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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Parkchaos am Moskau: Feuerwehr bleibt stecken
 
Park-Ordner wären gut
Zwischenüberschrift:
Hitzige Diskussion zwischen Badegästen und Autofahrern
 
Verkehrschaos am Moskau
Artikel:
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Originaltext:
Parkchaos am Moskau: Feuerwehr bleibt stecken

Hitzige Diskussion zwischen Badegästen und Autofahrern

" Da ist doch massig Platz. Da kommt doch ein Panzer durch", sagt der junge Autofahrer, der auf der Sandstraße halb auf dem Bürgersteig parkt, leicht aggressiv. Ein Panzer bestimmt, der würde seinen Wagen auch unsanft beiseite schieben, doch das 2, 30 Meter breite Löschfahrzeug der Feuerwehr bleibt stecken. Tausende strömten auch gestern wieder ins Moskau - und das Verkehrschaos rings herum war groß bis lebensgefährlich.

Das die Anwohner rings um das Moskaubad an schönen Tagen für die letzten 200 Meter bis zum Haus schon mal 15 Minuten brauchen und dann keinen Parkplatz vor der Haustür bekommen, damit haben sie sich wohl oder übel abgefunden. " Aber was passiert, wenn mein kleiner Sohn mit Streichhölzern zündelt und die Feuerwehr kommen muss oder ich mit einem Herzinfarkt in der Wohnung liege?", fragte neulich ein Anwohner der Limberger Straße.

Dieser Frage ging gestern Nachmittag, bei Hochbetrieb im Schwimmbad, die Besatzung eines Tanklöschfahrzeuges der Feuerwehr nach. Die Antwort: " Wir kommen nicht durch." An der Limberger Straße, direkt vor dem Moskau-Eingang, parkten auf beiden Seiten die Autos, weitere standen in " zweiter Reihe". " Wenn hier ein Haus brennt, können wir die Drehleiter nicht einsetzen, denn die braucht Platz zum Ausfahren der seitlichen Stützen", sagt Karl-Heinz Boes. Einige Meter weiter, auf der Rückseite des Bischof-Lilje-AItenheimes, das gleiche Bild, Autos auf beiden Straßenseiten, Stoßstange an Stoßstange. " Wenn es dort brennt und wir von beiden Seiten anrücken müssen - keine Chance." An der Sandstraße parken zwei Wagen gegenüber einer Fahrbahnverengung. " Wir müssten aussteigen, die Pfosten absägen und über die Grünfläche fahren", sagt die Fahrzeugbesatzung. Oder der gesamte Löschzug müsste rückwärts aus der engen Sandstraße rollen. " Ein Rettungswagen käme vielleicht mit Mühe noch durch", sagt Boes.

Kurz bevor die von der Feuerwehr alarmierte Polizei anrückt, muss jemand im Freibad Bescheid gesagt haben, dass sich auf der Straße etwas tut.

" Alle, die in der Sandstraße parken, müssen ihre Wagen wegfahren", tönt es aus dem Moskau-Lautsprecher. Kaum eine Minute später flitzen Männer und Frauen in Badekleidung, Autoschlüssel in der Hand, aus dem Freibad.

Und dann beginnen die Diskussionen. Mit der Feuerwehr, der Polizei, den Anwohnern. " Die parken auf den Gehwegen, das ist für die Kinder gefährlich", sagt ein Anwohner, und aus einem Fenster ruft ein Zweiter: " Die haben sogar schon auf unserem Rasen im Vorgarten geparkt."

" In diesem und im nächsten Jahr gibt es nur ein Freibad in Osnabrück. Und ringsherum gibt es keine Parkplätze", schimpft ein Falschparker, um sofort von einem Anwohner getadelt zu werden: " Überall in den Nebenstraßen ist Platz." Die Polizisten hingegen müssen Nachhilfeunterricht geben, weil die Falschparker die Fragen der Führerscheinprüfung vergessen haben. Warum darf man auf der linken Seite der Sandstraße nicht parken? Weil man nicht auf dem Gehweg parken darf, ganz einfach. " Und wie ist das da hinten? Da ist eingeschränktes Halteverbot", fragt doch tatsächlich eine junge Autofahrerin. " Weil man da nur zum Be- und Entladen halten darf. Und Sie waren doch wohl im Freibad", klären die Beamten auf. Und eine andere Fahrerin will es genau wissen: " Auf dem Parkstreifen darf ich doch stehen ...?"

Stinksauer ist ein junger Mann, dem die städtischen Politessen einige Stunden zuvor ein Knöllchen verpasst haben. " Der Wagen hinter meinem hat keines. Das ist Willkür", schimpft er, ohne zu wissen, wann die Politessen abrückten und der Hintermann gekommen ist. " Auf die Parkverbotsschilder habe ich gar nicht geachtet, hier war so ein schöner Schattenplatz", sagt eine andere Autofahrerin, zieht das Knöllchen unter den Wischblättern weg und fährt von dannen.

" Daran habe ich gar nicht gedacht", sagen andere, die von den Feuerwehrleuten auf die Behinderung aufmerksam gemacht wurden. " Aber mit den Kindern und den ganzen Badesachen kann ich nicht weit laufen", trotzt eine junge Mutter den Vorwürfen.

Nach zehn Minuten hat sich das Falschparken auf der Sandstraße gebessert. Die Feuerwehr rückt ab, die Polizei mit dem Hinweis " Ruhender Verkehr ist Sache der Stadt" ebenfalls. Und fünf Sekunden später stellt ein neuer Badegast sein Fahrzeug dorthin, wo die Sandstraße verengt ist und nun wieder kein Löschfahrzeug durchkommen kann.

Verkehrschaos am Moskau

Park-Ordner wären gut

Von Beate Dammermann

Es ist schon erschreckend, wie gedankenlos (übrigens nicht nur rings um das Moskau) mitunter geparkt wird. Wer länger als erlaubt an der Parkuhr steht, riskiert ein Knöllchen, schadet aber niemandem. Wer Rettungswege zuparkt, kann Leben in Gefahr bringen.

Vielleicht sollten ja statt Knöllchen Aufforderungen zur Fahrschul-Nachschulung verteilt werden: Die gestern deutlich gewordene Unkenntnis vieler Autofahrer, wo man nicht parken darf, war erschreckend.

Doch auch die Stadt muss etwas tun. Nicht nur ab und an, wenn Anwohner genervt anrufen, die Politessen schicken, die dann eine halbe Stunde " Tickets" verteilen. Wenn' s " brummt" rings um das Freibad, müssen die städtischen Verkehrshüter öfter kommen und - wie es gestern in einigen krassen Fällen nötig gewesen wäre - auch Fahrzeuge abschleppen lassen.

Außerdem: Noch ein weiteres Jahr bleibt das Moskau das einzige Osnabrücker Freibad. Das Verkehrschaos der vergangenen Tage wird sich garantiert wiederholen. Andere Großveranstalter müssen genügend Parkplätze stellen beziehungsweise Park-Ordner. Das wäre am Moskau auch nötig.

FÜR DAS LÖSCHFAHRZEUG gab es gestern auf der Sandstraße kein Durchkommen. Badegäste des Mokau verstopften die umliegenden Straßen

Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
d.


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