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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Spezielle Bakterien fressen das Umweltgift
Zwischenüberschrift:
Nach dem Chemie-Unfall im Fledder: Endgültige großtechnische Sanierung hat begonnen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In unscheinbaren gelben Kesseln vollzieht sich ein kleines Wunder: Auf chemiespezialisierte Bakterien machen aus einer mit Acrylnitril verseuchten Giftbrühe wieder sauberes Wasser. Die großtechnische Sanierung des Chemieunfalls vom Februar 2002 im Fledder hat mittlerweile begonnen.

In der Nacht vom 16. Februar waren damals beim Brand mehrerer Kesselwagen etwa 40 Tonnen hochgiftiges Acrylnitril zusammen mit drei Millionen Liter Löschwassser im Gleisgelände des Güterbahnhofs versickert. Nach Schadensbegrenzung und einer ersten Pilotanlage hat die Bahn AG jetzt das optimierte Sanierungsverfahren in Betrieb genommen.

Auf der 2500 Quadratmeter großen Schadfläche hat sich demnach wird aber durch eine Pumpengalerie aufgehalten. in einem Horizont zwischen zwei und zehn Meter Tiefe ein Grundwasser-See gebildet, der mit 0, 1Gramm Acrylnitril pro Liter Wasser belastet ist. Das Grundwasser drückt in Richtung zur nebenan vorbeifließenden Hase, wird aber durch eine Pumpengalerie aufgehalten.

Dr. Thomas Meyer-Uhlich hat als Gutachter das Sanierungsverfahren mit entwickelt. In dem von der Firma Züblin Umwelttechnik bestückten Stahlblech-Schuppen erläutert er den Ablauf:

Aus sieben Förderbrunnen auf dem Schadensareal werden täglich bis zu 60 Tonnen Wasser gefördert. Es läuft durch einen dreistufigen Bioreaktor, wo spezialisierte Bakterien das Acrylnitril in seine Bestandteile Kohlenstoff, Stickstoff und Wasser zerlegen. " Dann messen wir noch weniger als ein Milligramm pro Liter, nach der Reinigung über Aktivkohlefilter noch weniger als 0, 03 Milligramm pro Liter." Dieses Wasser sei damit so sauber, dass es unschädlich in die Hase geleitet werden könne, betonte der Diplom-Geologe.

Allerdings werde die Reinigungsanlage " noch einige Jahre" laufen müssen, so der Experte. Erfreulich jedoch: Mittlerweile sind die spezialisierten Mikroben auch im Erdboden unter den Gleisen aktiv geworden, was die Techniker anhand der Spaltprodukte im geförderten Wasser nachweisen können. " Die Natur hilft mit, diese Katastrophe zu beheben", so Meyer-Uhlich.

Die Kosten der Katastrophe vom vergangenen Jahr trägt die Deutsche Bahn AG. Allein für die Sanierung fallen etwa fünf Millionen Euro an. (fhv)

Bilduntertitel:

DREI MILLIONEN LITER LÖSCHWASSER haben nach dem Unfall im Februar das Gift ins Grundwasser geschwemmt. Foto: Klaus Lindemann

ZUTRITT VERBOTEN: In diesen unscheinbaren Blechschuppen auf dem Güterbahnhofsgelände arbeitet die Anlage zur Grundwasser-Sanierung.Foto: Elvira Parton
Autor:
fhv


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