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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Das Kalken der Wälder ist reine Augenwischerei"
Zwischenüberschrift:
Was in Osnabrück vom Himmel fällt, kommt von der Ruhr
Artikel:
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Originaltext:
" Das Kalken der Wälder ist reine Augenwischerei"

Was in Osnabrück vom Himmel fällt, kommt von der Ruhr

Von Wilfried Hinrichs

Der saure Regen ist aus den Schlagzeilen verschwunden, doch das Problem ist geblieben, wie der Osnabrücker Bodenwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Mueller in einem Interview mit unserer Zeitung sagt. Mueller lehrt und forscht an der Fachhochschule und ist Vizepräsident der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft

Frage: Herr Mueller, Sie sagen, Osnabrück liegt in der Abgasfahne des Ruhrgebietes und hat deshalb ein Problem mit dem Boden. Das klingt wie eine Warnung aus vergangenen Zeiten. Hat der technische Fortschritt, haben Katalysator und moderne Filter nichts bewirkt?

Antwort: Die Schadstoffe kommen aus der Verbrennung und dem Verkehr. Bei der Verbrennung hat der Schadstoffausstoß etwas nachgelassen, auch bei der Emission pro Fahrzeug. Allerdings ist die Zahl der Autos so stark gestiegen, dass der Schadstoffausstoß insgesamt gleich geblieben ist.

Frage: Wer misst die Schadstoffe, die über Osnabrück niedergehen?

Antwort: Das macht das Umweltbundesamt. Wir bekommen die Berichte und werten sie aus.

Frage: Welche Schadstoffe kommen hier an?

Antwort: Umgewandeltes Schwefeldioxid, also Schwefelsäure, das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht. Beim Autoverkehr entstehen Stickoxide, die hier niedergehen.

Frage: Wie wirken sich die Stoffe aus?

Antwort: Als saurer Regen.

Frage: Ist das Problem schlimmer geworden?

Antwort: Ja. Wir haben eine punktuell hohe Belastung zum Beispiel im südwestlichen Teutoburger Wald im Bereich Bad lburg. Dort sind die ersten Erhebungen in der Hauptwindrichtung, dort regnet es es sich aus. Osnabrück liegt glücklicherweise auf der Windschattenseite. Deutlich nachgelassen haben in den letzten Jahren die Staubeinträge. Allerdings ist der Staub, der jetzt niedergeht, sehr viel stärker mit Schwermetallen belastet.

Frage: Wie ist das zu erklären?

Antwort: Die Filtertechnik ist besser geworden. Die gröberen Partikel werden zurückgehalten, aber die kleineren, an denen die Schwermetalle leichter anhaften, gehen in die Luft.

Frage: Wird der Boden unter unseren Füßen immer schlechter?

Antwort: Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht, weil die Bauern dem entgegenwirken, zum Beispiel durch das Kalken des Bodens. In der Forstwirtschaft ist es anders, dort nimmt die Bodenverschlechterung zu.

Frage: Aber der Wald wird doch auch gekalkt...

Antwort: Das ist reine Augenwischerei. Die Mengen, die ausgebracht werden, sind viel zu gering. Zurzeit werden pro Hektar drei bis fünf Tonnen Kalk ausgebracht, nötig wären mindestens 15 Tonnen pro Hektar, um eine Verbesserung zu erreichen. Das ist meine persönliche Meinung, andere sehen das sicher anders. Und natürlich ist das Ganze auch eine wirtschaftliche Frage. Die Kalkungen aus der Luft sind sehr teuer.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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