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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Im Hörner Bruch: Den Wald zum Müllplatz gemacht
 
Drecksarbeit
Zwischenüberschrift:
Gibt Coupon Hinweis auf Besitzer?
 
Hörner Bruch
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Im Hörner Bruch: Den Wald zum Müllplatz gemacht

Gibt Coupon Hinweis auf Besitzer?

Das städtische Umweltamt versucht es auf die ironische Art. " Sind Sie sicher, dass Ihre Abfälle hier hingehören?", fragt das Schild auf dem Parkplatz nahe beim Waldstück Hörner Bruch in Sutthausen. Irgendjemand hat die Frage auf seine Weise beantwortet - und Holzabfälle, Kartons, Kunststoff- sowie Karosserieteile vor das Schild gekippt.

" Das finde ich unmöglich", regt sich Manuela Hoppe (40) auf. Die Hagenerin ist wie viele Jogger und Spaziergänger regelmäßig Gast im Wald. Jedes Wochenende sind wir dort", sagt die 40-jährige. Sie hat die Nase voll davon, immer wieder den Müll anderer Leute zu entsorgen. Seit 1984 hat Heiko Brosig (41) vom städtischen Fachbereich Grün und Umwelt mit wild entsorgtem Müll zu tun. Fälle wie jetzt heim Hörner Bruch werden ihm täglich " ein bis zwei Mal" gemeldet. Rund 450 Hinweise zählt er pro Jahr. " Man ärgert sich immer wieder", sagt der Umweltschutzexperte. Es sei " ziemlich dumm", seinen Dreck in freier Natur abzuladen. Brosig: " Die Bürger müssen dafür anteilig wieder mehr bezahlen. Denn je mehr Unratstellen von der Stadt beseitigt werden, desto teurer wird insgesamt die Abfallentsorgung." Dabei bieten die Deponie Piesberg mit einer Schadstoff-Sammelstelle und ein Schadstoffmobil, das alle Stadtteile anfährt, die Möglichkeit, sämtliche Schadstoffe von Elektronikschrott bis Autobatterien bequem loszuwerden.

Wer allerdings so uneinsichtig ist wie der Müllfrevler im Hörner Bruch, muss mit einer Geldstrafe zwischen 300 und 500 Euro rechnen. Mindestens. " Wer seinen Dreck in die Gegend wirft, kann sogar zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden", sagt Polizeisprecher Martin Ratermann (42). Nach seinen Worten existiert seit 1989 unter dem Dach der Polizeiinspektion Osnabrück-Stadt eine Ermittlungsgruppe Umwelt mit drei Beamten. " Etwa 1 000 Vorgänge im Jahr bearbeitet diese Gruppe", sagt der Sprecher. Das Spektrum reiche von Müllhaufen in der Natur bis zu Autowracks am Straßenrand.

Er spricht bei der Aufklärung von einer " hohen Erfolgsquote". Der Grund: Kontoauszüge und andere persönliche Papiere im Müll führen auf die Spur. Das könnte beim Hörner Bruch übrigens auch der Fall sein: Im Müll befinden sich ein Coupon mit einer gut lesbaren Adresse, eine Holztür mit blauer Aufschrift " Geschäftsleitung" sowie ein Karton mit dem Schriftzug " Tugra", der Thymianwasser enthielt. (kj)

SPURENSUCHE: Heiko Brosig vom städtischen Fachbereich Grün und Umwelt durchstöbert den Abfall auf dem Parkplatz beim Waldstück Hörner Bruch nach Hinweisen auf den Umweltfrevler.

Foto: Klaus Jongebloed

Hörner Bruch

Drecksarbeit

Von Klaus Jongebloed

Die Stadt versucht, mit Geldbußen und Plakatkampagne Müll und Hundekot in der City zu verhindern. Offensichtlich ist das aber eher - um im Bild zu bleiben - der kleine Mist. Im Grunde genommen muss man am Verstand derjenigen zweifeln, die ihren Dreck in freier Natur abladen. Weder Schilder noch Geldstrafen scheinen wirklich zu fruchten. Die guten Appelle schon gar nicht. Mit Blick auf die Naturfrevler erscheinen selbst die ehrenwerten Umwelt-Säuberungsaktionen von Vereinen in anderem Licht: Es sieht so aus, als sind sie für Müllfrevler sogar noch Ansporn, so weiter zu machen - ganz nach dem Motto: Die andern machen den Dreck schon weg.
Autor:
kj


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