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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Sintflutartiger Regen: Fast überall hiess es: "Land unter"
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Feuerwehren in der Region hatten beim dritten Gewittereinsatz in drei Wochen alle Hände voll zu tun
Artikel:
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Originaltext:
Besorgter als noch vor einigen Wochen schaut mittlerweile wohl jeder gen Himmel, wenn ein Gewitter anrollt. So katastrophale Ausmaße wie an der Elbe hatte das Unwetter am Samstagabend über Osnabrück zum Glück nicht, doch fast flächendeckend herrschte in der Stadt " Land unter", nach dem 19 mm (= Liter) Regen heruntergeprasselt waren.

Um 18.02 Uhr erreichte der erste Notruf die Feuerwehrzentrale, dann ging es Schlag auf Schlag. Gullys hatten sich zu Fontänen entwickelt, Keller liefen voll Wasser, Autofahrer mussten anhalten, weil ihnen der starke Regen die Sicht versperrte. Straßensenken waren unpassierbar, wie an der Hermann-Ehlers-Straße kurz hinter dem Bahnhof, an der Straßenbaustelle An der Blankenburg oder - wie üblich - unter der Bremer Brücke.

Im Landkreis rückten die Wehren mehr als 100 Mal aus, um vollgelaufene Keller leer zu pumpen. Schwerpunkte waren hier Georgsmarienhütte, Hasbergen, Belm, Bissendorf sowie Venne und Ostercappeln.

" Gewittereinsätze sind normal, aber es ist ungewöhnlich, dass dies der dritte Großeinsatz innerhalb von drei Wochen war", sagten Michael Rohling und Markus Gehle von der Feuerwehr am späten Abend. Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Wehren von Voxtrup, Haste, Stadtmitte, Neustadt, Schinkel und Sutthausen waren über zwei Stunden mit 106 Leuten an 60 Stellen im Einsatz, vor allem in Gretesch, Lüstringen, Darum, Voxtrup und der Weststadt samt Hellern und Sutthausen. Mehrere Stunden dauerte der Einsatz an der Martinistraße, wo fünf Keller unter Wasser standen, der Estrich hochgedrückt worden war und außerdem noch ein Benzinkanister umkippte. Am Tannenkamp wurde wegen einer defekten Rückschlagklappe Schmutzwasser in den Keller und fast bis ins Erdgeschoss gedrückt, die Stadtwerke rückten mit einem Saugwagen aus. Verzweiflung bei Familie Nolte in der Düstruper Bauerschaft: Nicht zum ersten Mal rauschten die Fluten von der Straße in den tiefer gelegenen Hof, das Vieh im Stall stand im Wasser. " Das passiert immer wieder. Keiner fühlt sich zuständig", klagte die Familie.

Zu allem musste dann noch der Löschzug ausrücken: An der Holsten-Mündruper Straße sollte nach einem Blitzeinschlag ein Haus brennen. Doch das stellte sich als Fehlalarm heraus: Durch einen Übermittlungsfehler vom Mieter an den Vermieter war aus " Wasser im Keller" ein Blitzeinschlag geworden.

" Weil in ganzen Stadtteilen der Notstand ausgebrochen war, sind die Feuerwehreinsätze kostenlos", hieß es von der Feuerwehr. Ausnahmen gab es da, wo (zum Beispiel wegen eines dubiosen, überlaufenden Brunnens im Keller) die Betroffenen selbst Verursacher waren. 60 Einsätze absolvierten die Feuerwehrleute, doch weit mehr Menschen hatten angerufen und Wasser im Keller gemeldet. " Meist hat sich das nach kurzer Zeit von selbst erledigt", sagte Michael Rohling. Die Feuerwehr bat die Osnabrücker, bei Gewitterüberschwemmungen wirklich nur im Notfall anzurufen. " Zehn Zentimeter Wasser im Keller kann man selbst beseitigen, die laufen auch von allein wieder ab." Die Feuerwehr müsse Prioritäten setzen und könne nicht eine kleine Lache abpumpen, wenn gleichzeitig anderswo Menschen in Gefahr seien, Öl ausliefe oder große Sachwerte, wie der Bestand einer Apotheke, im Wasser versänken. " Alte Leute sollten uns aber in jedem Fall anrufen. Zu denen kommen wir sofort. Denn wir haben schon Fälle gehabt, bei denen Ältere durch das Wasserschippen ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt haben", berichtet Rohling.

Die Regenfluten beendeten auch jäh Radtouren, Kaffeenachmittage im Garten, Grillvorbereitungen und das Skaterfest an der Liebigstraße. Selbst die Feuerwehr war betroffen: Neben der Feuerwache lief das erste Fest der Nobbenburger Straße. Doch für die Feuerwehr kein Problem: Als sich der Himmel bedrohlich verdunkelte, wurden in weiser Voraussicht die Fahrzeuge schon aus der Halle geholt, alles war in Alarmbereitschaft. Das Nachbarschaftsfest wurde während der Regengüsse und der nachfolgenden Einsätze dann einfach in den dann leeren Hallen fortgesetzt. (d.)

STARKER REGEN mit 19 mm (gleich Liter) setzte vielerorts in Stadt und Landkreis Straßen unter Wasser, wie hier An der Blankenburg in Hellern. Fotos: Detlef Heese

MEHRERE STUNDEN waren die Feuerwehr an der Martinistraße im Einsatz. Es kam zu Verkehrsbehinderungen.
Autor:
d.


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