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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine weisse Amsel zieht in Atter die Blicke auf sich
Zwischenüberschrift:
Gefiederter Albino lebt ohne Tarnung sehr gefährlich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Eine weiße Amsel zieht in Atter die Blicke auf sich

Gefiederter Albino lebt ohne Tarnung sehr gefährlich

Der Anrufer Helmut Grüning am anderen Ende der Leitung war aufgeregt und berichtete von einer seltenen weißen Amsel, die seit einigen Tagen in seinem Garten in Atter herumhüpfe. So etwas habe er noch nie gesehen. Das Tier war scheuer als die normal gefärbten Artgenossen. Dennoch ließen sich die Merkmale eines lupenreinen Albinos gut erkennen: rote Augen und helle Beine. Überdies weist der gelbe Schnabel auf ein Männchen hin.

Immer wieder überrascht es uns, eine Amsel oder einen anderen Vogel im weißen oder gescheckten Federkleid zu sehen, womöglich unter regulär gefärbten Artgenossen. Mehr oder weniger weiß gefärbte Individuen bis zu vollständigen Albinos kommen wahrscheinlich bei allen Vogel- und Säugetierarten vor und fallen naturgemäß stark auf, viel stärker als die Schwärzlinge. Häufig sind solche Weißlinge allerdings nicht. Mir sind bisher nur Amseln, Haussperlinge, Rabenkrähen und Mäusebussarde begegnet. Keiner dieser Weißlinge war ein echter Albino wie hier der Vogel in Atter. Denn keiner hatte rote Augen, sondern dunkle, und fast alle hatten neben weißen auch mehr oder weniger normal gefärbte Federn.

Totaler Albinismus liegt dann vor, wenn allen Federn, auch Haut und Augen, das Pigment fehlt. Auch im Vogelpark Walsrode kann man diese Merkmale an einer Al-bino-Rabenkrähe studieren.

Wie kommt es zu solchen Farbabweichungen? Die Federn der Amseln sind zum größten Teil mit einem schwarzen Pigment, dem Melanin, durchsetzt. Melanin wird von spezialisierten Zellen, den Melanoblasten, gebildet. Fehlen die Pigmentzellen oder können sie kein Pigment bilden, so entstehen weiße Federn. Das führt zu teilweisem oder vollständigem Albinismus, der gelegentlich bei Stadtpopulationen von Amseln und Haussperlingen beobachtet wird, aber auch bei anderen Arten auftritt. Farbabweichungen sind vererbbar, so dass sich weiße oder gescheckte Amseln durchaus mehrere Jahre in einer Population halten können.

Braunes oder schwarzes Amselgefieder dient der Tarnung. Tarnfarben bieten in erster Linie Schutz vor Feinden. Weiße oder teilweise weiße Amseln und auch andere Kleinvögel können sich in der Natur nicht halten, da sie leicht eine Beute von Greifvögeln und Raubsäugern werden und somit einer starken Auslese unterliegen.

GANZ IN WEISS: Was der Mensch vielleicht als schön empfindet, macht der Albinoamsel das Leben schwer. Foto: Robert Groß
Autor:
Gerhard Kooiker


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