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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der neue Tunnel wird abends geschlossen
 
Schultige?
Zwischenüberschrift:
Zum Weihnachtsgeschäft soll die Passage wieder aufblühen - Kosten von drei Millionen Euro
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der neue Tunnel wird abends geschlossen

Zum Weihnachtsgeschäft soll die Passage wieder aufblühen - Kosten von drei Millionen Euro

Osnabrück (hin)
Der Neumarkt-Tunnel ist jetzt Chefsache. Der Verwaltungsausschuss hat Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip beauftragt, die Planungen voranzutreiben. Ein Entwurf für die kosmetische Aufwertung der Passage liegt vor und soll am 25. März potenziellen Mietern vorgestellt werden.

Nach diesem Entwurf werden vier Eingänge geschlossen, und zwar die Treppe zur Johannisstraße und drei Aufgänge an den Bussteigen. Die Passage wird künftig nur noch zu den Geschäftszeiten geöffnet sein. Die Zugänge werden mit Glastüren versperrt. Offen bleibt abends nur noch der direkte Durchgang vom Kollegienwall zur Sportarena. Das Absperren ist nur möglich, wenn die Passage privatisiert wird. In der Verwaltungssprache heißt das " Entwidmung" und bedeutet, dass die heute als Verkehrsflächen ausgewiesencn Flächen der öffentlichen Nutzung entzogen werden. Diese Entwidmung hatten CDU und FDP im November abgelehnt, weil sie fürchteten, dass Fakten geschaffen werden könnten. Im Verwaltungsausschuss nahmen die Vertreter der Mehrheitsfraktion diese Entscheidung zurück.

Management soll Passage führen

Die Privatisierung hat weit reichende Folgen. Weil jetzt das private Baurecht gilt, muss beim Brandschutz erheblich nachgerüstet werden. Unter anderem ist eine Sprinkleranlage nötig, deren Einbau die Kosten für dieTunnelsanierung auf insgesamt drei Millionen Euro in die Höhe treibt. Die Deckenelemente werden erneuert, und mit modernen Lichteffekten soll die niedrige Decke kaschiert werden. Die blauen Hinweistafeln verschwinden.

Am 25. März werden die Pläne potenziellen Mietern vorgestellt. Die Vermarktung übernimmt das Unternehmen AM (früher MDC), das die Kamp-Promenade baut. Ein Centermanagement soll künftig die Neumarkt-Passage führen und die Werbung verstärken.

Ziel sei es, die neue Passage zum Weihnachtsgeschäft zu eröffnen, sagte gestern OPG-Geschäftsführer Karl-Heinz Ellinghaus. Der Stadtwerke-Pavillon werde " so bald wie möglich" abgerissen, danach mit der Erneuerung der Eingänge begonnen.

" Die öffentliche Kritik an der Stadt ist berechtigt", räumte Fip ein, denn die Politik habe in der Tunnel-Frage keine klare Linie erkennen lassen. Fip: " Es hat alles zu lange gedauert." Nun soll es durch eine Änderung der Zuständigkeiten um so schneller gehen. Die Osnabrücker Parkstätten-Gesellschaft (OPG) ist nur noch ausführendes Organ. Damit ist die Gesellschafterversammlung der OPG aus dem Entscheidungsprozess ausgeschlossen, der Stadtrat hat allein das letzte Wort. Beim so genannten Naschmarkt-Konzept hatte der Rat die Konzeption vollständig der OPG übertragen und war vom Tempo der Entwicklung überrascht worden.

LEERE SCHAUFENSTER, verhüllte Scheiben: Die Neumarkt-Passage bietet zurzeit ein trauriges Bild. Die Mietverträge sind Ende ???? ar ausgelaufen.

DER EINGANG Kollegienwall und die gegenüberliegende Treppe vor der Sportarena bleiben nach der Sanierung des Tunnels nachts geöffnet.

MIETER GESUCHT: Am 25. März werden neue Pläne für den Neumarkt-Tunnel vorgestellt. Die Sanierung wird nach ersten groben Schätzungen drei Millionen Euro kosten. Teuer wird der Einbau einer Sprinkleranlage. Fotos: Gert Westdörp

Neumarkt

Schuldige?

Von Wilfried Hinrichs

Die OPG wird zurückgepfiffen. Jetzt soll Fip es richten. Wer darin eine Schuldzuweisung sieht, verkennt die Hintergründe.

Die Gesellschafterversammlung der OPG hat ab sofort in der Tunnel-Frage nichts mehr zu sagen. Vorsitzender ist der in der CDU-Fraktion in Ungnade gefallene Wolfgang Klimm, der sich konsequent für die Modernisierung der Passage stark gemacht und den OPG-Geschäftsführern in der Naschmarkt-Strategie den Rücken gestärkt hatte. Aber: In der eigenen Fraktion gab es zu große Widerstände. Der Kurs der OPG stimmte mit dem Kurs der Ratsmehrheit nicht mehr überein. Die OPG forcierte das Tempo, die Ratsmehrheit trat auf die Bremse und suchte schließlich selbst das Gespräch mit den Mietern - ein sichtbares Zeichen für Kommunikationsprobleme zwischen OPG auf der einen Seite, CDU und FDP auf der anderen. Dieses Problem ist jetzt beseitigt. Die Stadtverwaltung nimmt die Fäden allein in die Hand.

Es keimt die Hoffnung, dass die Passage bald wieder auflebt. Die Kosten sind aber erheblich. Fünf Millionen Euro waren für den Naschmarkt kalkuliert worden, drei Millionen werden es in der kleineren Sanierungsvariante sein. Da stellt sich erneut die Frage der Alternative. Aber es gibt keine. Auch das Zuschütten würde viel Geld kosten - und nie etwas einbringen.
Autor:
hin


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