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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Der Grundstein von Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Überraschende Funde im Dom
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Grundstein von Osnabrück

Überraschende Funde im Dom

Der Dom ist das älteste Bauwerk in Osnabrück. Und Stück für Stück gibt er bei den derzeit laufenden Sanierungsarbeiten Einblicke in seine Geschichte frei: In der vergangenen Woche entdeckten die Handwerker ein weiteres Relikt, das aus der romanischen Bauphase um das Jahr 1100 stammt.

Als jetzt der marode Innenputz an der nördlichen Turmwand gegenüber der Marienkapelle abgeklopft wurde, trat eine Überraschung zu Tage: das Oberteil einer Säule mit einem romanischen Kapitell sowie die dazugehörigen Rundbögen. Alles zwar mehrfach gestört und durch spätere Einbauten überformt, aber in seiner architektonischen Konzeption klar erkennbar: " Offensichtlich war der untere Teil des Nordturms im Eingangsbereich des Westwerks mit vorgesetzten Blendarkaden versehen", so erklärte Dombaumeister Nikolaus Demann den Befund: " Die Konzeption ähnelt den noch erhaltenen kleinen Blendarkaden rechts und links vom Eingangsportal."

Dass diese Säule mitsamt den dazugehörigen Rundbogen jetzt wieder zu Tage gekommen ist, wertet Demann als eine späte Rechtfertigung für den Entschluss, den bisherigen Windfang aufzugeben. Diese Entscheidung war zwischen Domkapitel und Denkmalpflege nicht unumstritten. " Ohne den Abbruch des neoromanischen Windfangs hätten wir die Turmwand nicht freilegen können", betonte Demann jetzt.

Während das Relikt der romanischen Säule auf die Dombau-Phase um das Jahr 1100 verweist, sind die Archäologen bei ihrer Grabung im Mittelschiff des Domes auf einen noch früheren Zeithorizont gestoßen. Die Mauerreste und Rundbogen-Fundamente seien wohl als

Relikte sind deutlich älter als 900 Jahre

die Apsis des frühesten (und wesentlich kleineren) Kirchenbaues an dieser Stelle zu werten, sagte dazu Dr. Hermann Queckenstedt vom Kulturforum Dom. Der Archäologe Prof. Uwe Lobbedey halte sich zwar mit einer endgültigen Bewertung noch zurück. Aber schon jetzt sei anzunehmen, dass dieses bescheidene Kirchlein auf die Zeit um 800 und die Gründungsphase des Bistums Osnabrück durch Karl den Großen zurückgehen dürfte, so Queckenstedt. Die unscheinbaren Mauerbrocken im Langhaus des Domes wären dann der Grundstein von ganz Osnabrück. (fhv)

DER DOM ENTHÜLLT SEINE GEHEIMNISSE: Diese Säule aus der Zeit um 1100 wurde jetzt in der Seitenwand des Nordturms entdeckt. Foto: Hartwig Wachsmann
Autor:
fhv


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