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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Nicht alle profitieren von Lärmschutzwänden
 
Brief an Bundesverkehrsminister Leber: Lärmschutzwand als "Versuchsmodell"
Zwischenüberschrift:
Paradoxe Situation in Nahne: Unmittelbare Anlieger weniger von der A30 belastet als andere
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nach Jahrzehnten des Wartens war es im Sommer vor einem Jahr endlich so weit: Mahne bekam neue Lärmschutzwände. Wir haben uns im Stadtteil umgehört: Lebt es sich seitdem besser mit dem ungeliebten Nachbarn Autobahn?

" Früher war es nicht auszuhalten", erinnert sich Sandra Berlsmann. Mit ihrer Familie wohnt sie an der Kardinal-von-Galen-Straße und damit direkt neben dem Schnellweg. Doch während ihre beiden Kinder zuvor oft wach lagen (" Mama, wir können nicht einschlafen, die Autos sind wieder so laut"), gibt es inzwischen keine Probleme mehr mit der Nachtruhe.

Die Berlsmanns haben außerdem Balkon und Garten zurückerobert seit die Wand erhöht wurde (siehe auch " Zur Sache"). Zwar endet ihr Grundstück ziemlich abrupt an dem meterhohen Bauwerk, aber das leitet den Schall der vorbeibrausenden Autos so effektiv ab, dass die Familie bereits den " Supersommer" 2003 wieder unbeschwert im Freien genießen konnte.

Weniger begünstigt ist Johannes Grönefeld. Der Rentner lebt am Gabrielweg und damit ein gutes Stück weiter von der Autobahn entfernt als die unmittelbare A-30-Anliegerin Sandra Berlsmann. Dennoch ist es auf seinem Grundstück deutlich lauter als bei den Berlsmanns.

" Die Wand ist schräg, und der Schall geht darüber hinweg", erläutert die Nahner CDU-Politikerin Annegret Gutendorf das Problem. " Davon werden wir voll erfasst", klagt Grönefeld. Am Schlimmsten sei es bei Regen und Westwind. Dann wehe zusätzlich der Lärm vom Autobahnteilstück am Wulfter Turm herüber, wo es bislang überhaupt keine Lärmschutzbauten gibt. Ähnlich geht es Inge und Hans Fehren, die am Michaelweg leben.

Und auch auf der Südseite der Autobahn gibt es Belästigungen: Luise Berkemeyer etwa wohnt an der idyllisch in Hanglage gelegenen Straße Zum Himmelreich. Von der neuen Schallschutzwand, die die Wohnstraßen im unteren Abschnitt der Frankfurter Heerstraße von der Autobahn abschirmt, hat sie nichts. " Es ist hier oben sogar mehr geworden", glaubt sie. Doch auch die Nahner, die nicht von den Lärmschutz wänden profitierten, hätte wieder Hoffnung, berichte Annegret Gutendorf. Den: nun warte der ganze Stadtte gespannt auf die Fertigstellung des Flüsterasphalts. Bereits jetzt sei zu diesem Anlass ein Fest geplant.

Foto: Michael Hehman

Zur Sache: Nahne und die Autobahn 30
Brief an Bundesverkehrsminister Leber: Lärmschutzwand als " Versuchsmodell"

Nirgendwo sonst in der Stadt führt die Autobahn direkt an so vielen Wohngrundstücken vorbei wie in Nahne. Im Norden der A 30 ist es der Straßenzug Wiesenthal/ Kardinal-von-Galen-Straße, der unmittelbar an den Schnellweg grenzt. Im Süden liegt vor allem das Wohngebiet am unteren Teil der Frankfurter Heerstraße mit den Straßen Nahner Landwehr und Am Nahner Turm an der West-Ost-Achse. Über die fließt unter anderem der größte Teil des Schwerlast- und Reiseverkehrs zwischen den Niederlanden und Osteuropa. Diskussionen über den Lärmschutz gab es bereits in den frühen 70er Jahren, als die Verkehrsdichte noch deutlich geringer war als heute. In einem Brief wandte sich die " Interessengemeinschaft Autobahnschallschutz Nahne" im März 1972 an Bundesverkehrsminister Georg Leber und bat um Finanzierung einer Schutzwand als " Versuchsmodell im Rahmen des Umweltschutzes". Doch die Anwohner von Wiesenthal und Von-Galen-Straße mussten den Bau einer ersten Wand schließlich selbst bezahlen. Diese nur wenig effektive, 700 Meter lange Schutzmauer wurde im Sommer 2002 mit im 45-Grad-Winkel zur Fahrbahn geneigten Bauteilen auf über zehn Meter erhöht. Eine ganz neue, ebenfalls geneigte Wand entstand auf einer Strecke von 460 Metern an der Südseite der Autobahn. Gesamtkosten: etwa 1, 6 Millionen Euro.
Autor:
ack


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