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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Stüve und sein Gartenhaus am Sonnenhügel
Zwischenüberschrift:
150 Jahre alte Dokumente aufgetaucht
Artikel:
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Originaltext:
Stüve und sein Gartenhaus am Sonnenhügel

150 Jahre alte Dokumente aufgetaucht

Von Rainer Lahmann-Lammert

Sonnenhügel

Johann Carl Bertram Stüve (1798-1872), Bürgermeister von Osnabrück und Innenminister des Königreichs Hannover, ließ sich 1856 am Sonnenhügel ein turmähnliches Gartenhaus errichten. Daran erinnert der Straßenname " Am Turmhügel". Dokumente, die jetzt aufgetaucht sind, verraten Näheres.

Das Stüve' sche Gartenhaus muss Ende der 20er Jahre abgerissen worden sein. Aber es gibt ein altes Foto, Urkunden, Zeichnungen und sogar Rechnungen, die etwas über seine Entstehung verraten. Klaus Stüve (67), ein indirekter Nachfahre des berühmten Osnabrückers, ist kürzlich darauf gestoßen. Denkmalpfleger Bruno Switala forschte nach und fand in alten Bauakten die Bestätigung.

Das Foto zeigt ein turmartiges Gebäude, das mit seinen neoromanischen Fenstern an mittelalterliche Festungen erinnert. Ungewöhnliche Formen für ein Gartenhaus, aber vielleicht gar nicht so ungewöhnlich für den Bauherrn Johann Carl Bertram Stüve, dem das Denkmal vor der Volkshochschule gewidmet ist. Er hatte eine Leidenschaft für die Geschichte und damit vielleicht auch für historisierende Architektur.

Stadtbaumeister Wilhelm Richard, der auch das Stüvehaus (damals noch ein Krankenhaus) und das Realgymnasium an der Lotter Straße (heute emma-theater) im Rundbogenstil gestaltet hat, übernahm die Bauleitung für Stüves Gartenhaus. Jede Rechnung wurde von ihm sorgfältig geprüft, ob es um " 200 Stück Backstein" ging, um Dachdecker- oder Malerarbeiten. Einem Klempner namens Schröder kürzte er den Rechnungsbetrag von 88 auf 87 Taler. Der Handwerker quittierte den Zahlungseingang " dankend, doch habe ich nicht erwartet, diesen Abzug erleiden zu sollen, da ich glaube, nach den Verhältnissen der Zeit nicht zuviel gerechnet zu haben".

1856 war das Häuschen fertig. Ob Stüve schöne Stunden in seinem Garten am Süntelhügel verbracht hat, geht aus den jetzt entdeckten Unterlagen von Klaus Stüve nicht hervor. Johann Carl Bertram Stüve, der unverheiratet war und in der Familie seines Bruders an der Krahnstraße lebte, vererbte das Gartenhaus an seinen Neffen Prof. Dr. Carl Stüve. Der mochte sich offenbar nicht recht daran freuen: " Da zu viel Obst von der Kornstraßen-Jugend gestohlen wurde", habe er Garten und Gartenhaus aufgegeben, heißt es in einer handschriftlichen Notiz, die auf der Rückseite des Fotos vermerkt ist.

Auf dem Foto, dessen Alter unbekannt ist, lässt sich der Verfall des Häuschens schon erkennen. 1929 wurde auf dem Grundstück ein Wohnhaus errichtet. Ihm musste der Stüve-Turm weichen.

EINE FAMILIE: Johann Carl Bertram Stüve war der Urenkel von Klaus Stüve. Foto: Uwe Lewandowski

NEOROMANISCH: das Gartenhaus von Johann Carl Bertram Stüve. Auf diesem Foto ist der Verfall schon erkennbar.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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