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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Braune Proppen" sind im Kommen
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Stadt und Bistum schließen sich der bundesweiten Kork-Sammel-Kampagne an
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" Braune Proppen" sind im Kommen

Stadt und Bistum schließen sich der bundesweiten Kork-Sammel-Kampagne an

Von Maria Anna Leenen

Weinkorken sind hochwertige Naturprodukte. Doch nach gemütlichen Grillfeten oder einer genüsslichen Weinprobe wandern sie meist in den Müll. " Die bundesweite Korkkampagne" des Hamburger Naturschutzbundes (NABU) sammelt und verwertet die braunen Stöpsel seit 1994. Jetzt steigen Stadt und Bistum Osnabrück in das populäre Umweltprojekt ein.

Korken sammelt der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb schon seit 1998, berichtet Anita Maskos von der Abfallberatung. Auf der Zentraldeponie am Piesberg steht seit dieser Zeit eine graue Sammeltonne; ebenso auf den Recyclinghöfen Limberger Straße, Glückstraße und Ellerstraße / Knollstraße. " Leider bis jetzt mit wenig Resonanz", bedauerte Anita Maskos. Außerdem hätte das Sammelgut bisher zu einer Verarbeitungsfirma nach Süddeutschland transportiert werden müssen.

Bei der Korkkampagne fällt das künftig weg: Hamburg liegt zum einen wesentlich näher, und Projektkoordinator Peter Seelmann konnte zum anderen verbindlich zusagen, dass ein Lkw die Korken kostenlos abholen werde.

Begonnen hatte in Hamburg alles mit einer Schnapsidee.

Mitarbeiter des NABU suchten 1994 eine Möglichkeit, eine Gartenlaube zu dämmen. " Warum nicht mit geschredderten Weinkorken?" Ein rasant wachsendes Korkensarnmelfieber in Hamburg war die Folge. Mittlerweile hat sich die Kampagne längst auf ganz Deutschland ausgeweitet. Zuerst beteiligen sich 1 200 offizielle Sammelstellen in zwölf Bundesländern.

Das saubere Sammelgut landet in den Winterhuder Werkstätten für Behinderte und wird nach sorgfältiger Durchsicht zu hochwertigem Dämmgranulat verarbeitet: umweltfreundliches Material für Wärme- und Trittschalldämmung.

Pro Kilo gesammelte Korken zahlen die Werkstätten 20 Pfennig zur Hälfte an die Stiftung Euronatur und an den NABU Hamburg für Kranichschutz-Projekte. Das sind zurzeit etwa 10 000 DM jährlich für 45 Tonnen Korken. Größtes und wichtigstes Projekt ist der Erhalt der Extremadura in Spanien, wo jedes Jahr 70 000 nord- und ostdeutsche Kraniche überwintern. Gleichzeitig ist diese uralte Kulturlandschaft Hauptanbaugebiet der Korkeiche, aus deren Rinde Wein-und Sektkorken gestanzt werden. Ein Kreislauf, der das Motto " Lokal handeln - global denken" anschaulich macht.

Für Bernhard Rusche, Umweltbeauftragter des Bistums Osnabrück, ist das eine runde Sache. Das Bistum habe vor kurzem die " Aktion Pro Schöpfung" gestartet. " Die Korkkampagne passt da gut herein", meinte er. Jetzt werde im Bistum überlegt, wie man möglichst viele zum Mitmachen bewegen könne. Anita Maskos plant schon fleißig, denn auch für sie ist klar: " Diese Kampagne stärkt das Umweltbewusstsein sehr!" Gerade für Kinder sei dabei vieles anschaulich zu machen. " Die Wirkung scheint hier klein zu sein - aber an anderen Orten ist sie groß. Das Korkensammeln lohnt sich für alle", betonte die Abfallberaterin. Größere Mengen könnten ab sofort zur Zentraldeponie Piesberg gebracht werden; für kleinere Sammelmengen stehen an den drei Recyclinghöfen gekennzeichnete Tonnen bereit.

Im Moment denkt die Abfallberaterin auch darüber nach, am Tag der offenen Tür des Abfallwirtschaftsbetriebes am 1. September eine Aktion mit den braunen Proppen zu veranstalten. Neben Fotoaktionen, Torwandschießen, Glücksrad und der Vorführung der neuen Müllwagen wäre zum Beispiel Basteln mit " Korki", dem Sympathieträger der Korkkampagne, eine gute und einprägsame Veranstaltung.

Informationen bei Anita Maskos, Telefon 323-3190, und Bernward Rusche, Telefon 318-259.

DREI TYPISCHE VERTRETER: Korken von Prosecco-, Wein- und Champagnerflaschen (von links) eignen sich hervorragend für die Sammlung.Foto: Klaus Lindemann

Autor:
Maria Anna Leenen


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