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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Künftig ein namensloses Grab unter hohen Bäumen?
Zwischenüberschrift:
Neue Bestattungsformen nach dem Friedwald-Konzept
Artikel:
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Originaltext:
Seebestattungen, anonyme Beerdigungen oder die Urne unter einem " Familienbaum" im Walde - das Bedürfnis nach alternativen Bestattungsformen nimmt offensichtlich zu. Darauf reagiert auch die Stadt Osnabrück: Künftig sollten auf den städtischen Friedhöfen auch Grabstellen unter schönen alten Bäumen angeboten werden.

So sieht es jedenfalls ein Vorschlag der Friedhofsverwaltung vor, der am kommenden Mittwoch (28. Januar, um 17 Uhr im Stadthaus) auf den Tisch des Ausschusses für Umwelt und Feuerwehr kommt. Dazu Fachbereichsleiter Detlef Gerdts: " Die Nachfrage nach solchen Grabstellen wird immer größer." Die Gründe dafür könnten nach seiner Ansicht darin liegen, dass vermehrt auf die Kosten geachtet wird, oder dass veränderte Familienstrukturen eine regelmäßige Grabpflege verhindern.

Deshalb will die Friedhofsverwaltung künftig in Osnabrück auf dem Heger Friedhof, dem Friedhof in Atter und auf dem Waldfriedhof in der Dodesheide geeignete Flächen für neue Bestattungsformen reservieren. Gedacht ist dabei zunächst an eine naturnahe Bestattung auf einer Wiese, wobei die Angehörigen auf eigene Kosten einen Baum auf der Grabstätte pflanzen können. Außerdem denkt Gerdts an Grabstellen in vorhandenen " waldartigen Lagen" unter den dort stehenden alten Bäumen.

Ruhestätte unter eigenem Baum

Diese Urnengräber ohne weitere Kennzeichnungsmöglichkeiten, ohne Grabsteine oder Blumenpflanzung könnten sowohl für Einzelpersonen wie auch Gruppen oder Familien angeboten werden, erklärte Gerdts: " Wir orientieren uns dabei an Bestattungsformen, wie sie jetzt schon in dem Friedwald im Gehn bei Bramsche existieren."

Aus rechtlichen Gründen sind in Deutschland auch anonyme Urnenbeisetzungen nur auf dafür gewidmeten Friedhofsflächen möglich. Im Gehn hat die Gemeinde Bramsche für den Friedwald zum 5. Dezember letzten Jahres entsprechende Flächen ausgewiesen.

Das kommerzielle Unternehmen Friedwald mit Sitz in Bad Nauheim bietet Ruhefristen von 99 Jahren unter einem persönlich ausgewählten Baum und erhebt dafür gestaffelte Gebührensätze - je nach Ästhetik des Baumes und abhängig von der Zahl der vorgesehenen Urnen.

In Osnabrück liegen auf den städtischen Friedhöfen die Preise für eine einfache Urnen-Beisetzung im Reihengrab mit 20-jähriger Ruhefrist derzeit bei 400 Euro, für 430 Euro kann die Urne auch auf einem anonymen Gräberfeld auf der großen Wiese auf dem Heger Friedhof beigesetzt werden. Wahlgräber sind dann ab 1000 Euro zu haben.

Allerdings hat die Friedwald GmbH sich den Markenschutz für die Bestattung unter Bäumen im Wald patentieren lassen und für das Land Niedersachsen einen Exklusiv-Vertrag mit der staatlichen Forstverwaltung abgeschlossen.

Friedwald-Geschäftsführerin Petra Bach sieht deshalb solche Bestrebungen wie in Osnabrück als ein allerdings zulässiges Konkurrenzprodukt an: " Nachahmer treten jetzt häufiger auf, nachdem wir Bewegung in die Diskussion um neue Bestattungsformen gebracht haben."

Ob es also zu einem Rechtsstreit um diese Idee kommen wird, ist derzeit ungewiss. Detlef Gerdts wollte noch keine Prognosen zu den Realisierungschancen des Projekts abgeben, denn er sei " nicht ganz sicher, wie die Po litik in dieser Frage denkt", sagte er jetzt.

AUF DIESER WIESE auf dem Heger Friedhof sind bereits heute anonyme Urnenbeisetzungen möglich. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
fhv


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