User Online: 1 | Timeout: 11:37Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Naturschutz: Bald weiden Schafe an der Düte
Zwischenüberschrift:
Ranaturierung auf Erfolgskurs: Ufer-Eigentümer stellen der Stadt 29 Hektar zur Verfügung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Naturschutz: Bald weiden Schafe an der Düte

Renaturierung auf Erfolgskurs: Ufer-Eigentümer stellen der Stadt 29 Hektar zur Verfügung

Beharrlichkeit führt zum Ziel: Das zeigt sich zurzeit entlang der Düte, wo es Mitarbeitern der Stadt und des Amtes für Agrarstruktur nach langen und intensiven Gesprächen mit Landeigentümern gelungen ist, zum 1. Oktober 29 Hektar ufernahe Flächen zu erwerben. Sie sollen renaturiert oder zum Teil landwirtschaftlich extensiv genutzt werden, wozu im Bereich Sutthausen auch der Aufbau einer Schafherde gehören wird.

Christiane Balks und Detlef Gerdts von der städtischen Umweltverwaltung wollen seit Jahren die noch vor 200 Jahren unberührte Düte möglichst naturnah zurückgestalten. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie von Alois Temme, Projektleiter im Amt für Agrarstruktur. Seinem Verhandlungsgeschick blieb es überlassen, die von der Stadt zur Verfügung gestellten 47 Hektar Tauschfläche denjenigen schmackhaft zu machen, die Ländereien entlang der Düte besitzen. Das sind von Sutthausen bis Atter immerhin 90 Eigentümer.

" Anfangs waren die skeptisch und haben geblockt", berichtete Temme. Er wollte aber im Rahmen der laufenden Flurbereinigung auf gar keinen Fall Zwang ausüben:

" Man muß halt reden, reden und reden mit den Leuten". Temme gelang es, das Eis zu brechen. " Es gab kein Hurrageschrei, aber die Leute machen jetzt mit", schilderte er den Durchbruch.

Wie notwendig die Renaturierung ist, zeigte die historische Recherche, die FH-Studentin Heike Lingk erstellt hatte: Die Düte, auf dem Hohnsberg im Teutoburger Wald (Gemeinde Hankenberge) entspringend, mündet nach 35 Kilometern in Wersen-Halen in die Hase. Vor 200 Jahren präsentierte sie sich als klarer, fischreicher Bach, der sich an Flach- und Steilufern durch Feuchtwiesen und Bruchwald schlängelte. Dann griff der Mensch ein, baute Mühlen und Industrieanlagen, begradigte den Fluss und rückte ihm mit Häusern dicht an die Ufer. In den 50er Jahren stank der Fluss zum Himmel und Kindern wurde das Baden darin verboten. Heike Lingk listete in den Folgejahren zwar Verbesserungen auf, aber erst Mitte der 90er Jahre kümmerten sich Naturschützer intensiv um die Düte und ihre Aue. " Für die Flächen entlang der Düte erstellen wir gemeinsam mit den Landwirten einen Pflege- und Entwicklungsplan, denn die kennen das Areal am besten", erklärte Christiane Balks während eines Ortstermins. Die Grünland- und Feuchtflächen unterhalb der Sutthauser Mühle seien besonders wertvoll. Hier soll zum Teil wiedervernässt werden, während das Grünland Schafen anvertraut wird. Mit einem Landwirt aus Georgsmarienhütte liefen Gespräche, denn der wolle dort eine Schafherde aufbauen. " Für uns das Beste, was wir uns vorstellen können".

Wie schnell sich die Natur ihr Terrain zurückerobert, zeigt eine Flutmulde an der Düte, die im Besitz der Stadt ist und 1999 mit Baggern angelegt worden war. Dipl.-Ing. Sören Frischmuth, der als langfristige Erfolgskontrolle im Naturschutz dasÖkomonitoring an der Düte betreibt, ist begeistert: " Ohne unser Zutun hat sich eine hohe auentypische Artenvielfalt entwickelt", freute er sich. Frischmuth hat allein 85 Laufkäfer sowie verschiedene Libellen- und Amphibienarten am Gewässerrand gezählt. Die Entwicklung von Fauna und Flora über Jahre hinweg liefern wichtige Informationen für das weitere Vorgehen der Naturschützer.

Detlef Gerdts ist optimistisch, die ehrgeizigen Ziele an der Düte zu erreichen: " Wir profitieren dabei von der Fachhochschule vor Ort und der Unterstützung durch Anlieger, Politik und Verwaltung". (fr)

IN SUTTHAUSEN: Keine 500 Meter vom Ortsrand entfernt hat sich die künstlich angelegte Flutmulde zum Biotop entwickelt.

Fotos: Hermann Pentermann
Autor:
fr


Anfang der Liste Ende der Liste