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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Parkplatz zu klein: IKEA will neu verhandeln
 
Sehr ernst
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Düte-Überschwemmungsgebiet soll frei bleiben - Ausschuss-Entscheidung sorgt für Irritationen
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Parkplatz zu klein: Ikea will neu verhandeln

Düte-Überschwemmungsgebiet soll frei bleiben - Ausschuss-Entscheidung sorgt für Irritationen

Macht Ikea einen Rückzieher? Der Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses, das Überschwemmungsgebiet der Düte von Parkplätzen frei zu halten, macht den schwedischen Möbelriesen nachdenklich. " Das ist für uns ein Problem", sagte eine Sprecherin gestern.

Ikea braucht nach eigenen Angaben 1 600 Einstellplätze. Ein Parkplatz in dieser Größe würde das Überschwemmungsgebiet der Düte berühren. Die Verwaltung hatte dem Stadtentwicklungsausschuss einen entsprechenden Entwurf vorgelegt, der von den Ratsmitgliedern aber abgelehnt wurde - einstimmig, wie der Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Klimm (CDU) sagte. Grundlage der Ausschuss-Entscheidung ist das so genannte Düte-Abflussmodell, das vorausberechnet, wo sich im Falle eines Hochwassers die Düte ausbreiten kann, ohne Schaden anzurichten. Nach den Jahrhundert-Hochwassern waren überall in Deutschland die Abfluss-Modelle überarbeitet worden.

Durch die neue Überschwemnumgsgrenze verliert Ikea 230 Einstellplätze. " Wir benötigen diese Plätze", sagte eine Sprecherin des Möbelhauses. Der Standort Osnabrück sei nach wie vor " interessant", aber über die Parkplatzfrage müsse nachverhandelt werden. Ob Ikea die Standortwahl von eventuell fehlenden 230 Einstellplätzen abhängig macht, wollte die Sprecherin nicht sagen.

Doch die Lage scheint ernst. So ernst, dass Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip in der kommenden Woche zu Gesprächen mit der Geschäftsführung von Ikea-Deutschland nach Hofheim-Wallau reist, dem Sitz der Deutschland-Filiale. Fip selbst wurde von der Entscheidung des Stadtentwicklungsausschusses überrascht, wie er einräumt. " Wir gehen davon aus, dass Ikea bei der Standortentscheidung bleibt", sagte der Oberbürgermeister. Er werde versuchen, einen Kompromiss zu erzielen. Ikea sei " eines der wichtigsten Vorhaben, um die Handelszentralität der Stadt zu sichern".

Wolfgang Klimm (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, sieht die Entwicklung " nicht ganz so dramatisch". Zwar sei die Parkplatzfrage gewiss " ein erheblicher Einschnitt" für Ikea, aber die Planung stehe noch ganz am Anfang. " Wir hören jetzt, was die Träger der öffentlichen Belange zu sagen haben und wägen dann ab", so Klimm. Er persönlich könne sich vorstellen, einen Parkplatz aus wasserdurchlässigem Material zu bauen, der bei Hochwasser einfach gesperrt werden könne. (hin)

Ikea-Parkplatz

Sehr ernst

Von Wilfried Hinrichs

230 Parkplätze mehr oder weniger werden einen weltweiten Konzern doch nicht von seinen Plänen abbringen, könnte man denken. Hoffentlich täuschen sich die Ratsmitglieder da nicht.

Denn auch das Möbelhaus leidet unter der Konsumflaute in Deutschland und muss sein Investitionsprogramm genau im Blick behalten und überprüfen. Dabei könnte ein ins Auge gefasster Standort, der mit Komplikationen verbunden wäre, leicht von der Liste gestrichen werden.

Das heißt nicht, dass sich die Kommunalpolitiker erpresst fühlen müssen oder einem Großinvestor eine Gefälligkeit erweisen sollen. Von ihnen wird erwartet, dass sie sorgsam zwischen ökologischen Grundsätzen und ökonomischen Erfordernissen abwägen - und nach Kompromissen suchen.

Der Kompromiss liegt in diesem Fall nahe: Was spräche dagegen, den Parklatz so zu bauen, dass die Düte sich im Fall eines Jahrhundert-Hochwassers auf Teilen der Fläche ausdehnt? Ikea könnte die vorübergehende Einengung gewiss verkraften, und der Düte würde kein bleibender Schaden zugeführt.

Es wäre ein Jammer, wenn das Ikea-Projekt an dieser Detailfrage scheitern würde.

DIE DÜTE MACHT IKEA SORGEN: Darf der Parkplatz in das Überschwemmungsgebiet ragen? Das Möbelhaus kann nach eigenen Angaben nicht auf die 230 Einstellplätze verzichten, die dem Hochwasserschutz geopfert werden sollen.Foto: Gert Westdörp
Autor:
hin


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