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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Rechnung ohne den Wirt gemacht
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Fahrstühle für das Rathaus - CDU und FDP lassen Pläne noch einmal prüfen
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Originaltext:
Rechnung ohne den Wirt gemacht?

Fahrstühle für das Rathaus - CDU und FDP lassen Pläne noch einmal prüfen

Von Wilfried Hinrichs

Osnabrück
Es ist eine schwierige Operation: Mitten ins Herz des historischen Rathauses sollen Fahrstühle eingebaut werden, damit Rollstuhlfahrer problemlos die Sitzungssäle erreichen können. Warum zwei Fahrstühle? CDU und FDP lassen die Pläne noch einmalüberprüfen.

Seit Jahrzehnten wird an der Lösung herumgedoktert. Behindertenbeirat, Architekten, Denkmalschützer und Fachleute aus der Verwaltung entwickelten das Konzept der zwei Fahrstühle für ein barrierefreies Rathaus. Ein Lift im Nebengebäude (Bierstraße 28) soll die Behinderten in das erste Obergeschoss fahren. Von dort können sie in den historischen Teil gelangen und mit einem zweiten Lift in den Ratssitzungssaal rollen. Dieses Konzept schont die historische Bausubstanz, ist für die Behinderten aber umständlich.

CDU und FDP lassen die Architekten eine andere Variante durchrechnen. Sie schlagen vor, einen Aufzug vom Ratskeller bis zum Ratssaal zu bauen. Einen passenden Schacht gibt es bereits. Die Vorteile: kein zweiter Fahrstuhl, kein aufwändiger Umbau des Nebengebäudes, direkter Zugang für Behinderte von der Bierstraße.

Doch es gibt auch erhebliche Nachteile. Architekt Wilhelm Pörtner hält die Variante " grundsätzlich" für möglich. Der Aufwand, das verhehlt er nicht, wäre aber erheblich, denn der Bau würde einen spürbaren Eingriff in Küche und Restaurant des Ratskellers bedeuten. Die gesamte Entlüftung der Küche wird zurzeit durch den Schacht nach draußen geführt und müsste neu organisiert werden. Der Seitenraum des Restaurants mit der großen Tafelrunde würde neuen Sanitäranlagen geopfert werden müssen. Der Ratskeller würde Kapazitäten einbüßen und eine beliebte Ecke verlieren.

Hat die Politik die Rechnung ohne den Wirt gemacht? Pächter Horst Radloff, der seit 1992 den Ratskeller betreibt, hält sich diplomatisch mit einer Meinungsäußerung zurück. " Die Kompetenz für diesen Bau liegt in den Händen der Fachleute und des Rates", sagt Radloff. Er habe nicht das nötige Wissen. " Traurig wäre allerdings, wenn durch die Baumaßnahme der Ratskeller Schaden nehmen würde." Der Keller sei eine " über Osnabrück und Niedersachsen hinaus bekannte Institution" und wichtiger Anziehungspunkt von in- und ausländischen Gästen.

FDP-Fraktionsvorsitzender Thomas Thiele hält es " eigentlich für bescheuert", Rollstuhlfahrer durch das Rathaus hin und her zu schicken. Mit seiner Fraktionskollegin Irene Thiel von der CDU sei er sich einig, dass beide Varianten noch einmal genau geprüft werden sollten, um eine saubere Entscheidungsgrundlage zu haben.

CDU und FDP wollten nach Sparmöglichkeiten suchen. Angesichts der Haushaltslage müssten alle Ausgaben untersucht werden. 2, 7 Millionen, gestreckt auf drei Jahre, soll der gesamte Umbau des Rathauses (mit besucherfreundlichem Foyer) kosten. Thiele: " Wir wollen sehen, ob es nicht auch einfacher und preiswerter geht."

DAS KONZEPT für ein barrierefreies Rathaus: Behinderte erreichen den Ratssaal über das Nebengebäude (Bierstraße 28), fahren mit dem Aufzug ins erste Geschoss und rollen über eine Rampe in den historischen Teil. Dort soll es einen zweiten Fahrstuhl geben.

DER RATSKELLER würde eine Sitzecke verlieren, wenn der geplante Fahrstuhl bis in den Keller reichen würde. Der Vorteil: Es müsste nur ein Lift eingebaut werden. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Wilfried Hinrichs


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