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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Eduard Petersilies Hotel wechselte die Straßenseite
Zwischenüberschrift:
Oktober 1902: Langes Warten vor den Bahnübergängen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Eduard Petersilies Hotel wechselte die Straßenseite

Oktober 1902: Langes Warten vor den Bahnübergängen

Von Christiana Keller

Schon lange ein Stein des Anstoßes, aber täglich ein wiederkehrendes Ärgernis für die Benutzer waren die langen Wartezeiten an den Bahnübergängen Schillerstraße und Buersche Straße. Anlässlich der ersten gemeinschaftlichen Sitzung der städtischen Gremien im Oktober 1902 kam dieses Thema wieder auf die Tagesordnung. Zu den Wartezeiten an den Schranken kam es wegen der Rangiertätigkeit am Güterbahnhof, der sich damals neben dem alten Hannoverschen Bahnhof befand, also mitten zwischen den beiden Ausfahrstraßen nach Osten und Norden.

Nur eine Verlegung des Güterbahnhofs vor die Tore der Stadt konnte hier helfen, aber die Verantwortlichen bei der Bahn rührten sich nicht.Bürgermeister Rißmüller beschwichtigte die Bürgerschaftsvertreter und deutete an, er habe bereits Gespräche geführt, nähere Einzelheiten wollte er jedoch nicht nennen.

Mitte Oktober übernahm der bekannte Gastwirt Eduard Petersilie das Hotel " Drei Kronen", dessen bisheriger Pächter sich in Hannover ein Haus gekauft hatte. Petersilie zog mit Sack und Pack auf die andere Straßenseite und nahm auch den bewährten Namen " Hotel Germania" zum neuen Standort mit. Sein altes Hotel gab er dem Umbau preis, hier entstand ein Wohn- und Geschäftshaus. Petersilie bekam auf diese Weise ein frisch renoviertes Hotel und den herrlichen und weit bekannten Biergarten an der Hase, der dem Publikum somit erhalten blieb. Heute, 100 Jahre später, nimmt Galeria Kaufhof das gesamte Grundstück ein, auf dem sich Hotel und Garten einst befunden haben.

Der Osnabrücker Turnverein feierte im Oktober sein 41. Stiftungsfest mit einem Schauturnen. Die kraftstrotzenden Vorführungen der Männerriegen waren wie immer vortrefflich. Einen " besonderen Reiz" bekam das Fest, wie der Reporter der Osnabrücker Zeitung begeistert berichtete, durch das Schauturnen der ersten Damenturnabteilung. In " kleidsamen Kostümen", nämlich in engen Matrosenjacken

" Entzückt von so viel Grazie und Anmut"

mit langen Röcken, führten die Damen " Reigen" auf, turnten " recht elegant" am Barren, an den Ringen und an den Doppelstangen. Tosender Applaus bejubelte die jungen Frauen am Ende, das Publikum war " entzückt von so viel Grazie und Anmut".

Mit der Aufgabe, in der Stadt sorgfältig zu zeichnen, arbeitete vor hundert Jahren ein Regierungsbaumeister aus Hannover in Osnabrück. Für das geplante Buchprojekt " Die Baudenkmäler der Provinz Hannover" ließ er sich besonders Kunstgewerbegegenstände vorlegen, die er sorgfältig studierte und zu Papier brachte. Noch heute ist der prächtige Band eine Fundgrupe für Interessierte an Alt-Osnabrück.

An der Neuen Straße waren zwei Häuschen, Nummer 6 und 7, abgerissen worden. Nachträglich spekulierte man über ihr Alter und vermutete in ihnen die nun verlorenen ältesten Wohnhäuser der Stadt, denn sie hatten rundbogige Türen, sehr dicke Mauern und waren zum Wall hin fensterlos gewesen. Zuletzt hatten die Tuchmacher hier bedürftigen Hinterbliebenen von Innungsbrüdern ein Obdach geboten.

RUNDBOGIGE TÜREN und dicke Mauern: Waren das die ältesten Wohnhäuser der Stadt? Vor 100 Jahren wurden die Häuser Neue Straße Nr. 6 und 7 abgerissen. Das Foto von 1899 haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück" entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.
Autor:
Christiana Keller


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