlich zusammen mit einer historischen Entscheidung: um 1840 erlaubten die Stadtväter, dass auch außerhalb der Stadtmauern gebaut werden dürfe. Besonders privilegierte Schichten konnten dieses Angebot nutzen, berichtet Denkmalpfleger Bruno Switala. So sei am Westerberg nach und nach eine groß-bürgerliche Siedlung entstanden, die die Mühlenreste vor allem zu repräsentativen Zwecken erhalten wollte. Den Mühlen wurde der Wind aus den Flügeln genommen. Typisch waren Windmühlen für die Stadt übrigens nicht. Verbreiteter waren die Wassermühlen wie die Pernickelmühle an der Hase.

ENDE DES 19. JAHRHUNDERTS entstand dieses Foto von der Lohmühle auf dem Westerberg.

SCHÖNER WOHNEN: die Lohmühle heute. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
kgre


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