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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Idee müsste von uns stammen"
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Echterhoff stellt beim Bürgerverein Nord-West seine Tunnel-Pläne vor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Idee müsste von uns stammen"

Echterhoff stellt beim Bürgerverein Nord-West seine Tunnel-Pläne vor

Von Heiko Schlottke

" An dem vorgestellten Projekt ärgert mich vor allem eins: Dass die Idee nicht von uns stammt." Heiterkeit und kräftigen Beifall erntete ein Teilnehmer der Versammlung des Bürgervereins Nord-West für sein überraschendes Urteil über eine Tunnellösung für die Westumgehung.

Es blieb am Dienstagabend wohl nicht die einzige Überraschung für den Vorsitzenden des Vereins, Thomas Haarmann, und den Bauunternehmer Helmut Echterhoff. Der hatte im bis auf den letzten Platz besetzten Saal im Parkhotel - deutlich über hundert Interessierte waren gekommen - Pläne vorgestellt, die seit Jahren kontrovers diskutierte Westumgehung zwischen Rheiner Landstraße und Sedanstraße bzw. Natruper Straße unterirdisch zu führen (Bericht in der Ausgabe vom 5. Juni). Die Aussprache blieb frei von Emotionen. Die Aussicht, eine Entlastung der derzeit stark frequentierten Wohnstraßen zu erhalten, ohne dass die Wohngebiete durch eine offene Straße von den Erholungsbereichen abgeschnitten werden, wirkte offenbar. Selbst eine erklärte Gegnerin der bisherigen Westumgehungspläne sprach von einer " konsensfähigen Lösung".

Das heißt nicht, dass es keine Zweifel oder Kritik gegeben hätte. Wie ist es um Brandsicherheit, Entlüftung und Lärmschutz bestellt? Auslegung des Tunnels und technische Vorkehrungen machten alle Sorgen gegenstandslos, versicherte Echterhoff.

Wird ein Tunnel nicht mehr Lkw-Verkehr bedeuten mit zusätzlicher Belastung der Umgebung? Das sieht der Bauunternehmer nicht, und Diskussionsteilnehmer verwiesen darauf, dass derzeit Lastwagen in großem Umfang die Wohnstraßen befahren.

Warum soll die Stadt Straßenverbindungen bauen, die vor allem von reizvoll, ruhig und günstig wohnenden Landkreisbewohnern genutzt wird? Das Geld solle für andere, wichtigere Aufgaben in der Stadt ausgegeben werden, so ein Kritiker. Echterhoff: Ein Nicht-Bau vermindere den Verkehr keineswegs, führe nur zum bekannten Schleichverkehr über die Wohnstraßen.

Der Sorge, am Tunnelausgang zur Rheiner Landstraße werde es zu gewaltigen Staus kommen, begegnete der Bauunternehmer mit dem Hinweis auf einen dort geplanten großzügigen Kreisel. Offen blieb, wie stark der Lärm am Tunnelende im Bereich Sedanstraße / Paraklinik bzw. Natruper Straße sein würde und wie er zu beherrschen ist.

Entschieden trat Echterhoff Zweifeln an der Solidität seines Finanzierungskonzepts entgegen. Die Modelle - je nach Tunnellänge 30 bzw. 40 Millionen Euro Baukosten - seien seriös durchgerechnet, dafür stehe er. Eine " Billiglösung" gebe es nicht, so der Unternehmer, der auf große Erfahrungen mit Tunnelprojekten verwies.

Wiederholt unterstrich Echterhoff, bei seinem Vorschlag handele es sich stets nur um eine Klärung der technischen und finanziellen Machbarkeit des Projekts, einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion. Ob das Projekt gewollt sei, hätten andere zu entscheiden: der Stadtrat. Dass er auf eigene Kosten und eigenes Risiko den Plan erarbeitet hat, trug ihm von Diskussionsteilnehmem Anerkennung ein.

Auch ein Expertenlob gab es: Hans-Jürgen Apel, städtischer Verkehrsplaner, bezeichnete die Tunnellösung als " prima, wenn sie finanzierbar ist".

Ein Diskussionsteilnehmer schließlich erklärte sichtlich zufrieden, der Bürgerverein sei einst gegründet worden mit dem Ziel, für eine Westumgehung zu sorgen. " Jetzt haben wir die erste realistische Variante."

UNTER DER ERDE EIN TUNNEL? An dieser Stelle würde die Westumgehung den Verbindungsweg vom Westerberg zum Rubbenbruchsee schneiden. Das Foto zeigt die Trasse von der Straße " Am Heger Holz" Richtung Norden. Foto: Egmont Seiler
Autor:
Heiko Schlottke


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