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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bürgerforum: Fip will Anlieger in Sicherheit wiegen
 
Bärendienst erwiesen
Zwischenüberschrift:
SPD-Infoabend zum Gewerbegebiet
 
Interkommunales Gewerbegebiet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bürgerforum: Fip will Anlieger in Sicherheit wiegen

SPD-Infoabend zum Gewerbegebiet

Etwa 60 Zuhörer hatten sich am Donnerstagabend in der Gaststätte Hackmann in Atter eingefunden, um mit Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und Wirtschaftsförderer Wolfgang Gurk über das geplante interkommunale Gewerbegebiet zu sprechen. Das Bürgerforum Atter hat indes die Veranstaltung der SPD Atter " teilboykottiert".

Dem Oberbürgermeister solle kein Forum geboten werden " mit gewiefter Rhetorik die Anlieger in einer trügerischen Sicherheit zu wiegen", begründet der Vorsitzende des Bürgerforums, Peter Thiel, in einer Presseerklärung den Boykott. Da es keine neue Fakten gebe, habe man die Veranstaltung nicht " durch Überpräsenz künstlich aufwerten" wollen. Dennoch waren einige Lotter Grundstückseigentümer sowie der Pressewart des Bürgerforums, Uwe Köstner, der Einladung des SPD-Ortsvereins gefolgt.

Fip zeigte sich erstaunt über die Proteste der Atteraner. Durch den Bau einer Autobahnabfahrt der A1 zwischen Lotter Kreuz und der Abfahrt Osnabrück-Nord würden Atter und einige Lotter Ortsteile verkehrlich entlastet: " Die Wohnqualität für Atter wird steigen."

Diese Verkehrsanbindung sei ohnehin Grundlage für weitere Planung, erklärte Wolfgang Gurk. Falls das Bundesverkehrsministerium kein grünes Licht gebe, seien die Pläne vom Tisch. Mit einem Signal aus Berlin ist allerdings nicht vor dem Frühjahr 2003 zu rechnen.

Gurk machte den Besuchern die Flächenproportionen des Gewerbegebietes anhand einer Karte deutlich. Obwohl es noch keinen genauen Plan gebe, würden lediglich fünf Prozent der Flächen auf Osnabrücker Gebiet liegen. Genaue Angaben zu einem Zeitplan, wann das Projekt letztlich realisiert werden könne, wollte Gurk in dieser frühen Planungsphase nicht machen; daher habe man sich auch nicht früher an die Bürger gewandt. Zum Abschluss der Diskussion versicherte Fip: " Sie werden mit Sicherheit nicht die Verlierer sein."

Für das Bürgerforum handelte es sich dagegen um eine " SPD-Verkaufsveranstaltung" im Ortsratswahlkampf, heißt es in der Mitteilung. Ohnehin sei es sehr überraschend gewesen, " dass der Oberbürgermeister Fip und Wirtschaftsförderer Wolfgang Gurk sich nun in der Öffentlichkeit einem Thema stellen, zu dem sie bis jetzt geschwiegen haben". Beide hätten - wie andere auch - bislang alle Einladungen des Bürgerforums zu Diskussionen, Infoabenden, Versammlungen und zur Demonstration abgelehnt. Das Forum habe dagegen immer " das offene und öffentliche Gespräch" gesucht. So sei der Eindruck entstanden, dass sich die " politisch verantwortlichen Macher ebenso wie der Verwaltungschef bewusst einer öffentlichen Stellungnahme zu diesem sensiblen Thema entziehen". (hen/ No)

Interkommunales Gewerbeqebiet

Bärendienst erwiesen

Von Michael Hengehold

Es überrascht schon sehr, dass das Bürgerforum Atter ebenso wie die Grundstückseigentümer - überwiegend aus Lotte - der SPD-Veranstaltung ferngeblieben sind. Seit die Planung für das interkommunale Gewerbegebiet Anfang vergangenen Jahres erstmals vorgestellt wurde, bemühten die Gegner sich, die Entscheidungsträger zu einem Meinungsaustausch zu bewegen. Dies wurde von nahezu allen Politikern immer wieder mit dem Hinweis abgelehnt, es gebe keine neuen Fakten.

Nun aber hatten sich mit Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und Wirtschaftsförderer Wolfgang Gurk zwei maßgebliche Akteure zum Auftritt auf der öffentlichen Bühne eingefunden. Und die Gegner der Planung erklären, sie nähmen nicht teil, weil es ja ohnehin keine neuen Fakten gebe und um Fip keine Möglichkeit zu bieten, die eigenen Reihen mit " gewiefter Rhetorik in trügerischer Sicherheit zu wiegen". Wenn auf Seiten des Bürgerforums so wenig Vertrauen in die eigenen rhetorischen Fähigkeiten besteht, warum wurden dann überhaupt Anstrengungen unternommen, ins Gespräch zu kommen? Schließlich birgt jede verbale Auseinandersetzung die " Gefahr", sich den Argumenten des Gegenübers unter Umständen nicht völlig verschließen zu können. Und dass der bislang stets als Ausrede der Politik empfundene Verweis, es gebe keine neue Entwicklung und somit keinen Grund zur Diskussion, nun sogar vom Bürgerforum aufgegriffen wird, führt dessen bisherige Argumentation ad absurdum. In der Sache haben die Gegner sich mit dieser Entscheidung einen Bärendienst erwiesen.
Autor:
hen, No, Michael Hengehold


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