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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Tunnel-Mieter wollen kämpfen
 
Danke, das war´s: Bittere Abfuhr nach drei Jahren
Zwischenüberschrift:
Zu Investitionen bereit - Allerdings: Der Rat soll schnell entscheiden
 
Auch "Sonjas süße Welt" vor dem Aus
Artikel:
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Originaltext:
Tunnel-Mieter wollen kämpfen

Zu Investitionen bereit - Allerdings: Der Rat soll schnell entscheiden

Die Tunnel-Mieter haben genug vom Hin und Her um den Neumarkt: " Wir brauchen eine Entscheidung, wir brauchen Sicherheit, damit wir planen können", sagte Franz Mandel im Gesprach mit den Ratspolitikern von CDU und FDP.

Die Fraktionen hatten die Mieter ins Rathaus eingeladen, um mit ihnen über die Zukunft des Neumarkt-Tunnels und die Idee vom unterirdischen Schlemmermarkt zu sprechen, die die Parkstätten-Gesellschaft OPG favorisiert. Mieter, die in diesem Naschmarkt keinen Platz hätten, sind frustriert und fürchten um ihre Existenzgrundlage (siehe Bericht rechts).

Doch es regt sich auch der Kampfgeist: Bis kommende Woche wollen die Mieter ein Konzept vorlegen, wie sie sich die Zukunft der Passage vorstellen, wo sie Verbesserungen erwarten und vor allem, wie viel Geld sie selbst zu investieren bereit wären. Das Ziel definierten die Mieter bereits: Der Tunnel soll mit dem über Jahrzehnte erfolgreichen Branchenmix weitergeführt werden. Zuvor müsste allerdings der Tunnel renoviert werden. Hans-Dietmar Wessel forderte - wie andere Mieter auch -, die Eingänge freundlicher und heller zu gestalten. Reinhard Coppenrath, Sprecher der Tunnel-Gemeinschaft, regte an, mehr Deckenfreiheit zu schaffen: " Die blauen Schildern müssen runter." Werner Krüger, Chef des Textilkaufhauses am Neumarkt (ehemals Wöhrl),

Längere Rotphase für Fußgänger?

warnte vor einem Naschmarkt. Der Tunnel müsse als unkomplizierte Verbindung erhalten bleiben. Empört ist Krüger, dass die lange Diskussion um den Tunnel zu einem Investitionsstau geführt hat. " Die Rolltreppe, die zu uns führt, ist kaputt und wird nicht repariert. Das ist eine Katastrophe", schimpfte der Textilkaufmann.

Am kommenden Dienstag legt die OPG dem Verwaltungsausschuss aktualisierte Kostenpläne zur Tunnel-Gestaltung vor. Dann soll eine Entscheidung fallen. Die Naschmarkt-Skeptiker haben im Ausschuss offenbar die Mehrheit. 40 000 Passanten passieren täglich den Neumarkt, 43 Prozent davon oberirdisch. Als Sofortmaßnahme würden die Tunnel-Mieter den Fußgängerüberweg schließen. Wenn das nicht möglich sei, sagte Coppenrath, dann sollte zumindest die Rotphase für Fußgänger verlängert werden. (hin)

DAS KANN DAUERN: Weil die Zukunft des Neumarkt-Tunnels noch ungeklärt ist, verzichtet die OPG vorerst auf teure Reparaturen. Die defekte Rolltreppe Richtung Kaufhaus Krüger bleibt außer Betrieb. Foto: Jörn Martens

Danke, das war' s: Bittere Abfuhr nach drei Jahren

Auch " Sonjas süße Welt" vor dem Aus

Es war ihr Herzenswunsch, ein Traum, für den Sonja Schmidt viel riskiert hat: Ein eigenes kleines Geschäft in der Tunnelpassage am Neumarkt. Doch nach nur drei Jahren steht sie vor dem Ende ihrer Existenz. " Sonjas süße Welt"? - Ausgeträumt.

Dabei hätte alles so schön sein können. Der Tunnel war belebt, das Geschäft florierte. Die Kündigung beim Arbeitgeber, um endlich die eigene Herrin zu sein, rund 50 000 Mark Investition in den 20 Quadratmeter großen Laden - die Entscheidungen schienen die richtigen zu sein. Doch jetzt steht sie vor dem Scherbenhaufen ihrer Existenz. Die Kündigung flatterte im November ins Haus. Wenn sich das Blatt nicht schlagartig wendet, öffnet die 41-Jährige am 28. Februar zum letzten Mal die Türen ihres Süßwarengeschäfts.

Die Entscheidung, den Tunnel in eine Schlemmermeile umzuwandeln, kann Sonja Schmidt nicht verstehen, und sie ist sauer. " Frau Schmidt, das war' s. Danke für ihr Vertrauen", erinnert sie sich an den Tag, an dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie nicht mehr in das künftige Konzept der Tunnelpassage passe. " Ich war total geplättet und geschockt", berichtet sie. Seitdem weiß die Frau nicht, wie es weitergehen soll.

In der kurzen Zeit habe der Laden noch nicht genügend Profit abgeworfen, um die Kredite bei der Bank zu tilgen. Die will auch zukünftig ihr Geld. Aber wie soll das bezahlt werden, fragt sich die zweifache Mutter.

Ihr ursprünglich geschlossener Pachtvertrag hatte eine Laufzeit von 15 Jahren. Als ihr die Osnabrücker Parkstätten Gesellschaft (OPG) im Sommer einen neuen Vertrag zu vergünstigten Konditionen anbot, weil seit der Einführung des Fußgängerüberweges auf dem Neumarkt die Kundschaft im Tunnel ausblieb, unterschrieb sie. Die drei Monaten machte Sonja Schmidt nicht stutzig. " Ich habe mir nichts Schlimmes dabei gedacht", gesteht sie. Denn zu diesem Zeitpunkt sei vom so genannten Naschmarkt-Konzept noch nichts bekannt gewesen. Heute ist sie schlauer. " Ich hätte nie unterschrieben, wenn ich gewusst hätte, dass sie uns auf die Straße setzen." Sonja Schmidt ist enttäuscht von der Stadt. " Ich fühle mich total hintergangen."

Was nun aus ihr wird, weiß sie noch nicht. Ein kleines Fünkchen Hoffnung besteht noch. Sie schaue sich zwar nach einer anderen Ladenfläche um, aber in der Lage, bei den Preisen und der Größe sei nichts Vergleichbares zu finden. Die Konsequenz? Ladenschluss, Arbeitslosigkeit und ein Berg Schulden... (mho)

ES SIEHT FINSTER AUS: Sonja Schmidt fürchtet um ihre Existenz. Foto: Jörn Martens
Autor:
hin, mho


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