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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Das alte Steinwerk soll raus aus dem Hinterhof
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Bierstraße 7: Diplomarbeit gibt Anstöße für neue Nutzung
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Das alte Steinwerk soll raus aus dem Hinterhof

Bierstraße 7: Diplomarbeit gibt Anstöße für neue Nutzung

Ausgerechnet das älteste Haus der Stadt steht ganz unscheinbar in einem Hinterhof an der Bierstraße. Und dieser Hinterhof ist alles andere als einladend. Einen Architekten muss es in den Fingern jucken, hier Abhilfe zu schaffen. Norbert Pahlmann hat dem Steinwerk an der Bierstraße 7 seine Diplomarbeit gewidmet - und dafür eine glatte Eins bekommen.

Lange Zelt diente das 800 Jahre alte Steinwerk der Samenhandlung Kobe & Hupfer als Lager, voraussichtlich im März wird sich die städtische Denkmalpflege in den historischen Mauern einrichten. Diese neue Nutzung hat der Hildesheimer Diplomand Hendrik Pahlmann (31) schon vorweggenommen. Allerdings unterscheidet sich sein Entwurf von dem durch und durch bescheidenen Umbau der Denkmalpflege wie eine Ente von einem Ferrari.

Hendrik Pahlmann, der an der Fachhochschule Hildesheim Architektur studiert hat, ist über die Lehrbeauftragte Dr. Antje Busch-Sperveslage auf das abgelegene Steinwerk in Osnabrück aufmerksam geworden. Seinen gedanklichen Höhenflügen hielt das nach dem Krieg errichtete Vorderhaus mit dem Zwischentrakt nicht stand, es wurde " weggedacht" und durch einen Neubau ersetzt.

Was bleibt, ist der Blick durch das Torhaus auf den Innenhof. Dabei fallen die Lamellen und eine frei tragende Treppe ins Auge, doch die Gebäude sind nicht wiederzuerkennen. Glasbänder machen aus Vorderhaus, Zwischentrakt und Steinwerk separate Einheiten. Die Nutzung sprengt, von außen unsichtbar, diese Grenzen.

Im Erdgeschoss an der Bier-Straße möchte Hendrik Pahlmann am liebsten ein Modegeschäft unterbringen, das sich galerieartig bis in den Keller ausdehnt. Oben ist Platz für Büros - etwa für den Denkmalpfleger, der von seinem " fliegenden Zimmer" ebenso in die Bierstraße und zum historischen Steinwerk blicken kann.

Den Zwischentrakt stellt sich der frisch gebackene Architekt als Weinhandlung vor, die über zwei Brücken mit dem Steinwerk verbunden ist. Und was erwartet den Besu-

Nicht mehr als eine Gedankenspielerei?

eher hinter den dicken Mauern, im ältesten Profanbau Osnabrücks? Das ist der Clou in Hendrik Pahlmanns Entwurf. Die im Krieg gezimmerten Zwischendecken aus Holz verschwinden, dafür zeigt sich der ganze Raum in seiner " sakralen Größe", wie es der Diplomand ausdrückt. Der ganze Raum? Nicht ganz, denn in seiner Mitte erhebt sich ein hoher, nur innen klimatisierter Kubus aus lichtdurchlässigem Material, der sich als Ausstellungsfläche auch für empfindliche Exponate anbietet.

Die Diplomarbeit ist eine Gedankenspielerei mit vielen Raffinessen, aber ohne Aussicht, jemals realisiert zu werden. Anders als dem jungen Architekt käme es dem Grundstückseigentümer Hans-Ferdinand Wunderling nicht in den Sinn, so grundlegende Schnitte zuzulassen. Und Denkmalpfleger Bruno Switala ist ebenfalls daran interessiert, so behutsam wie möglich mit der vorhandenen Substanz umzugehen. (rll)

EIN NEUES UMFELD für das Steinwerk an der Bierstraße 7: Hendrik Pahlmann hat in seiner Diplomarbeit für das historische Gebäude (im Hintergrund) eine Nutzung gesucht.Foto: Elvira Parton
Autor:
rll


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