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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Verkehrsexperte: Autobahnabfahrt nicht realisierbar
Zwischenüberschrift:
Scheitert Gewerbegebiet Lotte-Atter?
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Verkehrsexperte: Autobahnabfahrt nicht realisierbar

Scheitert Gewerbegebiet Lotte-Atter?

Einen nachhaltigen Dämpfer erhielten gestern die Planungen zum interkommunalen Gewerbegebiet Lotte-Atter. Der Einschätzung von Staatssekretär a. D. Lothar Ibrügger zufolge, der gestern Morgen in Lotte zu Besuch war, lässt sich die zusätzliche Autobahnabfahrt an der geplanten Stelle kaum realisieren. Wird keine Alternative gefunden, könnte das Projekt scheitern.

Den Besuch des SPD-Bundestagsabgeordneten hatte sein Fraktionskollege Reinhold Hemker eingefädelt. Zwar ist Ibrügger nicht mehr im Verkehrsministerium, doch von Hemker wurde er augenzwinkernd als " Sonderbotschafter" bezeichnet und von den anwesenden Lotter SPD-Politikern und Bürgermeister Dieter-Joachim Srock in den Rang einer " grauen Eminenz" erhoben, die " sehr nah dran" sei (am Ministerium). Anders formuliert: Die Aussagen Ibrüggers haben zwar keinen offiziellen Charakter, dürfen aber zumindest als sachkundige " Wasserstandsmeldungen" gewertet werden.

Dem Diplom-Ingenieur zufolge liegt die geplante zusätzliche Autobahnabfahrt für Lotte mit 700 Metern unter Verkehrssicherungs-Aspekten entschieden zu nah am Lotter

1100 Meter sind absolutes Minimum

Kreuz. Das habe er vorgestern auch NRW-Verkehrsminister Ernst Schwanhold fernmündlich mitgeteilt. Schon bei einer " normalen" Abfahrt seien 1100 Meter Abstand zu einer weiteren das " absolute Minimum", so Ibrügger. Bei einem Autobahnkreuz seien gar mehr als drei Kilometer Abstand einzuhalten. Bei nur 700 Metern Differenz steige das Unfallrisiko um 40 Prozent, die Schwere der Unfallschäden erhöhe sich um rund 22 Prozent, legte Ibrügger dar.

Wie groß die Entfernung tatsächlich ist, ist allerdings wohl auch eine Frage der Betrachtungsweise. Bislang war immer die Rede von etwa 1, 3 Kilometern gewesen. Möglicherweise habe der Gast aus Berlin eine andere Berechnungsgrundlage, etwa unter Berücksichtigung der Einfädelspuren zu Grunde gelegt, mutmaßte Bürgermeister Dieter-Joachim Srock.

Weiterhin ist möglicherweise auch die Auskunft, das Bundesverkehrsministerium müsse über die Abfahrt entscheiden, nicht zutreffend.

Eine Umformung des Straßennetzes?

Ibrügger zufolge liege das Planfeststellungsverfahren in der Hand des Landes - und das könne unter diesen Umständen nicht zustimmen, so dass das Bundesverkehrsministerium bei derzeitigem Planungsstand erst gar nicht zum Zuge komme. In den Augen des Bundestagsabgeordneten ist das Thema damit allerdings noch nicht vom Tisch. Es gelte nun, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und die Gesamtplanung zu überdenken. Eine Möglichkeit biete unter Umständen eine " Umformung des Straßennetzes", wie Ibrügger formulierte. Mit anderen Worten: Die Abfahrt an einer anderen Stelle zu bauen und für eine entsprechende Anbindung in der Fläche zu sorgen.

Bürgermeister Dieter-Joachim Srock will nun Kontakt mit Ernst Schwanhold in Düsseldorf aufnehmen, um die Sachlage zu klären. Dabei soll es auch um die Frage gehen, ob ein Gespräch mit Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig überhaupt noch vonnöten ist. Teilt Schwanhold die Ansichten Ibrüggers, hätte sich der Termin in Berlin erledigt. Ob das Projekt insgesamt gestorben ist, hänge davon ab, ob Alternativen entwickelt werden können, so Srocks Einschätzung. (hen)
Autor:
hen


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