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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Am Drosselweg blüht lebendige Nachbarschaft
Zwischenüberschrift:
Wie Leben in die Straße zurückkehrt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Am Drosselweg blüht lebendige Nachbarschaft

Wie Leben in die Straße zurückkehrt

Sonnenhügel (rei) Irgendetwas muss am Drosselweg anders sein als in anderen Straßen. " Ich finde es schön, dass die Bewohner sich hier gegenseitig wahrnehmen", begeistert sich etwa Bettina Shamsul, die Ende letzten Jahres hier mit ihrem Mann und ihren drei Kindern ein Haus im Drosselweg gekauft hat. Die Leute grüßten sich hier, das sei in ihrer alten Straße auch nach zehn Jahren nicht der Fall gewesen.

Die Drosselweg-Bewohner kennen sich untereinander - einige haben mehrere Verwandte in der Straße, andere sind hierhin gezogen, weil ihre Freunde hier leben. Das gilt etwa für Lisa Beerhues. Als sie hörte, dass die Osnabrücker Wohnungsbaugesellschaft (OWG) ihre Häuser am Drosselweg verkauft, weckte das ihr Interesse. " Aber ich wollte nicht allein hierhin ziehen", sagt die Mutter von zwei Kindern. Deshalb fragte sie mehrere Familien, die sie über den Kinderladen ihrer Sprösslinge kannte, ob sie sich gemeinsam mit ihr auf die Käuferwarteliste der OWG setzen lassen wollten.

Das war vor rund drei Jahren. Damals war der Fortbestand der Häuser im Drosselweg, die alle der OWG gehörten, ungewiss. Zu viele Wohnungen standen leer. In zu schlechtem Zustand waren die Gebäude der Gartenstadt-Bewegung, die der " Gemeinnützige Osnabrücker Bauverein" zwischen 1928 und 1930 erschaffen hatte. Ein Abriss schien die einzige Möglichkeit zu sein. Dann kam die rettende Idee, die unrenovierten Häuser günstig zu verkaufen.

Inzwischen ist das Leben in die Straße zurückgekehrt. Die Fassaden sind bunt angestrichen, auf der Straße spielen viele Kinder. Lisa Beerhues lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern seit einem Jahr hier, vier weitere Familien, die sie kannte, leben hier. Die Kinder sind untereinander befreundet, die Erwachsenen passen schon mal gegenseitig auf ihre Sprösslinge auf.

Die Gärten sind nicht durch Hecken und Zäune voneinander getrennt. Dass Kinder anderer Familien über den eigenen Rasen laufen, stört hier niemanden. Auch nicht die Anwohner, die wie die Günthers schon lange hier leben. Martha und Klaus Günther sind im Drosselweg geboren und haben sich hier kennengelernt. Ihre Kinder sind groß, und dass es neuen Nachwuchs gibt, finden sie " nicht verkehrt, sonst schlafen wir hier noch ein". Sie selbst seien als Kinder durch die Gärten gelaufen.

Martha Günther kann sich erinnern, dass in den Häusern früher fünf Wohnungen waren. Inzwischen leben höchstens drei Parteien in einem Haus, in vielen der inzwischen 22 verkauften Häuser lebt eine Familie auf allen drei Etagen. Auch Clementine Gasaho hat das Haus, in dem sie seit rund 30 Jahren lebt, vor kurzem gekauft. Ihren Garten teilt sie sich weiterhin mit ihren Mietern - schließlich soll nicht jeder nur an sich denken, findet sie. Als Clementine Gasaho vor 32 Jahren aus Portugal nach Osnabrück kam, fühlte sie sich nicht wohl, weil die Leute nicht grüßten. Das änderte sich mit dem Umzug in den Drosselweg. " Wir sind hier mit offenen Armen empfangen worden", freut sie sich. Ein bisschen Sehnsucht nach Portugal hat sie immer noch. Da tröstet es sie, dass " der Drosselweg ein bisschen mit Portugal zu vergleichen ist". Irgendetwas ist hier eben anders.

MIT STELZEN, Seil oder Einrad: Kinder haben im Drosselweg viele Möglichkeiten, sich auszutoben. Fotos: Elvira Parton

GANZ IM GRÜNEN: Hinter den Gärten im Drosselweg gibt es noch einen versteckten Weg.
Autor:
rei


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