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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Landwehrgraben ist aus dem Betonbett befreit
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Für 400 000 Euro wurde der alte Wasserlauf restauriert
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Originaltext:
Der Landwehrgraben ist aus dem Betonbett befreit

Für 400 000 Euro wurde der alte Wasserlauf renaturiert

400 000 Euro haben Stadtwerke und Stadt Osnabrück investiert, um den historischen Landwehrgraben in Dodesheide naturnah umzugestalten. Einige Bewohner des Stadtteils sehen die Renaturierung mit gemischten Gefühlen.

Im Mittelalter war die Landwehr eine Abgrenzung des Stadtgebietes und ein Verteidigungssystem. Durch tiefe Gräben und hohe Wälle sollte das Vieh vor Übergriffen geschützt werden, erläuterte Bruno Switalla vom Amt für Denkmalpflege jetzt bei der offiziellen Abnahme der Bauarbeiten.

In heutiger Zeit sind die Überreste der historischen Befestigungsanlagen durch die Bautätigkeiten der vergangenen Jahrhunderte und durch natürliche Einwirkungen ganz verschwunden oder nur noch zu erahnen. Auch auf dem 770 Meter langen Teilstück vom Regenrückhaltebecken an der Cloppenburger Straße bis zur Vehrter Landstraße prägten bislang hässliche Betonschalen und ein künstlich begradigter Wasserlauf das Landschaftsbild.

Vor allem nördlich der Lerchenstraße sind die Auswirkungen von einem Jahr Umbauzeit jetzt deutlich sichtbar: Die Wasserbauexperten haben ein völlig neues, naturnahes Gewässer geschaffen. Der Beton ist verschwunden, die Uferböschung wurde mit natürlichen Bruchsteinen gestaltet, die von der Baustelle an der Caprivistraße stammen. Die Wasserführung hat nun einen geschwungenen Verlauf. In ein paar Jahren wird sich hier eine natürliche Bach- und Ufervegetation gebildet haben. Der alte, schnurgerade Wasserlauf wird von den Stadtwerken zukünftig als Regenrückhaltebecken genutzt.

Parallel zu dem Landschaftsensemble verläuft ein neu angelegter Fuß- und Radweg. Der Erdwall der ehemaligen Landwehr soll zukünftig nicht mehr begangen und befahren werden - Hindernisse wie dicke Steinbrocken verwehren vor allem jugendlichen BMX-Fahrern den Zugang.

" Die Landwehr bleibt als historisches Dokument lesbar", freute sich Denkmalschützer Switalla, und Christine Balks vom Fachbereich " Grün und Umwelt" lobte, Wasserwirtschaft und Naturschutz würden hier mit dem Aspekt der Naherholung verbunden.

Diesem einhelligen Lob der städtischen Vertreter wollte Birgit Strangmann vom " Runden Tisch" Dodesheide nicht widersprechen. Die Kooperation zwischen Bürgern und Stadtwerken verliefe gut. Dennoch gebe es auch Kritikpunkte bei den Anwohnern. So wichtig Wasserwirtschaft, Naturschutz und Denkmalpflege seien: Jugendlichen, beispielsweise den erwähnten BMX-Fans, werde im Zuge solcher Umbaumaßnahmen zunehmend Freifläche genommen. Vor allem die Pläne, nun auch noch den Bolzplatz neben dem Gemeinschaftszentrum in ein weiteres Regenrückhaltebecken zu verwandeln, stießen auf Widerstand.

Ganz andere Sorgen hatte eine Anwohnerin, die aus dem Haus kam, als sie die Besuchergruppe bemerkte. Zwischen dem neuen Fußweg und ihrer Grundstücksgrenze hat die Stadt einen hohen Metallzaun gezogen. Wie sie denn jetzt das Unkraut hinter dem engmaschigen Zaun jäten solle, wollte sie wissen und forderte: " Da muss Beton hin!". Dieter Hübner, Kanalbauleiter bei den Stadtwerken, versprach eine andere, naturnahe Lösung zu finden. (ack)

EIN NEUER WASSERLAUF führt durch den Dodesheider Landwehrgraben. Parallel verläuft ein Fuß- und Radweg. Die naturnah gestaltete historische Wehranlage soll hingegen zukünftig nicht mehr betreten werden. Bei der offiziellen Abnahme der Bauarbeiten wurde noch einmal eine Ausnahme gemacht.

WO ZUVOR BETON WAR, haben die Wasserbauexperten die Uferböschung mit natürlichen Bruchsteinen befestigt. Diese stammen von der Baustelle an der Caprivistarße. Fotos: Michael Hehmann
Autor:
ack


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