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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Streit um das Pflaster: Grob oder kleinteilig?
Zwischenüberschrift:
Katharinenviertel: Stadtentwicklungsausschuss entscheidet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Soll in den Seitenstraßen des Katharinenviertels ein grobes oder ein kleinteiliges Pflaster verlegt werden? In dieser Frage gibt es keinen gemeinsamen Nenner zwischen dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und dem Bürgerinnen- und Bürgerverein Katharinenviertel. Jetzt muss der Stadtentwicklungsausschuss eine Entscheidung treffen.

Über die Pflasterung gibt es seit Jahren Streit. Das " historisch" wirkende Grobpflaster ist der Radler-Lobby ein Dorn im Auge. Viele Radfahrer wählen, statt sich über die unebenen Steine und breiten Fugen zu quälen, den geklinkerten Fußweg. So kommt es jeden Tag an Hauseingängen und Grundstücksausfahrten zu gefährlichen Beinahe-Zusammenstößen. Zwar ist das Befahren des Gehsteiges erlaubt - aber nur mit Schrittgeschwindigkeit. Die Nebenstraßen - z. B. Herderstraße, Uhlandstraße oder Auguststraße - sind verkehrsberuhigte Bereiche, in denen sich alle Fahrzeuge an das Fußgängertempo (sechs bis sieben km/ h) zu halten haben. Ein 20 Jahre altes Privileg, auf das die Anwohner und der Bürgerverein pochen.

Ganz anders Katharinenstraße und Augustenburger Straße: Diese beiden Hauptachsen wurden von der Stadt als Fahrradstraßen festgesetzt. Radler haben Vorfahrt, es darf mit " mäßiger Geschwindigkeit (" in der Regel maximal 20 km/ h") gefahren werden. Das topfebene Betonsteinpflaster unterstreicht diesen Unterschied auch optisch.

Gegen die Ausweisung der Fahrradstraße gab es von Anfang an Widerstände; vielen Anwohnern sind die höheren Geschwindigkeiten in der Katharinenstraße und der Augustenburger Straße ein Dorn im Auge. Einige werfen dem Bürgerverein vor, er habe zu schnell nachgegeben. So kommt es, dass jetzt um die Pflasterung der Nebenstraßen viel härter gerungen wird.

Noch vor wenigen Monaten sah alles nach einem Kompromiss aus: Der Stadtentwicklungsausschuss segnete einen Vorschlag von Verkehrsplaner Hans-Jürgen Apel ab, nach dem die Seitenstraßen zwar ein Grobpflaster erhalten, in der Mitte sollte den Radfahrern aber eine kleinteilig gepflasterte Spur angeboten werden. Von diesem Kompromiss ist der Bürgerverein jedoch inzwischen abgerückt, um einer Gruppe von Verkehrsteilnehmern keine Sonderrechte einzuräumen, wie es der Vorsitzende Manfred Haubrock ausdrückt.

Schrittgeschwindigkeit solle für alle gelten. Deshalb will der Bürgerverein - sehr zumn Verdruss des ADFC - auch die Radier auf das grobfugige Pflaster verbannen. Und damit die Pedalisten nicht die Unsitte pflegen, auf den glatteren Fußweg auszuweichen, sollen halbkreisförmige Pflanzbeete vor einigen Häusern das Befahren entlang der Gebäude unterbinden.

Diesen Vorschlag des Bürgervereins hat sich die Verwaltung nun zu Eigen gemacht. Nur für den noch nicht ausgebauten Abschnitt der Arndtstraße (zwischen Katharinenstraße und Wall) will sie einen Mittelstreifen aus kleinteiligem Pflaster bauen. Damit soll der Forderung des ADFC nach einer fahrradgerechten Nord-Süd-Verbindung durch das Katharinenviertel entsprochen werden.

Die Entscheidung soll der Stadtentwicklungsausschuss in seiner morgigen Sitzung treffen. Eines scheint sicher: Bürgerverein und ADFC werden damit nicht einverstanden sein.

ZUM VERDRUSS DER RADFAHRER soll es beim Grobpflaster für die Seitenstraßen im Katharinenviertel (hier die Herderstraße) bleiben. Der ADFC will das nicht hinnehmen.Foto: Gert Westdörp
Autor:
rll


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