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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Ein Ökologe steht künftig am Ufer
Zwischenüberschrift:
Regenrückhaltebecken: Stadtwerke reagieren sofort auf Anwohnerkritik
Artikel:
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Originaltext:
Künftig arbeiten die Stadtwerke und die Naturschützer der Stadtverwaltung Hand in Hand, wenn es um das Entschlammen von Regenrückhaltebecken geht. So wird die Arbeit der Stadtwerke-Techniker jetzt von einem Gewässerökologen begleitet, und Fische sollen vorher abgefischt werden. Schon ab heute wird das neue Konzept am Becken Cloppenburger Straße umgesetzt.

Dort im Stadtteil Dodesheide hatte es in der vergangenen Woche Kritik von Anliegern am ökologisch unsensiblen Verhalten der Stadtwerke-Mitarbeiter an einem anderen Gewässer gegeben. " Uns war nicht klar, dass sich sogar artengeschützte Tiere in den Teichen befinden und wir tun jetzt selbstverständlich alles, um Hochwasserschutz und Naturschutz miteinander in Einklang zu bringen", betonten gestern Stadtwerke-Sprecher Peter Horenburg und der zuständige Abteilungsleiter Dieter Hübner.

Darüber freut sich Helmut Schmitz von der Naturschutzbehörde. Das Ausbaggern sei ein " schwer wiegender Eingriff in einen artenreichen Lebensraum", sagte er. Auf der anderen Seite dienten die Becken in erster Linie dem Hochwasserschutz. Die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen seien auch nicht genehmigungspflichtig. Um so mehr sei das Engagement der Stadtwerke anzuerkennen.

In dem 30 Jahre alten Becken an der Cloppenburger Straße haben sich rund 2 000 Kubikmeter Schlamm gesammelt. Er vehindert, dass das Becken bei Wolkenbrüchen seine ausgleichende Funktion noch erfüllt. " Da hängt die halbe Dodesheide dran", erklärte Hübner. Außerdem stinke der Schlamm im Sommer bei sinkendem Wasserspiegel und störe den Naherholungsbereich rund um die Ufer.

Schmitz und Hübner bescheinigten den 90 Becken im Stadtgebiet eine wichtige Filterfunktion. Der von den Straßen eingeschwemmte Schlamm sei nämlich nicht zuletzt durch Brems- und Reifenabrieb schadstoffbelastet und werde in den Becken aufgefangen. " Ansonsten käme er in Bäche und Flüsse", so Hübner.

Heute beginnt das Abpumpen des Wassers. Zum Schutz der Fische wird um das Pumpenfloß ein Netz gespannt. Danach werden die Fische elektrisch abgefischt, wobei Mitglieder der Niedersächsisch Westfälischen Anglervereinigung tatkräftig mithelfen. Die Fische und geborgenen Teichmuscheln werden zum anderen Becken gebracht und dort eingesetzt. Am Montag koffern dann zwei Bagger den Schlamm aus, der per Lkw zur Deponie Piesberg gebracht wird.

Die Anlieger sollen per Postwurfsendung darüber informiert werden, was vor ihrer Haustür passiert. " Nur bei Regen müssen wir alles aus technischen Gründen abblasen", sagte Hübner. Die Gesamtmaßnahme kostet 30 000 Euro, in denen rund 3 000 Euro für die ökologischen Begleitmaßnahmen stecken. (fr)

HOCHWASSERSCHUTZ und Artenschutz müssen sich nicht ausschließen. Das finden auch Helmut Schmitz und Dieter Höbner (rechts).

Foto: Elvira Parton
Autor:
fr


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