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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Im Zeichen des Fortschritts: Das dritte Telefonkabel nach Bremen
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Mai 1902: Eine dünne Eisschicht bedeckte allmorgendlich die Pfützen
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Im Zeichen des Fortschritts: Das dritte Telefonkabel nach Bremen

Mai 1902: Eine dünne Eisschicht bedeckte allmorgendlich die Pfützen

Von Christiana Keller

Von lauem Mai war nicht die Rede: Der starke Frost Anfang des Monats fügte der Baumblüte viel Schaden zu, und allmorgendlich bedeckte eine dünne Eisschicht die Pfützen und Wasserflächen. Positiv an der unfreundlichen Wetterlage war der Umstand, dass die Bauern im Emsland nicht, wie sonst im Mai, mit dem Abbrennen der Moore beginnen konnten. Erst für den Juni standen die Moorrauchschwaden in Aussicht, die bei Westwind die Stadt oft in beißenden Nebel hüllten.

St. Katharinen feierte wenige Wochen nach Pastor Weidners Jubiläum auch das 25-jährige Wirken von Pastor Klatte. Zugleich lief das Auswahlverfahren für eine dritte Predigerstelle. Die Gemeinde sollte mitentscheiden, und so lud man 25 Bewerber zu Gastpredigten ein. Dem Anzeigenteil der Zeitung waren die Namen, der Predigttext, das Datum und die Uhrzeit jeder Predigt zu entnehmen. Ein Mammutunternehmen, das sich über den ganzen Monat erstreckte.

Erneut fand sich im Magistrat eine " Gesundheitskommission" zusammen, die alle Häuser und Höfe der Stadt zur " Ermittelung und Beseitigung gesundheitsschädlicher Missstände" besichtigen sollte. Freundliches Entgegenkommen der Bevölkerung wurde ausdrücklich vorausgesetzt.

Hinter dem Hotel Dreikronen öffnete der Bier und Konzertgarten wieder die Tore. Das frisch renovierte Etablissement warb mit Abonnementskonzerten, die an mindestens drei Wochentagen stattfinden sollten. " Ein kleiner Fischteich und schützende Lauben gegen ungünstiges Wetter machen den Garten zu einem Schmuckstück", schrieb der Lokalreporter. Ein neuer Riesenkochherd war installiert, das Gestühl frisch gestrichen, nun konnte die Saison beginnen. Der technische Fortschritt erforderte bereits die Verlegung des dritten TeIefonkabels entlang der Strecke Osnabrück-Bremen. Bis zur Schwanenburg verlief es unterirdisch, dann auf Telegrafenmasten. Bei diesen Arbeiten erhielt die Bohmter Straße ein neues Pflaster. Der erste Bauabschnitt war schon für den Durchgangsverkehr gesperrt und erstreckte sich von der Bahnüberführung bis zur " Birnenallee", wohl der heutigen Baumstraße.

Auf dem Dachboden von St. Marien entdeckte ein Handwerker die ausrangierte Zweitälteste Uhr der Stadt. Sie zählte 120 Jahre und hatte früher ihren Dienst im Johannistor getan. Als in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts die Kirchenuhr von St.

" Man blieb zu Hause und blies Trübsal"

Marien nicht mehr funktionierte, wechselte die alte Uhr vom Tor in den Kirchturm. Dort tickte sie zuverlässig, bis sie 1889, wohl wegen des unbequemen 24-Stunden-Laufwerks, von einer modernen Uhr mit Acht-Tage-Gangwerk abgelöst wurde.

Auf ein Alter von 170 Jahren blickte die älteste Uhr im Dom zurück, sie hatte noch ein 24-Stunden-Werk.

Pfingsten, " das schönste Fest des Jahres", wie ein Dichter zuvor in der Osnabrücker Zeitung gereimt hatte, verdarb dem Publikum die freie Zeit gründlich durch ungemütliches Wetter: Hagelschauer, Wind, Regen und Kälte wechselten sich ab. Spaziergänger flanierten mit Schirmen, und die zahlreichen Freiluftkonzerte fielen aus. Selbst in den Wirtschaften herrschte kein " pfingstlicher Trubel" wie sonst. " Man blieb lieber zu Hause", kommentierte der Lokalreporter " und blies Trübsal!"

Die Anzeige des Monats

" Die öffentliche Badestelle in der Hase beim Schützenhofe ist vom 16. Mai an für Personen männlichen Geschlechtes zur unentgeltlichen Benutzung freigegeben." So stand es vor 100 Jahren in der Osnabrücker Zeitung. Gesund und reinigend kann ein solches Bad bei der damaligen Wasserqualität des Flusses jedoch nicht gewesen sein.

EINEN GANZEN MONAT LANG lief im Mai 1902 das Auswahlverfahren für die dritte Predigerstelle an St. Katharinen. Das Foto von Aloys Wurm zeigt die Katharinenkirche um 1900. Wir haben , es dem Buch " Alt-Osnabrück", Band 2, entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

Autor:
Christiana Keller


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