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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Vor dem Ausschwärmen wird umgesiedelt
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140 Bienenzüchter im Imkerverein - Jetzt wird wieder aus dem Rahmen geschleudert
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SUMMEN UND BRUMMEN gehören für einen Imker zum Geschäft. Egon Klefoth, Alfred Gustenberg, Ansgar Erpenbeck und Ernst Liening-Ewert (von links), der Vorstand des Imkervereins, im Lehrbienenstand des Zoos. Foto: Klaus Lindemann

Vor 142 Jahren gründete eine Gruppe aus Juristen, Ärzten und Lehrern den " Verein für Bienenzucht". Prominentester Gründungsvater dürfte der damalige Justizminister des Königreichs Hannover, Ludwig Windthorst, gewesen sein. Mit 87 Mitgliedern fing alles an, heute gehören dem " Imkerverein Osnabrück und Umgebung von 1862" etwa 140 Bienenzüchter aus Stadt und Landkreis an. Seit 1980 betreibt der Verein in Kooperation mit dem Zoo einen Lehrbienenstand, wo jährlich Schulungen für angehende Imker stattfinden. Zum anderen soll der gläserne Bienenstock helfen, den Besuchern die Insekten ohne Gefahr zu zeigen. Fragen rund um Waben und Honig beantwortet der Vorsitzende Ernst Liening-Ewert gern unter Tel. 05407/ 9532.( kgre)

Vor dem Ausschwärmen wird umgesiedelt

140 Bienenzüchter im Imkerverein - Jetzt wird der Honig wieder aus dem Rahmen geschleudert

Osnabrück (kgre)

So umschwärmte Männer gibt es wenige. Gegen allzu aufdringliche Hautkontakte helfe nur weiße Kleidung, sagen sie aus Erfahrung. " Die größte Kunst besteht darin, dass die Bienen nicht plötzlich umsiedeln, also ausschwärmen", erklärt der Vorsitzende des Imkervereins von 1862, Ernst Liening-Ewert. Er steht zirka 140 Bienenzüchtern vor.

50 000 bis 60 000 Bienen leben und arbeiten während der Sommermonate in einem Volk. Da kann es schon mal eng werden: Im späten Frühjahr wird eine junge Königin herangezogen, und bevor liese schlüpft, verlässt die alte Königin mit einem Teil des Volkes den Bau - sie schwärmt aus, wie der Imker sagt. Damit das nicht passiert, entfernen die Bienenzüchter vorzeitig die ungeschlüpfte Brut und siedeln sie in einen neuen Kasten um.

Die Bienenwohnungen mit den beweglichen eingehängten Rahmen, in denen später die Waben gebaut werden, nennt der Fachmann Beute. Im unteren Viertel der Holzkästen ist das Einflugloch angebracht und nah daran die Brutkammern mit dem Nachwuchs. Möglichst weit von potenziellen Eindringlingen entfernt, finden sich im oberen Teil die Honigvorräte. Im Juli nimmt der Imker die etwa 20 mal 30 Zentimeter großen Holzrahmen heraus, um den süßen Honig - übrigens bei Zimmertemperatur - herauszuschleudern.

" Als Ersatznahrung in den Herbst- und Wintermonaten stellt man den Bienen reinen Rübenzucker zur Verfügung - etwa genauso viel wie entnommen wurde pro Volk, also 15 bis 20 Kilogramm", sagt Alfred Gustenberg. Trotz der klebrigen Ernte stehe die Bestäubung der Blüten in Wald und Flur immer im Vordergrund der Imkerei. Für sie sei der Honig eher Nebenprodukt, erläutern die Imker, mit dem sie ihre Kunden aus der Nachbarschaft erfreuen.

Freundlichkeit im Sinne von mangelnder Stechwütigkeit zeichnet auch die beiden Bienenrassen aus, die in der Region am populärsten sind: " Sowohl Carnica- als auch Buckfast-Biene sind sehr friedfertig", berichtet Ernst Liening-Ewert. Auch in Sachen Sauberkeit, Ertrag und Bautrieb seien sie ausgezeichnet. Fünf bis zehn Völker von ihnen besitzt ein Großteil der vorrangig männlichen Vereinsmitglieder.

Während für die Imker in Herbst und Winter wenig Arbeit anfällt, haben die Bienen viel mit sich selbst zu tun. In Form einer Traube sammeln sich die Insekten dicht an dicht. Im Kern sitzt die Königin. " Sie spannen ihre Muskulatur an, ohne die Flügel zu bewegen. So entsteht Wärme", erklärt Erpenbeck. Bei so geringer Körpermasse eine echte Herausforderung: Schließlich wiegen 1000 Bienen nur 100 Gramm.
Autor:
kgre


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