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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Global denken, lokal handeln: Das Ziel schon aus den Augen verloren?
 
Agenda 21
Zwischenüberschrift:
Die Stadt wollte ihren Eigenverbrauch halbieren - doch der steigt weiter
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Zehn Jahre nach Rio, drei Tage vor Johannesburg: Osnabrück und die Lokale Agenda 21

Von Rainer Lahmann-Lammert

Global denken, lokal handeln - war da was? Ach ja, auch Osnabrück hat sich nach der Rio-Konferenz zum nachhaltigen Leben und Wirtschaften verpflichtet. Es gibt zehn Arbeitskreise, die eine neue Kultur der Bürgerbeteiligung in die Stadt gebracht haben. Aber alles, was nach Selbstbeschränkung klingt, droht langsam, aber sicher in Vergessenheit zu geraten.

Hinweise auf eine weltweite Klimaerwärmung gab es schon, aber an Überschwemmungskatastrophen und Wirbelstürme dachten nur die wenigsten, als das Rio-Protokoll nach 1992 in Osnabrück zum Thema wurde. Die Stadt setzte sich das ehrgeizige Ziel, den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2010 zu halbieren. Und zwar bezogen auf die Zahlen von 1990. Zum Vergleich: Der Bund hatte sich " nur" eine Reduzierung von 25 Prozent auferlegt. Doch jetzt zeichnet sich ab, dass das eine ebenso wie das andere nicht mehr zu schaffen ist.

Prof. Dr. Klaus Kuhnke kommt in seiner Zwischenbilanz zu dem Schluss, dass sich der CO2-Ausstoß in Osnabrück seit 1990 sogar um 6, 5 Prozent erhöht hat. Auffallend ist, dass es ein leichtes Minus bei der Raumwärme (- 7, 1 Prozent) und beim Verkehr (- 8, 2 Prozent) gegeben hat. Die Zunahme beim Stromverbrauch (+ 14, 4 Prozent) und bei der Prozesswärme (+ 17, 34 Prozent) zehrt die Ersparnis jedoch locker auf.

Kuhnkes Energiebilanz lässt aber auch Lichtblicke erkennen. So erzielt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen (Wind, Wasser, Sonne) mit einem satten Plus von 212 Prozent die höchsten Wachstumsraten. Auch wenn sich die durch sauberen

Neumarkt-Impulse aus dem Arbeitskreis

Strom eingesparte Menge an Kohlendioxid in der Gesamtbilanz noch recht bescheiden ausnimmt, setzt der Agenda-Arbeitskreis Energie, Bauen und Wohnen darauf seine Hoffnungen.

Seit 1994 arbeiten engagierte Bürgerinnen und Bürger an der Lokalen Agenda 21 in Osnabrück. Umwelt und Klima sind dabei nur ein Schwerpunkt von vielen. Ganz im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung stehen soziale Fragen, Stadtplanung und Bürgerbeteiligung ganz oben auf der Agenda für das 21. Jahrhundert. Neu ist die Offenheit, mit der sich interessierte Stadtbewohner an Diskussionen beteiligen, für die sich bislang nur Kommunalpolitiker interessierten.

Mancher Impuls ist einer Agenda-Arbeitsgruppe entsprungen, zum Beispiel die Idee, ein Bürgergutachten für den Neumarkt zu erstellen. So wurden vor einem Jahr nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger beauftragt, sich stellvertretend für den Rest der Bevölkerung den Kopf zu zerbrechen. Die Empfehlung, den Neumarkt vom Autoverkehr zu befreien und als Platz zu gestalten, war eine faustdicke Überraschung. Allerdings hat sich die Politik bislang schwer getan, diese Empfehlung als Ausdruck des Bürgerwillens zu akzeptieren.

Andere Arbeitskreise machen sich Gedanken über eine Neubewertung der Arbeit für Frauen, suchen nach Lösungen für ein Miteinander der Generationen oder sorgen dafür, dass die Wünsche von Kindern und Jugendlichen in die Politik einfließen. Wir werden die Agenda-Arbeitskreise und ihre Projekte in den kommenden Wochen auf unseren Lokalseiten vorstellen. Weitere Informationen gibt es unter www.osnabrueck.de/ politik/ agenda21 . html.

Agenda-Samstag, 24. August

10 bis 16 Uhr Aktionen auf dem Theatervorplatz und in der Fußgängerzone.

11 Uhr Eine Weltkugel rollt durch die Stadt, Anstoß ist am Theatervorplatz. Begleitet wird diese Aktion vom Theater " Improvisorium".

13.30 Uhr Improvisationstheater auf dem Theatervorplatz

Weitere Aktionen: Der Agenda-Arbeitskreis Energie präsentiert einen 20 Meter langen Windradflügel und einen großen mobilen Sonnenkollektor. Der Arbeitskreis " Fairer Handel" stellt den " Osnabrück Kaffee" vor, die Grüne Schule der Universität Osnabrück lädt zum Mitmachprogramm " Von der Kakaobohne zur Schokolade" ein, und der Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft, Konsum informiert über regional erzeugte Lebensmittel. Darüber hinaus gibt es weitere Informationen zur Lokalen Agenda und eine Kinderhüpfburg für die Kinder.

Donnerstag, 29. August

20 Uhr Energiediskussion im Rathaus: " Wo stehen wir heute - wo wollen wir hin?" Politiker, Stadtwerke- und Agenda-Vertreter diskutieren über die Energiepolitik in . Osnabrück (Eintritt frei).

Zur Sache

Agenda 21

1992 fand in Rio de Janeiro die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen statt, bei der die Agenda 21 von 178 Staaten verabschiedet wurde. Did Agenda 21 dient als Leitbild für eine nachhaltig zukunftsfähige Entwicklung. Sie fordert die heutige Generation auf, ihr Leben so zu gestalten, dass folgende Generationen in ihren Möglichkeiten nicht eingeschränkt oder gefährdet werden. Zehn Jahre nach Rio findet nun vom 26. August bis 4. September die Folgekonferenz in Johannesburg statt.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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