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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Kohlmeise brütet gern im Schinkel
Zwischenüberschrift:
Die größte einheimische Meise mag die Stadt und die Menschen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kohlmeise brütet gern im Schinkel

Die größte einheimische Meise mag die Stadt und die Menschen

Von Gerhard Kooiker

Schinkel

Der Schinkel ist der am dichtesten besiedelte Osnabrücker Stadtteil. Die typische, geschlossene Blockrandbebauung ist straßenseitig hochversiegelt. Er gehört zu den wenigen Stadtteilen, die keine Wälder, Agrar- und Wasserflächen besitzen. Grünflächen in Form von Sportplätzen, Dauerkleingärten und kleinen Grünanlagen machen lediglich 7 % der Stadtteilfläche aus.

Also ein vogelfeindllcher Stadtteil, so denkt man. Doch weit gefehlt! In den vornehmlich großen und tiefen Innenhöfen, zum Teil mit kleingartenähnlicher Ausprägung und Nutzung, prangt das Leben. Hier wohnen viele typische Stadt- und Gartenvögel, die sich mit dem Menschen arrangiert haben. Einer davon ist die Kohlmeise. Sie ist die größte unter den einheimischen Meisen und ganz gewiss nicht nur im Schinkel, sondern überall in der Stadt anzutreffen. Nach Buchfink und Amsel ist sie dritthäufigste Vogelart Osnabrücks. Die Kohlmeise bewohnt alle Lebensräume der Stadt und erreicht in Parks, Friedhöfen, Kleingartenanlagen und in der Gartenstadtzone die höchsten Bestände. In dicht bebauten Stadtbereichen, wie hier in der Mehrfamilienhausbebauung des Schinkels, erreicht die Kohlmeise immer noch Bestandsdichten, die teilweise höher liegen als in den Laubwäldern. So ist im menschlichen Siedlungsbereich ihre Dichte zwei- bis dreimal höher als in ihrem ursprünglichen Lebensraum: dem lichten Laub- und Mischwald. Dies ist eine Folge des Nistkastenangebotes, was besonders in Kleingärten deutlich wird. Nur in der offenen Feldflur und in Industriegebieten dünnen ihre Bestände je nach Strukturvielfalt deutlich aus.

Der limitierende Faktor durfte in all diesen Biotopen das Höhlenangebot sein und weniger das Nahrungsangebot. Bekanntlich kann man mit Meisenkästen die Art ansiedeln und ihren Bestand sprunghaft erhöhen. Höchstwahrscheinlich brüten daher mehr Kohlmeisen in Nistkästen als in Naturhöhlen (Spechtlöcher, ausgefaulte Astlöcher, morsche, alte und kranke Bäume usw.).

Überdies nistet ein nicht unerheblicher Teil der Population in oder an Gebäuden, z.B. unter Dächern, in Lüftungsschächten und Mauerlöchern, ebenso in Ampeln, Lampenmasten, Eisenrohren und Briefkästen. Der Vogel bietet den Naturkundlern, die vor der eigenen Haustür arbeiten möchten, ein reiches Betätigungsfeld.

DIE KOHLMEISE ist die dritthäufigste Vogelart Osnabrücks. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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