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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Herrenteichswall: Krumme Wege und eine Hasebrücke
Zwischenüberschrift:
Um 1900: Blumen auf dem Wall und Alleebäume - Alte Karten als Quelle der Stadtgeschichte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Herrenteichswall: Krumme Wege und eine Hasebrücke

Um 1900: Blumen auf dem Wall und Alleebäume

Als vor 30 Jahren im Zuge der Stadtsanierung Osnabrück zur Großstadt demoliert werden sollte, wurde allen Ernstes der Plan diskutiert, von der Hasestraße eine Schneise quer durch den Herrenteichswall Richtung Nonnenpfad zu schlagen. Diese Idee hatte einen Vorläufer, wie eine jetzt im Staatsarchiv restaurierte Karte aus der Zeit um 1900 beweist.

Der 2, 75 Meter lange und einen Meter breite Plan für ein " Project der Niederlegung des Herrenteichswall und der an seiner Stelle zu errichtenden Anlagen" wurde um das Jahr 1900 vom damaligen Stadtbaurneister Hackländer entworfen. Die Herrenteichslaischaft hat ihn restaurieren lassen und fertigte zudem farbige Sicherheitskopien für die Denkmalpflege und das Vermessungsamt an.

Der Haarmannsbrunnen ist noch nicht gebaut. Aber immerhin muss er schon in der Diskussion gewesen sein: Sollte doch der " Möserplatz" am Kopf der Wallanlage in " August-Haarmann-Platz" umgetauft werden.

Hackländer hatte eigene Vorstellungen für den Herrenteichswall. Offensichtlich wollte er am Fuße der Wallmauer eine Straße mit Alleebäumen entlangführen, wäh-

Alte Karten als Quelle der Stadtgeschichte

rend der Wall selbst zu einer Parkanlage mit verschlungenen Wegen, Blumenrabatten, Buschgruppen und Sitzecken umgestaltet werden sollte.

Zu diesem Zweck hätte die Mauer noch einmal, wie schon 50 Jahre zuvor, um einige Meter abgesenkt werden müssen. Die 1850 gepflanzte Lindenallee wäre verschwunden. Und die Böschung zur Hase hin wäre radikal abgeflacht worden.

Ebenso rigoros ging der Stadtbaumeister damals mit der Straßenführung um. Von der Großen Domsfreiheit in Höhe des Priesterseminars wollte er eine Straße samt Brücke Richtung Nonnenpfad und Carlsring schlagen. " Eine Horrorvorstellung" für den städtischen Denkmalpfleger Bruno Switala: " Manche Pläne werden zum Glück niemals Wirklichkeit", kommentierte er jetzt das Fundstück aus dem Vermessungsamt.

Weil sich aber in diesem Plan sowohl der konkrete Zustand der innerstädtischen Topografie wie auch die Pläne und eine idealisierte Vorstellung verbinden, seien solche Karten " eine unschätzbare Quelle der Stadtgeschichte", sagte Switala: " Sie gehören einfach zum Handwerkszeug der Denkmalpflege." (fhv)

EINE STRASSE sollte nach dem Willen der Stadtplaner um 1900 entlang des Herrenteichswalles gebaut werden. Hier der Planausschnitt vom heutigen Haarmannsbrunnen.
Autor:
fhv


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