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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Fip: Das Land begeht eine große Dummheit
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2005 zahlt Hannover kein Geöd zur Sanierung des Rosenplatzviertels - Sanierungsträger ratlos
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Fip: Das Land begeht eine große Dummheit

2005 zahlt Hannover kein Geld zur Sanierung des Rosenplatz-Viertels - Sanierungsträger ratlos

Neustadt (hin) Die mit viel Begeisterung gestartete Sanierung des Rosenplatz-Viertels gerät ins Stocken. Das Land friert den Fördertopf ein und wird im kommenden Jahr keinen Euro überweisen. " Eine große Dummheit", sagte gestern Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip.

Das Landeskabinett hatte beschlossen, die Städtebauförderung 2005 auszusetzen. Das bedeutet, dass wesentliche Stützen der Sanierung wegbrechen. Betroffen ist auch die Gemeinde Belm.

Im vergangenen Jahr hatte Osnabrück aus dem Topf " Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt" 700 000 Euro für den Rosenplatz bekommen. Das Land steuert dabei ein Drittel der Investitionssummen bei, Bund und Stadt geben je ein weiteres Drittel. Unklar ist, wie der Bund auf den Ausstieg des Landes reagiert.

Die Stadt hisst schon die weiße Fahne: " Wir können das auf keinen Fall ausgleichen", so OB Fip. Das ganze Projekt stehe auf dem Spiel. Für ihn sei die Meldung aus Hannover eine " große Enttäuschung". Er könne die Entscheidung nicht nachvollziehen und halte sie für " eine große Dummheit". Denn die Zuschüsse aus öffentlicher Hand lösten beträchtliche private Investitionen aus, die jetzt ausblieben. Vor dem Hintergrund der schwachen Baukonjunktur wirke die Kürzung des Landes " kontraproduktiv".

Ratlos ist die Projektleiterin Susanne Ahrens von der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung und Stadt-

entwicklung, kurz: die Bremische. Sie werde versuchen, mehr Drittmittel einzuwer-ben, um den Engpass 2005 zu überbrücken, sagte Susanne Ahrens gestern.

Einen vollständigen Ausstieg des Landes könne sie sich nicht vorstellen, weil damit auch die Grundlage für Zuschüsse aus Brüssel gefährdet würde. Das Programm " Lokales Kapital für soziale Zwecke" (LÖS) ist ein Gemeinschaftstopf von Bund und EU, aus dem Osnabrück für den Rosenplatz 85 000 Euro erhält.

Wie schmerzhaft das Aussetzen der Städtebauförderung 2005 ist, erklärt sie am Beispiel des Hauses an der Ecke Johannisstraße / Rosenplatz (mit Matratzen-Geschäft im Erdgeschoss). Das Gebäude soll nach dem Willen des Sanierungsträgers modernisiert werden, weil es für den Gesamteindruck des Rosenplatzes von großer Bedeutung ist. Der Eigentümer lebt weit entfernt und interessiert sich wenig für städtebauliche Fragen. Mit den Zuschüssen aus der Städtebauförderung wäre nach Angaben von Susanne Ahrens eine Modernisierung wirtschaftlich und sinnvoll. Jetzt befürchtet sie, dass alles Werben umsonst war und die Fassade auf Jahre das nicht mehr zeitgemäße Aussehen behält. Das Rosenplatz-Viertel war 2001 in das Programm " Soziale Stadt" aufgenommen worden. Binnen zehn Jahren sollten hier 41 Millionen Mark (21 Millionen Euro) in die Modernisierung der Bausubstanz und der sozialen Infrastruktur investiert werden. Die Rechnung ist einfach: höhere Lebensqualität vermindert das soziale Konfliktpotenzial. Im Sanierungsgebiet leben 7 600 Menschen, der Ausländeranteil liegt mit 18 Prozent doppelt so hoch wie in anderen Stadtteilen. 800 der 5 300 Wohnungen gelten als modernisierungsbedürftig. Die Bewohner beteiligen sich in Bürgerforen und Zukunftswerkstätten an der Planung. Die Bremische hat an der Iburger Straße ein Stadtteilbüro eingerichtet, in dem die Zukunft des Quartiers gestaltet wird.

Soziale Stadt

Tiefschlag

Von Wilfrled Hinrichs

Am Rosenplatz tut sich was. Bürger bilden eine Zukunftswerkstatt, Vereine gehen aufeinander zu, Straßenfeste werden gefeiert und eine echte Weltmeisterin kommt zur Eröffnung eines Bolzplatzes. Die " Soziale Stadt" ist ein höchst erfolgreiches Programm, um soziale Brennpunkte zu entschärfen. Auch Beim hat gute Erfahrungen gemacht.

Viel lebt von der Motivation der Bürger, die das Viertel als das ihre entdecken müssen. Wenn sich nun das Land eine Auszeit nimmt, kann das wie ein Tiefschlag auf die Menschen und deren Aufbauarbeit wirken. Kopf hoch!, möchte man ihnen zurufen. Rückschläge gibt es immer wieder, und irgendwann wird es weiter gehen können.

Es darf leidenschaftlich gestritten werden, wo das Land vielleicht besser sparen könnte, ohne private Investitionen zu bremsen oder Entwicklungen zu unterbrechen. Aber wer fängt bei sich selbst an mit einem Sparvorschlag? Immer auf andere zeigen, das geht nicht.

ERSTE SICHTBARE FOLGE der Kürzungsbeschlüsse des Landes: Die Fassade des Gebäudes am Rosenplatz / Ecke Johannisstraße (im Bild oben) wird vorerst wohl nicht saniert werden können. Foto: Gert Westdörp
Autor:
hin


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