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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wer soll denn nachts 15 000 Menschen evakuieren?
Zwischenüberschrift:
Feuerwehr- und Umweltausschuss ließ sich über den Güterzugunfall an der Breer Brücke informieren
Artikel:
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Originaltext:
Wer soll denn nachts 15 000 Menschen evakuieren?

Feuerwehr- und Umweltausschuss ließ sich über den Güterzugunfall an der Bremer Brücke informieren

Osnabrück (d.)
" Wir haben sehr viel Glück gehabt. Auch, weil wir gut vorbereitet waren", fasste Feuerwehrchef Jürgen Knabenschuh den schweren Bahnunfall im März an der Bremer Brücke zusammen. Bevor die Mitglieder des Umwelt- und Feuerwehrausschusses die Anschaffung neuer Geräte bewilligten, hatte die Feuerwehr die Gefahren des Einsatzes Revue passieren lassen.

Der Güterzug war am Abend des 18. März auf der Bremer Brücke entgleist.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte es vor der Abfahrt des Zuges in Hamburg keine Bremsüberprüfungen gegeben. Als der Zug in Osnabrück stoppen sollte, versagten die Bremsen, und die Waggons sprangen aus den Gleisen. Ein Kesselwagen mit Propangas geriet in Brand, es bestand höchste Explosionsgefahr.

Bilder und Videos von anderen Unglücken und kontrollierten Explosionen zeigten den Ausschussmitgliedern, dass bei der Explosion nur eines Kesselwagens ein Feuerball mit einem Durchmesser von 100 Metern entsteht, der alles um sich herum vernichtet.

Glück mit der Wasserversorgung

Schon vor dem ersten Zugunglück in Osnabrück, als am 16. Februar 2002 an der Schellenbergbrücke ein mit Acrylnitril gefüllter Waggon zu explodieren drohte, hatte sich die Feuerwehr in Übungen auf solche Unglücke vorbereitet. Doch die beiden realen Katastrophen zeigten dann Probleme auf, die bislang ungelöst sind.

" An der Bremer Brücke laufen mehrere Hauptwasserleitungen vorbei. Wir hatten keine Probleme, 7000 Liter Wasser pro Minute aus den Hydranten zu entnehmen. Doch woher hätten wir das Löschwasser bekommen, wenn der Zug in Hörne verunglückt wäre?", ist ein ungeklärtes Problem. Ein weiteres: Hätte die Feuerwehr den Kesselwagenbrand nicht so schnell in den Griff bekommen, hätten wegen der Explosionsgefahr 15000 Menschen in Schinkel evakuiert werden müssen. Doch von wem? Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren im Löscheinsatz, die Polizei riegelte die Zufahrtstraßen ab. Überdacht wird jetzt ein Konzept, Feuerwehrleute aus dem Landkreis unter Führung von Polizeibeamten für diese Aufgabe vorzusehen. Ungeklärt ist noch, wo man nachts so viele Evakuierte unterbringen kann.

40 Millionen Tonnen Gefahrgut transportiert die Bahn jährlich durch Deutschland. Um vorbereitet zu sein, stimmte der Ausschuss für die Anschaffung eines Großtanklöschfahrzeuges mit Wasserwerfer (Kosten: 340000 Euro) und weiterer technischer Geräte, finanziert durch Umschichtungen im Feuerwehrhaushalt.

Beschlussvorlagen der Grünen und der CDU zielten darauf ab, die zukünftigen Gefahren durch Zugunfälle mit gefährlichen Gütern zu verringern. Die Verwaltung wurde beauftragt, mit dem Verein " Störfall Bad Münder" zu kooperieren und über die kommunalen Spitzenverbände auf die Bahn für ein besseres Sicherheitskonzept einzuwirken.
Autor:
d.


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