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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Helfen Verbote auf dem Weg zur rauchfreien Zone?
Zwischenüberschrift:
Rat will mehr Nichraucherschutz
Artikel:
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Originaltext:
Helfen Verbote auf dem Weg zur rauchfreien Zone? Rat will mehr Nichtraucherschutz

Von Frank Henrichvark

Die Stadt Osnabrück will den Schutz der Nichtraucher vor dem Tabaksqualm verbessern. So einmütig wie selten haben alle Fraktionen im Rat sich diesem Ziel verschrieben: Beschlossen wurde ein Sechs-Punkte-Programm - allerdings nur als " Kann-Vorschrift", die zunächst einmal weiter diskutiert werden soll.

Für die Fraktion der Grünen brachte Ratsherr Michael Hagedorn den ersten Antrag ein, die CDU zog mit einem geänderten und geringfügig erweiterten Katalog nach. Und der fand dann einhellige Zustimmung. Zuvor hatte sich noch der FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Thomas Thiele als Ex-Raucher geoutet, als er den Antrag als " lange überfällig" bezeichnete. Auch CDU-Ratsherr Prof. Rainer Tenfelde (praktizierender Raucher) plädierte zwar für den " Minderheitenschutz" der Tabak-Konsumenten unter den Politikern aller Parteien. Dass aber alle Ausschuss- und Ratssitzungen künftig als " rauchfreie Zonen" gestaltet werden müssen, fand dennoch seine Zustimmung.

Die Liste der Vorschläge auf dem Weg zu einem strengen Nichtraucherschutz in Osnabrück ist lang: Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Bahnhöfe und Bushaltestellen, öffentliche Gebäude, selbst Gaststätten sind erwähnt. Der Tenor dabei ist eindeutig: So weit die Stadt das Hausrecht hat, werden die Aschenbecher verbannt, denn Nichtraucher sollen nicht zum Passivrauchen genötigt werden. In der Umgebung von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen soll es Werbebeschränkungen geben, und Zigarettenautomaten werden abgebaut. " Abhängigkeit und Sucht lassen sich nicht verbieten", heißt es in der Begründung des Antrags, aber auch das Passivrauchen stelle ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und fordere Gegenmaßnahmen.

Wie diese wohlmeinende Absichtserklärung in die Realität umgesetzt werden kann, bleibt einstweilen offen. Hier nur ein Beispiel, zu dem sich unendlich viele Paralelen finden lassen: " Das Rauchen in Schulgebäuden wird nicht nur den Schülerinnen und Schülern, sondern auch den Lehrkräften untersagt." So weit die Forderung. Und die Realität, vorgefunden beispielsweise gestern in der großen Pause im Ratsgymnasium? Auf dem Schulhof stehen in der eigens deklarierten " Raucherzone" gut 40 Jugendliche, teils mit und teils ohne Zigarette beieinander. " Unser Raucher-Getto", sagt Schulleiter Hartmut Ranke dazu, " reserviert nur für Oberstufen-Schüler." Dass Nikotin laut Jugendschutzgesetz schon ab 16 Jahren erlaubt ist, zählt am Rats nicht: " Für Zehntklässler ist Rauchen tabu."

Auch hat das Rats seit Jahren getrennte Lehrerzimmer für beide Fraktionen. Nur gilt das " Raucher-Cafe" selbst für die Nichtraucher als die " gemütlichere Variante", weshalb selbst Hartmut Ranke hier seinen Morgenkaffee nimmt. Und durch die Qualmwölkchen ist gelinde Skepsis zu verspüren: Lehrer seien doch Landesbeamte und darum kaum weisungsgebunden.

RAUCHEN VERBOTEN? Der Rat will auch die städtischen Schulgebäude zu nikotinfreien Zonen erklären. Aber im " Raucherzimmer" am Ratsgymnasium finden es selbst die Nichtraucher unter den Pädagogen gemütlicher als im rauchfreien Lehrerzimmer nebenan. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Frank Henrichvark


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