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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Erst einmal schmunzeln"
Artikel:
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Originaltext:
" Erst einmal schmunzeln"

Zu Tills Lehrerglosse " Systemfehler" (Ausgabe vom 15. August) und den Leserbriefen " Auf Lehrer eingehauen" (Ausgabe vom 30. August).

" Über die Glosse musste ich, wie viele andere Leser wohl auch, erst einmal schmunzeln. So etwas kann schon mal vorkommen, natürlich sind nicht alle Lehrerinnen und Lehrer begeisterungsfähig und engagiert, wer wollte das im Ernst erwarten? Sind etwa alle Schülerinnen und Schüler fleißige Streber? Und wer von den Eltern, die sich über Tills Episode prächtig amüsierten, war denn auf der letzten Elternversammlung? Aber es ist einfach nicht in Ordnung, wenn hier ein einzelner Vorfall als Beleg für die Verallgemeinerung herangezogen wird: , Seht her, so sind sie eben, die faulen Säcke, auch hier in Osnabrück!' Dieses Bild ist schief und falsch, besonders für unsere Stadt. Im Laufe meiner mehrjährigen Tätigkeit an der , Pädagogischen Umweltberatung an Schulen in Osnabrück' - die seit dem neuen Schuljahr von meiner Kollegin weitergeführt wird - hatte ich zahlreiche Gelegenheiten, mit Lehrerinnen, Lehrern und Schülern der Stadt Umweltprojekte zu entwickeln und umzusetzen. Ob es sich um Schulhofgestaltung, Energiesparprojekte, Mülltrennung oder Umweltrallyes handelte - ohne das Engagement der Lehrkräfte, in der Regel auch außerhalb ihrer Arbeitszeit - wäre da kaum so viel gelaufen. Ich erinnere mich an viele Arbeitstreffen mit Lehrkräften in Freistunden, nach dem Unterricht, in den späten Nachmittags- und Abendstunden, wo nach landläufiger Meinung der , faule' Lehrer sowieso nur in der Sonne liegt und höchstens noch seinen Grill anschmeißt. Auch an manchen Freitagnachmittagen, die meisten Büromenschen waren schon längst in das Wochenende entschwunden, wurden im Projektbüro noch Aktivitäten für Schulklassen geplant - von denen viele auch an Samstagen oder Sonntagen stattfanden! Springender Punkt war häufig nicht das Lehrerengagement, sondern die Schwierigkeit, genügend Eltern zur Mithilfe zu bewegen. Meine Kollegin verwendet heute viele ideenreiche Konzepte und Unterrichtsmaterialien, welche , umweltengagierten' Lehrkräfte für unsere Projekte entwickelt haben - da stecken oft viele Arbeitsstunden drin, die in der Freizeit abgeleistet wurden, ohne materiellen Gegenwert oder Stundenausgleich, nur um der Sache willen. Und es handelt sich bei diesen Lehrkräften auch nicht um seltene Ausnahmen, sondern bislang fand die Pädagogische Umweltberatung noch an jeder Schule, mit der sie zusammengearbeitet hat, entsprechende Unterstützung, für die ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte. Verständlich, dass sich diese Lehrerinnen und Lehrer angegriffen fühlen, sie sind auch zu recht beleidigt und frustriert, wenn sie mit den unzweifelhaft auch vorhandenen faulen , Säcken' in selbige gesteckt werden und die gleiche Prügel kassieren müssen. Im Interesse der Osnabrücker Schulen, die schon genug Probleme zu bewältigen haben, wäre ein genaues und interessiertes Hinschauen förderlicher als das pauschale Bedienen von Vorurteilen."

Ursula Wilm-Chemnitz

Lotter Straße 91

Osnabrück

Von 1996 bis 2002 tätig in der " Pädagogischen Umweltberatung an Schulen in Osnabrück"
Autor:
Ursula Wilm-Chemnitz


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