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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Weggeworfene Zigarettenkippe - zehn Euro fällig
 
Interessanter Versuch
Zwischenüberschrift:
Stadt will Sauberkeit durchsetzen
 
Einsatz des OS-Team
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Weggeworfene Zigarettenkippe - zehn Euro fällig

Stadt will Sauberkeit durchsetzen

Die achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder Getränkedose, das auf der Straße fallen gelassene Würstchenpapier, der Hundehaufen - wer kennt die Ärgernisse nicht. Für die Verursacher könnte dies bald teuer werden.

Die Stadt bereitet sich darauf vor, diese Umweltverschmutzer zur Kasse zu bitten. Zehn Euro könnte etwa die Zigarettenkippe kosten, ebensoviel Getränkedose, Pappbecher oder - teller, wenn sie nicht in den dafür vorgesehenen Papierkorb geworfen wurden, sondern auf der Straße landen. Größere Gegenstände, etwa das wild entsorgte Fernsehgerät, werden deutlich teurer.

Diese und weitere Regelungen werden in der neuen Gefahrenabwehrverordnung zusammengefasst, wie der Erste Stadtrat Karl-Josef Leyendecker gestern auf Anfrage mitteilte. Und sie sollen nicht etwa nur auf dem Papier stehen, sondern auch in der Praxis konsequent zur Geltung gebracht werden. Dabei setzt die Stadt auf ihren zentralen Ordnungsdienst, das so genannte OS-Team, das in Kürze im gesamten Stadtbereich, vor allem allerdings in der Innenstadt zum Einsatz kommt. Zehn Mitarbeiter des Ordnungsamtes, durch " schicke Uniformen" - so Lyendecker - deutlich erkennbar, werden dann Streife gehen, die kleinen und größeren Umweltsünden registrieren und ahnden. Dabei können sie gegebenenfalls die Sünder direkt zur Kasse bitten, wie der Leiter des Fachbereichs Bürger und Ordnung, Rolf Elbracht, sagte. Starttermin ist der 1. November. Die Mitglieder des OS-Teams (OS steht für Ordnung und Sicherheit), die derzeit intensiv auf ihre neue Aufgabe vorbereitet werden, sollen dann während der gesamten Geschäftszeiten unterwegs sein, auch an Samstagen.

Ihren Dienst sollen sie von einem Büro aus versehen, das in der Deutsch-Passage eingerichtet wird. Diese Räume müssen allerdings noch umgebaut werden, stehen also nicht sofort zur Verfügung, sondern voraussichtlich erst Anfang März 2003.

Bei der Verhängung von Verwarn- und Bußgeldern will die Stadt nicht sofort ernst machen. In den ersten Wochen

In der Anfangsphase nur die " gelbe Karte"

sollen die OS-Teamler vor allem um Verständnis für die Notwendigkeit von Sauberkeit im Stadtbereich werben, hier und da auch " die gelbe Karte zeigen", so Leyendecker. Erst anschließend werden sie durchgreifen.

Die Aufstellung des OS-Teams und seine Sanktionsmöglichkeiten haben keineswegs zum Ziel, mehr Geld in die Stadtkasse zu schaffen, wie Leyendecker und Elbracht übereinstimmend betonten. Vielmehr gehe es darum, dem allgemein beklagten, auch in Osnabrück erkennbaren " schleichenden Trend zu Verunreinigungen entgegenzutreten". Denn dessen Folgen sind fatal für die Attraktivität der Städte: Menschen werden abgeschreckt, vor allem ältere zudem verängstigt. (hs)

Einsatz des OS-Teams

Interessanter Versuch

Von Heiko Schlottke

Erlaubt war schon bisher nicht, dass jemand Zigarettenkippe oder leere Coladose aus lauter Bequemlichkeit fallen lässt. Nur: Konsequenzen hatte er nicht zu befürchten. Das soll anders werden. Wenn der zentrale Außendienst auf den Straßen der Stadt halten kann, was sich seine Initiatoren davon versprechen, wäre dies ein großer Schritt voran. Nicht mehr aus dem Schreibtisch im Stadthaus am Rande der City schwerfällig und eher hilflos reagieren, verwaltungsmäßig tätig werden, Bescheide hinauszuschicken - und oft genug erleben müssen, dass trotz dieser Bemühungen kleine und auch größere Vergehen nicht geahndet werden können, Verfahren im Sande verlaufen; sondern deutlich sichtbar Präsenz demonstrieren, gegebenenfalls auch sofort einschreiten. Das ist der Erfolg versprechende Weg, kleine und große Dreckspatzen zum Umdenken zu bewegen.

Steckt hinter dem Experiment, das die Stadt jetzt startet, überzogenes Ordnungs und Sauberkeitsdenken? Keineswegs. Die kleinen, aus der allgemein zunehmenden Acht- oder Rücksichtslosigkeit begangenen Sünden ziehen größere nach sich, aus der kleinen Schmuddelecke wird ganz rasch eine große. Ganz schnell erwächst daraus ein Bild der Verwahrlosung. Für das Florieren der City, wirtschaftliches Herz der Stadt, gibt es kaum Schlimmeres. Der Versuch mit dem OS-Team soll dem entgegenwirken. Ihm ist aller Erfolg zu wünschen.
Autor:
hs


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