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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Brötchentaste: Ein Modell für Osnabrück?
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Kostenloses Kurzparken im Test
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Brötchentaste: Ein Modell für Osnabrück?

Kostenloses Kurzzeitparken im Test

Autofahrer in Oldenburg bejubeln die so genannte Brötchentaste. Wer schnell etwas erledigen muss, kann 15 Minuten am Bahnhof kostenlos parken. Die Osnabrücker SPD sieht darin auch ein Modell für die Hasestadt. Die CDU winkt ab.

Die Ausgangslage der beiden Städte ist genau gegensätzlich. Für die Autofahrer in Oldenburg bedeutet der Automat mit der Brötchentaste einen Fortschritt, weil sie fürs Kurzparken nicht mehr ins Portemonnaie greifen müssen. Für Autofahrer in Osnabrück wäre die Einführung ein Rückschritt, weil sie das Ende des gebührenfreien Parkens mit der Parkscheibe bedeuten würde.

Der Finanzexperte der SPD-Stadtratsfraktion, Boris Pistorius, hatte in seiner Haushaltsrede in der Dezembersitzung des Rates die Brötchentaste erneut ins Spiel gebracht. 400 000 Euro, so seine Rechnung, würde die Stadt einnehmen. Zurzeit verzichtet Osnabrück auf Parkeinnahmen von rund einer halben Million Euro im Jahr. Je nach Standpunkt wird die Einbuße eher auf 500 000 oder 600 000 Euro geschätzt.

Pistorius ist überzeugt, dass damit auch der Missbrauch eingeschränkt werden kann. In manchen Zonen am Rande der Innenstadt blockieren Dauerparker die Plätze an den Straßen. Die Autobesitzer drehen einfach ihre Parkscheibe weiter.

Die CDU/ FDP-Mehrheit lehnt das Modell ab. Viel zu bürokratisch, so CDU-Fraktionschefin Irene Thiel in ihrer Haushaltsrede. Der technische Aufwand wäre erheblich. Das bestätigt der technische Leiter der Parkstätten-Gesellschaft (OPG), Karl-Heinz Ellinghaus. Die Parkautomaten sind seit zwei Jahren außer Betrieb und müssten intensiv überholt werden. Außerdem sind sie noch auf D-Mark gemünzt. Die Programmierung sei " aber im Prinzip möglich".

Das Prinzip ist einfach: Wer nur rasch Brötchen und eine Zeitung kaufen will, ordert am Parkautomaten einen Kurzparker-Schein und legt ihn unter die Windschutzscheibe. Wenn jemand länger parken will, wird die erste halbe Stunde nicht berechnet.

Die Brötchentaste macht inzwischen Karriere in deutschen Städten, zum Beispiel in Kiel, Heide und Kamp-Lintfort. In Münster wird sie demnächst in Teilen der Innenstadt eingeführt. Oldenburg hat am 2. Januar entsprechende Automaten vor dem Hauptbahnhoftestweise in Betrieb genommen. Die Stadt will zunächst beobachten, wie andere Städte damit umgehen, und ermitteln, wie viel Geld eine flächendeckende Parkfreiheit die Stadt kosten würde. Hintergrund ist ein Bundestagsbeschluss vom 23. November 2003, in dem Kommunen völlig freie Hand bei der Gebührengestaltung gelassen wurde. Es fehlt noch die Zustimmung des Bundesrates, die als sicher gilt.

Die Brötchenparker in Oldenburg übernehmen eine besondere Verantwortung, wie die " Nordwest-Zeitung" schreibt. Wenn sie zu sehr schummeln, könnte die Stadt zu dem Schluss kommen, dass die Sache zu teuer wird - und die Gebührenpflicht wieder einführen.

DIE BROTCHENTASTE macht Karriere. Immer mehr Städte erlauben Autofahrern das kostenlose Kurzzeitparken. Die SPD schlägt die Regelung auch für Osnabrück vor, die CDU hielte dasfür einen Rückschritt. Das Foto entstand in Kamp-Lintfort. Foto: dpa
Autor:
hin


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